Einschau Blog
Verstand und
Gewissen: Die Leugnung der Faktizität
„In einem Boot sitzt
eine Horde Affen. Mit viel Aufwand und Geschrei
streiten sie sich um den besten Platz im Boot,
um die größte Banane, die meiste Anerkennung
usw.. Leider hat das Boot ein Loch und läuft
langsam aber sicher voll.“
In dieser Metapher ist das Boot der Planet Erde,
die Affenhorde die Menschheit und das Loch im
Boot die menschengemachte Klimaveränderung.
Dass diese Klimaveränderung stattfindet und dass sie
von den Menschen selbst verschuldet ist, steht außer
Frage – zumindest für jeden, der die Naturgesetze
kennt bzw. respektiert. (Wer
anderer Meinung sein möge, kann sich gerne mit mir
in Verbindung setzen und sich sachlich darüber
austauschen. Es wäre mir eine Freude!)
Und die Konsequenzen, die diese Veränderung mit sich
bringt, lassen sich bereits jetzt zumindest erahnen:
Sie werden katastrophal sein – bis hin zu dem Punkt,
dass die menschliche Zivilisation zusammenbrechen
könnte. Dass dennoch nichts oder nur wenig dagegen
unternommen wird, ist erstaunlich, hat aber auch einen
ganz konkreten Grund: Es gibt viele – zu viele! –
Menschen, die nicht wahrhaben wollen, was da passiert
oder die es sogar ganz offen leugnen.
In letzter Instanz geht es um den gleichzeitigen
Einsatz von Verstand und Gewissen.
Unter diesem Aspekt betrachtet lassen sich drei
unterschiedliche Typen von „Klimaleugnern“
feststellen:
Klimaleugner-Typ 1:
Es handelt sich um sehr reiche oder sehr mächtige
Menschen, die zwar sehr genau wissen, was da los ist,
die sich aber in einer Position wähnen, in der die
sich abzeichnende Katastrophe ihnen nichts anhaben
kann – oder sie sogar davon profitieren könnten.
Sie denken etwa, sie könnte sich eine Insel oder
einen anderen „sicheren“ Bereich einrichten, wo sie es
sich losgelöst vom Rest des Planeten bequem machen
könnten. Oder sie denken, dass ausgerechnet ihr
eigenes Land von der Klimaveränderung profitieren
könnte und dadurch mächtiger würde. Zudem ist die
faktische Ursache der Klimaveränderung (die
Verbrennung fossiler Brennstoffe) die eigentliche
Quelle ihres Profits oder ihrer Macht, weshalb sie
kein Interesse daran haben, diese Entwicklung zu
stoppen. Ganz im Gegenteil: Sie tun alles, damit sie
weiter geht. Genau betrachtet sind sie die
eigentlichen Schuldigen daran, was passieren
wird. Sie werden als die dastehen, die nichts getan
haben, als es noch möglich gewesen wäre.
Diese Menschen benutzen zwar ihren Verstand – aber
nur in einem rein egoistischen Sinne, was nur durch
eine Unterdrückung des Gewissens funktioniert.
Der Rest der Menschheit ist ihnen gleichgültig.
(Anekdote dazu: Am 3. September 2025 tauschten Hr.
Putin und Hr. Xi sich bei versehentlich angeschaltetem
Mikrofon darüber aus, dass durch
Organtransplantationen und Fortschritte in der
Biotechnologie Menschen immer langlebiger und sogar
unsterblich werden könnten. Mit 70 sei man ja noch ein
Kind ... (Ich kann diesen Leuten an dieser Stelle nur
viel Spaß dabei wünschen, wenn sie irgendwann einmal
als 300-jährige mit ihren gestohlenen Lebern und
Nieren in einer Nährlösung vor sich hin dümpeln.))
Klimaleugner-Typ 2:
Es handelt sich um Menschen und Organisationen, die
andere Menschen aktiv dahingehend beeinflussen, die
menschengemachte Klimaveränderung als Unfug abzutun.
In der Regel tun sie es, weil sie sich dafür von Typ 1
bezahlen lassen – entweder mit Geld oder mit Einfluss
oder mit gefühlter Wichtigkeit.
Es geht um Propagandisten und Vollstrecker.
Da sind z.B. irgendwelche Internet-Gurus, die
vorgeblich „Wissenschaft der Bewusstheit“ oder
„Ehrliches Mitteilen“ betreiben, unter diesem
Deckmäntelchen aber in Wirklichkeit ihren „Kunden“
Lügen unterzujubeln versuchen, die sie von der
Nichtexistenz der sich abzeichnenden (und bereits
stattfindenden) Katastrophe überzeugen sollen.
Gleichermaßen lassen sich einzelne Politiker oder
ganze politische Parteien (von Typ 1) korrumpieren,
die die Klimaleugnung propagieren und ein Programm
durchzusetzen versuchen, welches die faktischen
Entwicklungen schlichtweg ausblendet. Es kann sich bei
Typ 2 auch um Popstars, Schriftsteller oder andere
Künstler handeln, die gezielt Unwahrheiten unters (vor
allem junge) Volk zu bringen versuchen. Es können auch
Firmenbosse oder sogar Vertreter von Religionen bzw.
