Einschau Blog
Ungeduld 2
Anhand mindestens zweier aktueller Erlebnisstränge
stoße ich auf eine Erkenntnis, die mir immer klarer
wird:
Ich neige dazu, auch dann meinem Glück nachhelfen zu
wollen, wenn es bereits vor der Tür steht. Es handelt
sich um das Laster der Ungeduld. Aus dieser Haltung
heraus beging ich in der Vergangenheit stets meine
größten Fehler. Zum Teil waren es Fehler, die nicht
mehr korrigierbar waren, und die ich im Nachhinein als
verpasste Chancen betrauerte.
Was da helfen würde, wäre die Bereitschaft, den
Dingen ihren Lauf zu lassen und sie einfach nur zu
beobachten - und zu genießen. Es ist im Endeffekt eine
Frage der Demut. Somit ist Ungeduld nichts anderes als
Hochmut.
Petrokapitalismus
Vermutlich lacht man sich in der gesamten Galaxie
gerade scheckig über diesen Planeten und seine
Bewohner:
Dass man allen Ernstes so dumm sein kann, den
mühsam von der Natur in Jahrmilliarden in die
Erdkruste eingelagerten Kohlenstoff binnen einiger
Jahrzehnte zur "Energiegewinnung" in die Atmosphäre
zu blasen, ohne auf die Folgen zu schauen. Und das
alles nur, damit einige Individuen und
Interessengrüppchen sich persönlich bereichern
können. Sogar Kriege werden aus diesem Grunde
geführt - bis hin zur Androhung der Vernichtung
ganzer Zivilisationen.
Immerhin in China scheint man erkannt zu haben,
dass alternative Energieformen nicht nur strategisch
klüger und umweltschonender sind, sondern inzwischen
auch billiger. Allein aus diesem Grunde kann man
getrost sagen, dass China noch am ehesten als Land
der Zukunft bezeichnet werden kann. Der
petrokapitalistische Sack, in dem die beiden
Weltmächte des letzten Jahrhunderts (die USA und
Russland) sitzen, dürfte bald zugezogen werden.
Ehrlichkeit
Um zu anderen Menschen ehrlich sein zu können,
muss ich zu mir selbst ehrlich sein. Sonst kommt
es zu Missverständnissen und Fehlentwicklungen.
Meditation
Die tägliche Meditation findet stets zur
gleichen Tageszeit und unter den gleichen
Umständen statt. Aber jedes Mal ist sie anders.
Freude, Angst, Gehetztheit, Aufbruchstimmung, Gelassenheit, Müdigkeit u.v.m.: Stets schiebt sich ein anderer "Akteur" in den Vordergrund und paradiert da vor meinen Augen. So als wäre ich ein Laufsteg der Befindlichkeiten.
Auflösung durch Gelassenheit
Bedingt durch gewisse aktuelle Entwicklungen
finde ich mich in diesen Tagen in einem
Zustand wieder, den ich aus vergangenen
Jahrzehnten bereits ziemlich gut kenne. Es
ist, als wäre ich in einer Zeitmaschine
mehrere Jahrzehnte zurück in die Vergangenheit
gereist. Und das macht sich sowohl emotional
als auch körperlich bemerkbar.
Zwischendurch kommen Ängste auf, ich könnte
in einem ewigen Karussell gefangen sein, aus
dem es kein Entrinnen gibt und in dem sich die
Dinge ständig wiederholen.
Dann aber wieder fällt mir auf, dass sich
eben doch etwas verändert hat. Aber was? Die
Umstände sind es jedenfalls nicht. Ich bin
zwar etwas älter geworden, aber ansonsten sind
die Rahmenbedingungen denen der Vergangenheit
sehr, sehr ähnlich.
Nein, was sich wirklich geändert hat, ist
meine Einstellung zu dieser Angelegenheit. Ich
fühle mich nicht mehr dazu herausgefordert,
das Absonderliche an der Sache "in den Griff"
zu bekommen, sondern schaffe es besser als
damals, das Ganze einfach nur staunend zu
betrachten und geschehen zu lassen.
Es könnte sein, dass dies der geeignete Weg
ist, diese Sache zu einem friedvollen Ende zu
bringen.
Ungeduld
In diesen Tagen begegne ich wieder meiner
alten Bekannten, der Ungeduld.