Pseudoreligionen sein.
Bei all diesen Leuten handelt es sich um die
armseligsten Figuren in diesem ganzen Reigen der
Klimaleugner. Man könnte sie auch als die
Prostituierten der Klimaleugnung bezeichnen: Sie verkaufen
sowohl ihren Verstand als auch ihr Gewissen. Ihr
Verstand würde ihnen sagen, dass sie mit ihrem Tun
gegen ihr eigenes Interesse handeln, denn am Ende
werden sie nicht zu den Profiteuren des Typs 1
gehören. Ihr Gewissen würde ihnen sagen, dass sie sich
für fremde Interessen einspannen lassen – und dafür
sogar ihre eigenen Kinder vor die Hunde gehen lassen.
Es mag sogar sein, dass manche dieser Propagandisten
ehrlich überzeugt von ihren eigenen Botschaften sind.
In diesem Falle gehören sie zum ...
Klimaleugner-Typ 3:
Hierbei handelt es sich um die zahlenmäßig größte
Gruppe. Es sind Menschen, die nicht die Zeit oder die
Möglichkeit haben, die faktischen Zusammenhänge der
Klimaerwärmung nachzuvollziehen. Es handelt sich um
Menschen, die natürlich an einer rosigen Zukunft
interessiert sind, deren alltäglicher Lebenskampf
(Arbeit, Krankheit, persönliche Krisen) ihnen aber
nicht genug Energie übrig lässt, um sich auch noch
damit zu beschäftigen. Häufig genug sind es aber auch
Menschen, die einfach zu bequem dazu sind. Oder auch
Menschen, die Angst vor der Realität haben. Allen
gemeinsam ist, dass sie das Denken an andere
abgeben – und zwar vorzugsweise an jene, die
keine anstrengenden Botschaften für sie parat halten.
Diese große Mehrheit mag zwar reinen Gewissens sein
(denn sie möchten ja nur das Beste), aber sie
haben ihren Verstand ausgeschaltet, weil der
dafür benötigte Aufwand ihnen das nicht wert ist.
Zurück zur Metapher:
Typ 1 weiß um das Loch im Boot, glaubt aber,
die Hand auf einem Rettungsboot zu haben. Bis zum
Untergang möchte er die anderen noch gehörig
ausnehmen. Womöglich hat er das Loch selbst gebohrt.
(kein Gewissen)
Typ 2 hat Hunger und macht für ein paar
Extrabananen Stimmung für Typ 1. Retten wird ihn das
nicht. (kein Verstand und kein Gewissen)
Typ 3 ist von dem Geschrei, das Typ 2 veranstaltet, überfordert und gibt sich auf. (kein Verstand)
Guter Haushälter und Verrückter
Es ist bzw. war gut und richtig, in der letzten
Zeit einen Großteil meiner Aufmerksamkeit auf dieses
eher materiell ausgerichtete Projekt gelenkt zu
haben. Ich merke, wie es mich zentriert und erdet,
wie es mir Kraft und innere Ruhe gibt. Ich rechne es
der Sphäre des Guten Haushälters zu.
Dennoch: Es ist an der Zeit, andere Prioritäten zu
setzen. Das heißt nicht, dass ich damit aufhören
werde, aber es ist wichtig, die Kirche im Dorf zu
lassen und den Blick wieder etwas über den
Tellerrand zu lenken. Es geht darum, zusätzliche
Perspektiven zu entwickeln. Ansonsten würde diese
Unternehmung in die Sphäre des Verrückten
abgleiten.
Ein Argument, das gegen einen menschengemachten Klimawandel spricht
Neulich bei einem Gespräch stand folgende Feststellung im Raum:
„Die Atmosphäre besteht nur zu 0,04% (400
ppm) aus Kohlendioxid (CO2).
Selbst also wenn sich dieser Gehalt verdoppeln oder gar verdreifachen würde, dann wäre er immer noch so gering, dass er keine Auswirkungen auf das Klima haben könnte.“
Faktencheck:
Die Erde ist 150 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Aufgrund dieser Entfernung sollte auf der Erde eigentlich eine Durchschnittstemperatur von minus 18°C herrschen. Sie wäre also unbewohnbar. Tatsächlich herrschen auf diesem Planeten aber durchschnittliche 15°C, was der Atmosphäre zu verdanken ist. Sie wirkt wie ein schützendes Tuch, das die von der Erdoberfläche abgestrahlte Wärme zurückhält. Dies ist der so genannte natürliche Treibhauseffekt.
De facto funktioniert er so, dass Sonnenlicht beim Auftreffen auf die Erdoberfläche als Infrarotstrahlung (IR) wieder reflektiert und Richtung Weltall abgestrahlt wird. (IR-Strahlung ist auch bekannt als „Wärmestrahlung“ wie sie etwa Kachelöfen im Winter als „angenehme Wärme“ abstrahlen.) Auf ihrem Weg zurück ins All versetzt diese Strahlung Luftmoleküle in Bewegung. Und diese als molekulare Bewegung gespeicherte Energie ist es dann, was wir „erhöhte Temperatur“ nennen.