Das äußert sich darin, dass ich eben noch
Freude darüber empfinde, nun dies oder jenes
zu tun, mich im nächsten Moment aber dabei
erwische, wie ich mich schlecht fühle (bis
hin zu körperlichen Symptomen), weil ich
etwas anderes nicht gleichzeitig machen
kann.
Es ist ein Gefühl des Verlorenseins in
einem Überangebot an Aktivität bzw. in dem
Anspruch, alle möglichen Dinge erledigen zu
wollen. Das mündet dann nicht selten in
Verwirrung, Enttäuschung, Unwohlsein,
Frustration - alles aber unterschwellig,
ohne dass es ganz direkt greifbar wäre.
Ich nenne dies eine "alte Bekannte", denn
so weit ich mich erinnern kann, war ich
bereits als Kind und Jugendlicher so
veranlagt - zumindest mehr als etwa mein
Bruder oder andere Kinder, mit denen ich zu
tun hatte. Und auch damals litt ich
zeitweise darunter, denn ich erfuhr durch
diese Eigenschaft nicht selten Ablehnung -
ganz abgesehen von meiner eigenen
Aufgewühltheit und Frustration angesichts
irgendwelcher Dinge, die ich tun wollte,
aber nicht konnte.
Es läuft darauf hinaus, den Gegenspieler
dieser Ungeduld, die Geduld zu üben.
In diesem Sinne merke ich immer wieder (und
so auch jetzt, wo der Frühling beginnt),
dass eine gute diesbezügliche Methode das
Gärtnern ist. Hier kann ich durch nichts das
Wachstum beschleunigen. Es ist wie es ist.
Mehr noch: Ich sehe ganz direkt die Schäden,
die ich anrichte, wenn ich getrieben von
Ungeduld zu viel des Guten tue. Da ist die
Natur der perfekte Lehrmeister.
Der Verstand
Vögel haben Flügel, damit sie fliegen
können. Haie besitzen nachwachsende Zähne,
damit sie stets für die Jagd bereit sein
können. Stabschrecken besitzen eine
perfekte Tarnung, um im Dschungel zu
bestehen.
Jedes Lebewesen besitzt eine besondere
Eigenschaft, die es befähigt, sein ganz
besonderes Leben zu führen.
Und was besitzt der Mensch?
Der Mensch besitzt seinen Verstand. Das
stark entwickelte Denken (und die damit
eng verbundene Sprache) ist das, was ihn
von seinen planetaren Mitbewohnern
unterscheidet. Es ist kein fundamentaler
Unterschied, denn auch Tiere können
denken. Es ist eher ein quantitativer
Unterschied: Menschen denken mehr und
intensiver als Tiere. So wie etwa Menschen
auch Zähne haben, aber eben nicht so viele
und so gute wie Haie.
Nun beobachte ich folgendes: Es gibt
Strömungen, vor Allem in der sich selbst
so nennenden "spirituellen" Szene, die
dazu übergegangen sind, den Verstand zu
verteufeln. Er wird als Wurzel allen Übels
festgemacht, als Sündenbock für alles, was
schief läuft. Da wird an Techniken
gefeilt, wie man seinen Verstand
ausschalten könnte, da werden Situationen
inszeniert, um den Verstand zu
diskreditieren, da werden Menschen ins
Lächerliche gezogen, die versuchen, ihren
Verstand richtig zu benutzen. Auch mich
beeindruckten derartige Theorien
zeitweise. Schließlich bieten sie eine
einfache Lösung: Wenn etwas nicht so läuft
wie gewünscht, dann werfe ich es einfach
weg.
Der Punkt ist jedoch: Kein Vogel käme auf
die Idee, sich die Flügel abzuschneiden,
nur weil er einmal aus Versehen gegen
einen Baum geflogen oder falsch gelandet
ist. Kein Hai käme auf die Idee, sich die
Zähne ziehen zu lassen, nur weil ihm ein
Opfer entwischt ist. Jede Fähigkeit, die
die Natur ihren Geschöpfen (darunter auch
uns Menschen) übereignet hat, ist nicht
perfekt, sondern soll geübt und ihr
Gebrauch verfeinert werden.
So auch der Verstand.