Die Atmosphäre besteht vor Allem aus Stickstoff (N2; Anteil von 78% ), und aus Sauerstoff (O2; 21%) und dem Edelgas Argon (Ar; ca. 1%). Desweiteren gibt es darin noch weitere Edelgase (Helium, Krypton, Xenon), Wasserdampf (H2O), Stickoxide (NOx), Ozon (O3) und andere. Und eben auch Kohlendioxid mit seinen 0,04%. Das ist nicht besonders viel und stützt die These, dass Kohlendioxid zu unbedeutend ist, um die Ursache für irgendwelche Klimakatastrophen sein zu können.
Weiter:
Um die Energie der ins All abwandernden IR-Strahlung zu absorbieren oder einzufangen, muss das Gasmolekül ein so genanntes veränderliches elektrisches Dipolmoment ausbilden können - also ein positiv geladenes und ein negativ geladenes Ende besitzen, deren Lage bzw. Stärke sich im Verlauf einer Bewegung (Drehung oder Schwingung) ändern.
Das ist deshalb notwendig, weil IR-Strahlung
elektromagnetische Strahlung ist (genau wie
Röntgen-, Mikrowellen-, Radio oder UV-Strahlung
auch), die aus wandernden elektrischen Feldern
besteht und deshalb mit elektrischen Dipolen
interagiert. Diese veränderlichen Dipole
dienen dann als Antennen, die die Energie dieser
Strahlung aufnehmen. Mehr noch: Da
IR-Strahlung einen bestimmten Frequenzbereich
aufweist, muss die entsprechende Antenne auch in
genau diesem Frequenzbereich angeregt werden
können - genau so, wie man die Antenne eines
Radios auf eine bestimmte Senderfrequenz
einstellt.
Um einen Dipol auszubilden muss das Molekül aus
mindestens zwei unterschiedlichen chemischen
Elementen zusammengesetzt sein, was bewirkt, dass
die Ladungen im Molekül nicht gleichmäßig verteilt
sind.
Die Moleküle des Sauerstoffs und Stickstoffs (O2 und N2) bestehen aus jeweils zwei Atomen des gleichen Elements (nämlich O und N). Argon besteht sogar nur aus einem einzigen Argon-Atom. Sie alle verfügen deshalb über keinerlei Dipolmoment und können folglich auch keine IR-Strahlung absorbieren. Das sind 99% der Atmosphärengase!
Anders ist es beim Kohlendioxid: Es besteht aus zwei verschiedenen Elementen (nämlich Kohlenstoff C und Sauerstoff O). Es kann deshalb einen Dipol entwickeln und ist im Gegensatz zu den allermeisten anderen Atmosphärengasen dazu in der Lage, IR-Strahlung zu absorbieren: Seine Moleküle lassen sich genau im fraglichen Frequenzbereich zu Schwingungen anregen. CO2 ist eine perfekte IR-Antenne.
(Das gleiche Prinzip kennt eigentlich auch jeder schon von seinem Mikrowellenofen:
In solch einem Ofen kann
man nur Materialien erwärmen, die einen gewissen
Wasseranteil besitzen. Sind sie komplett
wasserfrei, passiert dort gar nichts. Das liegt
daran, dass Wassermoleküle (die aus den zwei
Elementen Wasserstoff und Sauerstoff bestehen)
bei einer bestimmten vom Ofen produzierten
Frequenz im Mikrowellenbereich in Bewegung
(Drehung) versetzt werden und damit ihre
Umgebung aufheizen. Wasser ist eine perfekte
Mikrowellen-Antenne. Die meisten anderen
Materialien sind es nicht.)
Von den vielen Gasen in der Atmosphäre ist nur ein ganz kleiner Teil dazu fähig, die Energie der IR-Strahlung zu absorbieren. Und nur diese paar Gase sind dafür verantwortlich, dass die Durchschnittstemperatur der Erde aktuell 15°C und nicht ‒18°C beträgt. Den größten Anteil daran trägt das Kohlendioxid.
Fazit:
Obwohl der Anteil von Kohlendioxid in der Atmosphäre winzig anmutet, ist er definitiv dazu in der Lage, sehr große Wirkung zu zeigen.
Von daher wäre es nicht verwunderlich, dass eine Erhöhung des CO2-Gehalts der Atmosphäre eine massive und sogar katastrophale Temperaturerhöhung mit sich brächte.
Vor dem Jahre 1750, also vor Beginn der Industrialisierung betrug der CO2-Gehalt der Atmosphäre stabil ca. 280 ppm.
Im Jahre 1960 betrug er bereits ca. 315
ppm.
Jetzt, im Jahr 2026 sind wir bei 430 ppm, Tendenz steigend.
Das letzte Mal lag der Kohlendioxid-Gehalt bei diesem Wert vor 14 Millionen Jahren. Damals lag die Temperatur 4 bis 7 °C über der heutigen und der Meeresspiegel 20 bis 40 Meter über dem aktuellen Niveau.
Da die globale Aufheizung mit einer entsprechenden Verzögerung auftritt (ähnlich wie ein Tanker, der zeitversetzt auf Steuerung reagiert), kann man sich ausmalen, was in den kommenden Jahren auf diesem Planeten passieren wird, wenn der CO2-Ausstoß nicht radikal gesenkt (sondern sogar noch erhöht) wird.
Selbstverstärkung
Unbewusst kenne ich meinen Fehler. Genauso
unbewusst umgebe ich mich mit Menschen bzw.
suche sie sogar auf, die den gleichen Fehler
besitzen, womöglich sogar in noch stärkerem Maße
als ich. In Extremfällen bin ich sogar ganz
vernarrt in solch einen Menschen.
Die Ursache für dieses Verhalten ist ganz
simpel: Ich verschaffe mir auf diesem Weg eine
Möglichkeit, mir selbst diesen Fehler zu
verzeihen und ihn mir sogar schönzureden.
Dadurch muss ich mich dann nicht weiter damit
auseinandersetzen.
Statt ihn zu beheben und dadurch meinem Leben
eine neue, produktivere Richtung zu geben,
verstärke ich auf diese Weise den Fehler selbst.
Ich schaffe mir eine Blase.
Das Gleiche passiert übrigens auch, wenn
irgendein Algorithmus im Internet anfängt, meine
Vorlieben und Meinungen zu bedienen und
entsprechende Seiten, Videos, Artikel empfiehlt.
Am Ende glaube ich, dass die ganze Welt meiner
Meinung ist und wundere mich dann, wenn dem in
der Realität nicht so ist. In solchen
Momenten können dann Gefühle wie Ungeduld,
Frustration, Hass und sogar Aggressivität
entstehen.
Die "vieja metiche" und der "alte Sack"
Der Begriff "vieja metiche" stammt aus
dem Spanischen. Er beschreibt eine alternde
Frau, die sich ständig um das Leben anderer
Menschen kümmert, darüber spricht, darin
herumrührt und sich ungefragt einmischt. Man
trifft sie in Freundeskreisen, Familien,
Kollegien, Vereinen. Die Ursache für dieses
Verhalten liegt darin begründet, dass sie ihr
eigenes Leben zunehmend als sinnlos, leer und
langweilig empfindet - und nun das Leben der
Anderen hernimmt, um sich selbst Wichtigkeit
beizumessen.
Der "alte Sack" ist ein alternder
Mann, der ständig ungefragt seine Meinung
dahingehend kundtut, wie schlimm, kaputt,
verrottet und verachtungswürdig diese
Gesellschaft sei. Schuld daran seien stets die
EU, die Umweltschützer, die Ausländer, die
Schwulen, die Wissenschaftler. Man trifft ihn
an Bushaltestellen, in Wartezimmern, in
Kneipen, im Internet. Die Ursache für dieses
Verhalten liegt in der Unfähigkeit begründet,
sein eigenes Leben konstruktiv zu gestalten -
dies aber auch den Anderen nicht gönnt, denn
sie erinnern ihn schmerzlich daran.
Mit beiden Persönlichkeitstypen habe ich hin
und wieder zu tun.
Die Welt ist immer genau das, was die
einzelnen Menschen aus ihrem eigenen Leben
machen.
Ungeduld 3
Gerade wieder beobachte ich den
prinzipiellen Unterschied zwischen einer
Unternehmung, deren Ausgang ich selbst
(komplett) in der Hand habe, und einer
Unternehmung, deren Ausgang auch vom
Verhalten anderer Menschen abhängt.
Bei letzterer stellt sich an einem gewissen
Punkt immer eine Art Unwohlsein und
Gehetztheit ein. Ich finde dann keine Ruhe
und kann die Dinge auch nicht genießen bzw.
in ihrer ganzen Tiefe wahrnehmen und
wertschätzen. Alle Wahrnehmungen bleiben in
diesem Zustand oberflächlich und
unbefriedigend.
Das ist kein neues Phänomen bei mir. Neu
ist eher die Erkenntnis, dass auch hier
wieder Ungeduld die Ursache ist. Ich schaffe
es offensichtlich nicht, mich zurück zu
lehnen und dem Erfolg (oder auch Misserfolg)
eines Projektes seinen freien Lauf zu
lassen. Vielmehr glaube ich, für alles
verantwortlich zu sein und notfalls
nachhelfen zu sollen. Und da das nicht
klappen kann (weil es ja nicht nur von mir
abhängt), entsteht ein Misston in meinem
Erleben.
Das kann jede Art von Unternehmung
betreffen: privat, beruflich,
gesellschaftlich. Aktuell tut es das auf
allen Ebenen.
Ungeduld 2
Anhand mindestens zweier aktueller
Erlebnisstränge stoße ich auf eine
Erkenntnis, die mir immer klarer wird:
Ich neige dazu, auch dann meinem Glück
nachhelfen zu wollen, wenn es bereits vor
der Tür steht. Es handelt sich um das
Laster der Ungeduld. Aus dieser Haltung
heraus beging ich in der Vergangenheit
stets meine größten Fehler. Zum Teil waren
es Fehler, die nicht mehr korrigierbar
waren, und die ich im Nachhinein als
verpasste Chancen betrauerte.
Was da helfen würde, wäre die
Bereitschaft, den Dingen ihren Lauf zu
lassen und sie einfach nur zu beobachten -
und zu genießen. Es ist im Endeffekt eine
Frage der Demut. Somit ist Ungeduld nichts
anderes als Hochmut.