Ich habe mich in der Vergangenheit viel
zu sehr mit der Dümmlichkeit derer
auseinandergesetzt, die den Verstand als
Fluch betrachten. Natürlich kenne ich die
Schleifen des Verstandes, seine
Selbstverstärkung bei sinnlosen
Angelegenheiten, sein Geblähtsein, seine
Wichtigtuerei, seine Irrwege. Aber gerade
deshalb ist es wichtig, zu lernen, meinen
Verstand richtig zu gebrauchen.
Ansonsten werde ich nie ein richtiger
Mensch sein.
Was ist Freude?
Als wir vereinbart hatten, dass ich
dieses zusätzliche Arbeitspensum
übernehmen würde, freute ich mich
darauf. Auf die neuen Erfahrungen, auf
die Abwechslung.
Als wir diese Vereinbarung nun bereits
im Vorfeld doch wieder strichen, weil
die gesamten Umstände sich geändert
hatten, empfand ich wieder Freude. Auf
die gewonnene Zeit und die damit
verbundenen Möglichkeiten.
Es ist schon seltsam, das mit der
Freude!
Traum vom Vertrauen
Ich befinde mich (zusammen mit M.)
in einem Flugzeug. Es ist kein
gewöhnliches Flugzeug, eher eine
Wohnung, eine sehr große Wohnung.
Wir befinden uns auf einem
Langstreckenflug, der uns in ein
fernes Land, zu einem neuen Wohnort
bringt. Wir sind die einzigen an
Bord und ganz auf uns alleine
gestellt. Bei mir stellt sich ein
zwiespältiges Gefühl ein:
Es ist mir einerseits unwohl
dabei, dass es in dieser Situation
nur uns und das Flugzeug gibt, das
selbstständig zu fliegen scheint.
Wir haben keine Möglichkeit, das
Flugzeug zu lenken oder zu
beeinflussen.
Andererseits verspüre ich ein sehr
tiefes Urvertrauen, dass alles gut
so ist, wie es ist, und dass das
Flugzeug uns sicher an unseren
Bestimmungsort bringen wird. Dieses
Urvertrauen erreicht seinen
Höhepunkt, als ich bemerke, dass wir
bereits landen und aus dem Fenster
Lichter unserer Zielstadt erblicke.
Freude stellt sich ein.
...
Das Flugzeug steht für die "Reise des
Lebens", also für das Lebens selbst.
Der Traum behandelt das Thema der
Angst angesichts von Entwicklungen,
die ich nicht beeinflussen kann, die
aber dennoch existenziell sind. Dazu
zählen etwa weltpolitische
Verwerfungen, alltägliche Bedrohungen
bis hin zu gesundheitlichen Gefahren
wie Krankheiten und auch die Aussicht
darauf, alt und gebrechlich zu werden.
Die meisten dieser Dinge kann ich
nicht verändern oder beeinflussen.
Deshalb ist es müßig, dagegen
anzukämpfen - und davor Angst zu
haben. Was mir bleibt, ist auf das
Urvertrauen ins Leben selbst zu
setzen.
Der Niedergang einer Weltmacht
Geradezu im Zeitraffer kann man in
diesen Tagen den Niedergang der
größten Weltmacht der Gegenwart
beobachten. Es ist eine wirklich
spannende Zeit!
Die Rede ist natürlich von den USA,
die gerade dabei sind, ihre Macht zu
verspielen. Dies ist vor Allem
deshalb möglich, weil die
entscheidenden Akteure in diesem
Land ganz offensichtlich nicht
verstanden haben, worauf die
Sonderstellung ihres Landes in der
Welt während der letzten Jahrzehnte
wirklich beruhte.
Offensichtlich wird da geglaubt, es
wären in erster Linie militärische
und wirtschaftliche Fähigkeiten
gewesen, die den USA die
Vormachtstellung ermöglicht hätten.
Und ja: In gewisser Weise spielten
(und spielen) diese Dinge eine Rolle
bei der Machtausübung. Aber beide
sind lediglich Werkzeuge und keine
Ursachen, beruhen sie ihrerseits
noch auf etwas ganz Anderem, viel
Wichtigerem:
Seit Jahrhunderten waren die USA
mit ihrem Versprechen von Freiheit,
Recht und Toleranz der große
Leuchtturm für alle Gedemütigten,
Verfolgten, Tyrannisierten aber auch
Kreativen, Unternehmungslustigen,
Optimisten dieser Welt. Sie zog es
in die USA und sie waren es, die mit
Ihrer Begeisterung für diese
Gesellschaft dazu beitrugen, die
amerikanische Wirtschafts- und dann
auch Militärmacht aufzubauen.