Petrokapitalismus
Vermutlich lacht man sich in der
gesamten Galaxie gerade scheckig über
diesen Planeten und seine Bewohner:
Dass man allen Ernstes so dumm sein
kann, den mühsam von der Natur in
Jahrmilliarden in die Erdkruste
eingelagerten Kohlenstoff binnen einiger
Jahrzehnte zur "Energiegewinnung" in die
Atmosphäre zu blasen, ohne auf die
Folgen zu schauen. Und das alles nur,
damit einige Individuen und
Interessengrüppchen sich persönlich
bereichern können. Sogar Kriege werden
aus diesem Grunde geführt - bis hin zur
Androhung der Vernichtung ganzer
Zivilisationen.
Immerhin in China scheint man erkannt
zu haben, dass alternative Energieformen
nicht nur strategisch klüger und
umweltschonender sind, sondern
inzwischen auch billiger. Allein aus
diesem Grunde kann man getrost sagen,
dass China noch am ehesten als Land der
Zukunft bezeichnet werden kann. Der
petrokapitalistische Sack, in dem die
beiden Weltmächte des letzten
Jahrhunderts (die USA und Russland)
sitzen, dürfte bald zugezogen werden.
Ehrlichkeit
Um zu anderen Menschen ehrlich sein
zu können, muss ich zu mir selbst
ehrlich sein. Sonst kommt es zu
Missverständnissen und
Fehlentwicklungen.
Meditation
Die tägliche Meditation findet
stets zur gleichen Tageszeit und
unter den gleichen Umständen statt.
Aber jedes Mal ist sie anders.
Freude, Angst, Gehetztheit, Aufbruchstimmung, Gelassenheit, Müdigkeit u.v.m.: Stets schiebt sich ein anderer "Akteur" in den Vordergrund und paradiert da vor meinen Augen. So als wäre ich ein Laufsteg der Befindlichkeiten.
Auflösung durch Gelassenheit
Bedingt durch gewisse aktuelle
Entwicklungen finde ich mich in
diesen Tagen in einem Zustand
wieder, den ich aus vergangenen
Jahrzehnten bereits ziemlich gut
kenne. Es ist, als wäre ich in
einer Zeitmaschine mehrere
Jahrzehnte zurück in die
Vergangenheit gereist. Und das
macht sich sowohl emotional als
auch körperlich bemerkbar.
Zwischendurch kommen Ängste auf,
ich könnte in einem ewigen
Karussell gefangen sein, aus dem
es kein Entrinnen gibt und in dem
sich die Dinge ständig
wiederholen.
Dann aber wieder fällt mir auf,
dass sich eben doch etwas
verändert hat. Aber was? Die
Umstände sind es jedenfalls nicht.
Ich bin zwar etwas älter geworden,
aber ansonsten sind die
Rahmenbedingungen denen der
Vergangenheit sehr, sehr ähnlich.
Nein, was sich wirklich geändert
hat, ist meine Einstellung zu
dieser Angelegenheit. Ich fühle
mich nicht mehr dazu
herausgefordert, das Absonderliche
an der Sache "in den Griff" zu
bekommen, sondern schaffe es
besser als damals, das Ganze
einfach nur staunend zu betrachten
und geschehen zu lassen.
Es könnte sein, dass dies der
geeignete Weg ist, diese Sache zu
einem friedvollen Ende zu bringen.
Ungeduld
In diesen Tagen begegne ich
wieder meiner alten Bekannten,
der Ungeduld.
Das äußert sich darin, dass ich
eben noch Freude darüber
empfinde, nun dies oder jenes zu
tun, mich im nächsten Moment
aber dabei erwische, wie ich
mich schlecht fühle (bis hin zu
körperlichen Symptomen), weil
ich etwas anderes nicht
gleichzeitig machen kann.
Es ist ein Gefühl des
Verlorenseins in einem
Überangebot an Aktivität bzw. in
dem Anspruch, alle möglichen
Dinge erledigen zu wollen. Das
mündet dann nicht selten in
Verwirrung, Enttäuschung,
Unwohlsein, Frustration - alles
aber unterschwellig, ohne dass
es ganz direkt greifbar wäre.
Ich nenne dies eine "alte
Bekannte", denn so weit ich mich
erinnern kann, war ich bereits
als Kind und Jugendlicher so
veranlagt - zumindest mehr als
etwa mein Bruder oder andere
Kinder, mit denen ich zu tun
hatte. Und auch damals litt ich
zeitweise darunter, denn ich
erfuhr durch diese Eigenschaft
nicht selten Ablehnung - ganz
abgesehen von meiner eigenen
Aufgewühltheit und Frustration
angesichts irgendwelcher Dinge,
die ich tun wollte, aber nicht
konnte.
Es läuft darauf hinaus, den
Gegenspieler dieser Ungeduld,
die Geduld zu üben.
In diesem Sinne merke ich immer
wieder (und so auch jetzt, wo
der Frühling beginnt), dass eine
gute diesbezügliche Methode das
Gärtnern ist. Hier kann ich
durch nichts das Wachstum
beschleunigen. Es ist wie es
ist. Mehr noch: Ich sehe ganz
direkt die Schäden, die ich
anrichte, wenn ich getrieben von
Ungeduld zu viel des Guten tue.
Da ist die Natur der perfekte
Lehrmeister.
Der Verstand
Vögel haben Flügel, damit sie
fliegen können. Haie besitzen
nachwachsende Zähne, damit sie
stets für die Jagd bereit sein
können. Stabschrecken besitzen
eine perfekte Tarnung, um im
Dschungel zu bestehen.
Jedes Lebewesen besitzt eine
besondere Eigenschaft, die es
befähigt, sein ganz besonderes
Leben zu führen.
Und was besitzt der Mensch?
Der Mensch besitzt seinen
Verstand. Das stark
entwickelte Denken (und die
damit eng verbundene Sprache)
ist das, was ihn von seinen
planetaren Mitbewohnern
unterscheidet. Es ist kein
fundamentaler Unterschied,
denn auch Tiere können denken.
Es ist eher ein quantitativer
Unterschied: Menschen denken
mehr und intensiver als Tiere.
So wie etwa Menschen auch
Zähne haben, aber eben nicht
so viele und so gute wie Haie.
Nun beobachte ich folgendes:
Es gibt Strömungen, vor Allem
in der sich selbst so
nennenden "spirituellen"
Szene, die dazu übergegangen
sind, den Verstand zu
verteufeln. Er wird als Wurzel
allen Übels festgemacht, als
Sündenbock für alles, was
schief läuft. Da wird an
Techniken gefeilt, wie man
seinen Verstand ausschalten
könnte, da werden Situationen
inszeniert, um den Verstand zu
diskreditieren, da werden
Menschen ins Lächerliche
gezogen, die versuchen, ihren
Verstand richtig zu benutzen.
Auch mich beeindruckten
derartige Theorien zeitweise.
Schließlich bieten sie eine
einfache Lösung: Wenn etwas
nicht so läuft wie gewünscht,
dann werfe ich es einfach weg.
Der Punkt ist jedoch: Kein
Vogel käme auf die Idee, sich
die Flügel abzuschneiden, nur
weil er einmal aus Versehen
gegen einen Baum geflogen oder
falsch gelandet ist. Kein Hai
käme auf die Idee, sich die
Zähne ziehen zu lassen, nur
weil ihm ein Opfer entwischt
ist. Jede Fähigkeit, die die
Natur ihren Geschöpfen
(darunter auch uns Menschen)
übereignet hat, ist nicht
perfekt, sondern soll geübt
und ihr Gebrauch verfeinert
werden.
So auch der Verstand.
Ich habe mich in der
Vergangenheit viel zu sehr mit
der Dümmlichkeit derer
auseinandergesetzt, die den
Verstand als Fluch betrachten.
Natürlich kenne ich die
Schleifen des Verstandes,
seine Selbstverstärkung bei
sinnlosen Angelegenheiten,
sein Geblähtsein, seine
Wichtigtuerei, seine Irrwege.
Aber gerade deshalb ist es
wichtig, zu lernen, meinen
Verstand richtig zu
gebrauchen. Ansonsten
werde ich nie ein richtiger
Mensch sein.
Was ist Freude?
Als wir vereinbart hatten,
dass ich dieses zusätzliche
Arbeitspensum übernehmen
würde, freute ich mich
darauf. Auf die neuen
Erfahrungen, auf die
Abwechslung.
Als wir diese Vereinbarung
nun bereits im Vorfeld doch
wieder strichen, weil die
gesamten Umstände sich
geändert hatten, empfand ich
wieder Freude. Auf die
gewonnene Zeit und die damit
verbundenen Möglichkeiten.
Es ist schon seltsam, das
mit der Freude!
Traum vom Vertrauen
Ich befinde mich
(zusammen mit M.) in
einem Flugzeug. Es ist
kein gewöhnliches
Flugzeug, eher eine
Wohnung, eine sehr große
Wohnung. Wir befinden
uns auf einem
Langstreckenflug, der
uns in ein fernes Land,
zu einem neuen Wohnort
bringt. Wir sind die
einzigen an Bord und
ganz auf uns alleine
gestellt. Bei mir stellt
sich ein zwiespältiges
Gefühl ein:
Es ist mir einerseits
unwohl dabei, dass es in
dieser Situation nur uns
und das Flugzeug gibt,
das selbstständig zu
fliegen scheint. Wir
haben keine Möglichkeit,
das Flugzeug zu lenken
oder zu beeinflussen.
Andererseits verspüre
ich ein sehr tiefes
Urvertrauen, dass alles
gut so ist, wie es ist,
und dass das Flugzeug
uns sicher an unseren
Bestimmungsort bringen
wird. Dieses Urvertrauen
erreicht seinen
Höhepunkt, als ich
bemerke, dass wir
bereits landen und aus
dem Fenster Lichter
unserer Zielstadt
erblicke. Freude stellt
sich ein.
...
Das Flugzeug steht für
die "Reise des Lebens",
also für das Lebens
selbst. Der Traum
behandelt das Thema der
Angst angesichts von
Entwicklungen, die ich
nicht beeinflussen kann,
die aber dennoch
existenziell sind. Dazu
zählen etwa weltpolitische
Verwerfungen, alltägliche
Bedrohungen bis hin zu
gesundheitlichen Gefahren
wie Krankheiten und auch
die Aussicht darauf, alt
und gebrechlich zu werden.
Die meisten dieser Dinge
kann ich nicht verändern
oder beeinflussen. Deshalb
ist es müßig, dagegen
anzukämpfen - und davor
Angst zu haben. Was mir
bleibt, ist auf das
Urvertrauen ins Leben
selbst zu setzen.
Der Niedergang einer Weltmacht
Geradezu im Zeitraffer
kann man in diesen Tagen
den Niedergang der
größten Weltmacht der
Gegenwart beobachten. Es
ist eine wirklich
spannende Zeit!
Die Rede ist natürlich
von den USA, die gerade
dabei sind, ihre Macht
zu verspielen. Dies ist
vor Allem deshalb
möglich, weil die
entscheidenden Akteure
in diesem Land ganz
offensichtlich nicht
verstanden haben, worauf
die Sonderstellung ihres
Landes in der Welt
während der letzten
Jahrzehnte wirklich
beruhte.
Offensichtlich wird da
geglaubt, es wären in
erster Linie
militärische und
wirtschaftliche
Fähigkeiten gewesen, die
den USA die
Vormachtstellung
ermöglicht hätten. Und
ja: In gewisser Weise
spielten (und spielen)
diese Dinge eine Rolle
bei der Machtausübung.
Aber beide sind
lediglich Werkzeuge und
keine Ursachen, beruhen
sie ihrerseits noch auf
etwas ganz Anderem, viel
Wichtigerem:
Seit Jahrhunderten
waren die USA mit ihrem
Versprechen von
Freiheit, Recht und
Toleranz der große
Leuchtturm für alle
Gedemütigten,
Verfolgten,
Tyrannisierten aber auch
Kreativen,
Unternehmungslustigen,
Optimisten dieser Welt.
Sie zog es in die USA
und sie waren es, die
mit Ihrer Begeisterung
für diese Gesellschaft
dazu beitrugen, die
amerikanische
Wirtschafts- und dann
auch Militärmacht
aufzubauen.
Ebenso war es pure
Sympathie für das
amerikanische
Gesellschaftsmodell,
welche die USA zum
Vorbild jener Leute in
fast allen Ländern der
Welt werden ließen, die
zwar nicht dorthin
auswanderten, jedoch die
amerikanischen Ideale in
ihren jeweiligen Ländern
zu leben versuchten.
Damit prägten sie ihre
Länder im amerikanischen
Sinne.
Gleichzeitig verstanden
es die USA stets, als
verlässlicher
Vertragspartner zu
gelten und auf diese
Weise Allianzen der
Rechtmäßigkeit zu
schmieden - Allianzen,
die es den USA
ermöglichten, den
Planeten zu führen ohne
ihn zu kujonieren.
In dieser Weise ent- und bestand das amerikanische Imperium aus Menschen und Völkern, die den USA bzw. ihrem Gesellschaftsmodell aus Sympathie und Freundschaft folgten und es weitertrugen.
So, und nur so
wurden die USA zur
Weltmacht.
Und das ändert sich
gerade ganz gehörig:
Angeführt von einem
überforderten
Präsidenten schlagen
sich die USA derzeit auf
die Seite jener Länder,
die mit Gewalt statt mit
Respekt "herrschen"
wollen, mit
Engstirnigkeit statt mit
Kompromiss, mit Angst
statt mit Freude. Zwar
wird diese Strategie
mittelfristig dazu
führen, dass die USA
sich in irgendeiner
kriegerischen Art und
Weise "mächtig" fühlen
dürfen, jedoch wird die
wahre Basis des Landes
zerstört.
So spielen die USA ab
jetzt in der Liga der
mittelmäßigen
Wadenbeißer mit, die
zwar viel Schaden
anrichten können, die
aber keine
zivilisatorische
Leuchtturmfunktion
haben.
Und damit sind die
USA in absehbarer Zeit
keine Weltmacht mehr.
Gefühle und Physis
Und da ist noch ein
weiterer Elefant im
Raum:
Immer wieder erlebe
ich es, dass
irgendeine körperliche
Lästigkeit (wie z.B.
letzthin eine
Krankheit) direkt
meine Gedankenwelt
beeinflusst. Dann
kommen pessimistische
Gedanken auf, ich
mache mir Sorgen um
dies und jenes und
gebe in der Folge auch
negative Äußerungen
von mir.
Gleichzeitig beobachte
ich auch, dass dieser
Veränderung der
Gedanken in
Wirklichkeit etwas
anderes voraus geht:
eine Veränderung
meiner Gefühle.
Pessimismus und Angst
sind ja primär
Gefühle, keine
Gedanken. Die kommen
erst danach, als
"pessimistische
Gedanken", "Sorgen"
usw..
Der springende Punkt
dabei ist: Zuerst
kommen die Gefühle und
dann kommen die
entsprechend
eingefärbten Gedanken.
Und den Gefühlen
wiederum ist die
physische Veränderung
vorgeschaltet
(Beispiel Krankheit).
"Ich" bin bei dieser
Betrachtungsweise eine
Abfolge von physischen
Veränderungen, dadurch
ausgelösten Gefühlen
und Gedanken, die am
Ende Taten bewirken
können.
Gedanken
sind Worte
Den gestrigen
Eintrag muss ich
korrigieren bzw.
ergänzen:
Gedanken sind
Worte. Die Software
meines Verstandes
ist die Sprache.
Wenn meine Gedanken
sich auf sinnvolle
Weise entwickeln,
dann bedienen sie
sich der Sprache.
Aber auch wenn meine
Gedanken sinnlos
kreisen, dann
verwenden sie für
ihr Geplapper die
Sprache. Ich kann
sie (z.B. beim
Meditieren) als
Worte wahrnehmen.
Und deshalb könnte
man hier einen neuen
Begriff einführen:
Gedankenworte.
Diese Erkenntnis
erscheint mit gerade
wie der Elefant, der
im Raume steht. Die
einzige
Unterscheidung, die
es hier noch gibt,
ist die zwischen
unausgesprochenen
Worten und
ausgesprochenen
Worten. Letztere
sind den Taten
zuzuordnen, erstere
den Gedanken.
Die Korrektur sieht
folglich so aus:
Gedanken und Worte
sind das Gleiche.
Sie sind aus dem
gleichen Holz
geschnitzt: der
Sprache.
Gedankenworte können
Taten bewirken.
Taten sind dann
umgesetzte
Gedankenworte.
Lüge
Gedanken werden zu
Worten, Worte werden
zu Taten.
Taten sind
materialisierte
Worte, Worte sind
ausgesprochene
Gedanken.
Lüge entsteht da,
wo diese Abfolge aus
irgendeinem Grund
gestört ist. Etwa
weil die Tat nicht
angemessen vollzogen
wird, weil keine
passenden Worte
gefunden werden,
weil eine Flut von
Ablenkungen den
Gedankengang
verwirrt. Lüge heißt
demnach also
gleichermaßen die
Lüge des
Selbstbetrugs durch
Gedanken, die Lüge
durch falsch
verwendete Worte,
die Lüge der
unreflektierten Tat.
Menschen, denen
dies geschieht, sehe
ich immer besser an,
wie es um sie steht.
Das betrifft
Arbeitskolleginnen
genau so wie
Präsidenten von
großen Ländern, den
Bäcker an der Ecke
oder einen so
genannten
"spirituellen
Lehrer". Ich erkenne
einfach, dass es da
einen Knacks in der
genannten Abfolge
gibt,
offensichtliche
Widersprüche im
Dasein.
Erkennen kann ich
es nur deshalb, weil
diese störanfällige
Abfolge auch in mir
selbst abläuft -
inklusive
eingebauter
Disharmonien,
sprich: Lügen.
Ausmaß und Relevanz
von Lügen
unterscheiden sich
aber sehr von Tag zu
Tag und eben auch
von Mensch zu
Mensch. Und diesen
Unterschied sollte
ich immer im Auge
behalten. Es ist
nämlich durchaus
etwas anderes, ob
mein Zahnarzt
vertrauenswürdig ist
(oder nicht) oder
die Sitznachbarin im
Bus. Zumindest in
der Regel.
Buße
In dem Buch über
den Talmud, das ich
gerade lese, wird
immer wieder die
Notwendigkeit
hervorgehoben, Buße
zu tun. Alte Bücher,
altmodische Sprache.
Gemeint ist damit
aber nicht, bei
einem Fehltritt in
Sack und Asche zu
gehen und sich zu
ducken wie ein
geprügelter Hund.
Gemeint ist
vielmehr, den
Fehltritt überhaupt
als solchen
anzuerkennen. Der
Rest, also das, was
man Läuterung oder
Heilung nennen
könnte, kommt von
alleine. Mitunter
sogar im selben
Augenblick.
Meister
Gestern lernte ich einen echten Meister kennen und bin sehr dankbar für diese Erfahrung. Bislang kannte ich lediglich einen anderen Meister, nämlich A..
Menschen dieser Art erkennt man daran, dass sie ihre Arbeit mit Ernsthaftigkeit angehen - und dass sie den anderen Menschen mit Brüderlichkeit begegnen ohne ihre Freiheit aufzugeben. Sie beherrschen sich selbst und wirken darin als Vorbilder. Sie sind lebendig durch und durch, und können lachen und schimpfen, dass die Wände wackeln - und alles dazwischen auch. Ihr Handwerk beherrschen sie perfekt - sei es als Elektroingenieur, Gärtner, Wirt.
Wie wohltuend anders sind sie als jene selbst ernannten Meister im Internet, die den Menschen dieses Planeten durch Eigenlob Kompetenzen vorgaukeln, ihnen Verhaltensweisen nahelegen und sogar politische Botschaften (zumeist autoritärer Natur) ins Ohr träufeln. Ich erkenne sie oft schon an ihrem hämischen Gehüstel, das sie selbst wohl als Lachen verstanden wissen wollen. Influencer.
In mir selbst erzeugt die Begegnung mit einem echten Meister die Rückbesinnung auf das Lebendige in mir - auf die Notwendigkeit mithin, keine Minute meines Lebens zu verschwenden.