Ebenso war es pure Sympathie für
das amerikanische
Gesellschaftsmodell, welche die USA
zum Vorbild jener Leute in fast
allen Ländern der Welt werden
ließen, die zwar nicht dorthin
auswanderten, jedoch die
amerikanischen Ideale in ihren
jeweiligen Ländern zu leben
versuchten. Damit prägten sie ihre
Länder im amerikanischen Sinne.
Gleichzeitig verstanden es die USA
stets, als verlässlicher
Vertragspartner zu gelten und auf
diese Weise Allianzen der
Rechtmäßigkeit zu schmieden -
Allianzen, die es den USA
ermöglichten, den Planeten zu führen
ohne ihn zu kujonieren.
In dieser Weise ent- und bestand das amerikanische Imperium aus Menschen und Völkern, die den USA bzw. ihrem Gesellschaftsmodell aus Sympathie und Freundschaft folgten und es weitertrugen.
So, und nur so wurden die USA
zur Weltmacht.
Und das ändert sich gerade ganz
gehörig:
Angeführt von einem überforderten
Präsidenten schlagen sich die USA
derzeit auf die Seite jener Länder,
die mit Gewalt statt mit Respekt
"herrschen" wollen, mit
Engstirnigkeit statt mit Kompromiss,
mit Angst statt mit Freude. Zwar
wird diese Strategie mittelfristig
dazu führen, dass die USA sich in
irgendeiner kriegerischen Art und
Weise "mächtig" fühlen dürfen,
jedoch wird die wahre Basis des
Landes zerstört.
So spielen die USA ab jetzt in der
Liga der mittelmäßigen Wadenbeißer
mit, die zwar viel Schaden anrichten
können, die aber keine
zivilisatorische Leuchtturmfunktion
haben.
Und damit sind die USA in
absehbarer Zeit keine Weltmacht
mehr.
Gefühle und Physis
Und da ist noch ein weiterer
Elefant im Raum:
Immer wieder erlebe ich es, dass
irgendeine körperliche Lästigkeit
(wie z.B. letzthin eine Krankheit)
direkt meine Gedankenwelt
beeinflusst. Dann kommen
pessimistische Gedanken auf, ich
mache mir Sorgen um dies und jenes
und gebe in der Folge auch
negative Äußerungen von mir.
Gleichzeitig beobachte ich auch,
dass dieser Veränderung der
Gedanken in Wirklichkeit etwas
anderes voraus geht: eine
Veränderung meiner Gefühle.
Pessimismus und Angst sind ja
primär Gefühle, keine Gedanken.
Die kommen erst danach, als
"pessimistische Gedanken",
"Sorgen" usw..
Der springende Punkt dabei ist:
Zuerst kommen die Gefühle und dann
kommen die entsprechend
eingefärbten Gedanken. Und den
Gefühlen wiederum ist die
physische Veränderung
vorgeschaltet (Beispiel
Krankheit).
"Ich" bin bei dieser
Betrachtungsweise eine Abfolge von
physischen Veränderungen, dadurch
ausgelösten Gefühlen und Gedanken,
die am Ende Taten bewirken können.
Gedanken sind
Worte
Den gestrigen Eintrag muss ich
korrigieren bzw. ergänzen:
Gedanken sind Worte. Die
Software meines Verstandes ist
die Sprache. Wenn meine Gedanken
sich auf sinnvolle Weise
entwickeln, dann bedienen sie
sich der Sprache. Aber auch wenn
meine Gedanken sinnlos kreisen,
dann verwenden sie für ihr
Geplapper die Sprache. Ich kann
sie (z.B. beim Meditieren) als
Worte wahrnehmen. Und deshalb
könnte man hier einen neuen
Begriff einführen:
Gedankenworte.
Diese Erkenntnis erscheint mit
gerade wie der Elefant, der im
Raume steht. Die einzige
Unterscheidung, die es hier noch
gibt, ist die zwischen
unausgesprochenen Worten und
ausgesprochenen Worten. Letztere
sind den Taten zuzuordnen,
erstere den Gedanken.
Die Korrektur sieht folglich so
aus:
Gedanken und Worte sind das
Gleiche. Sie sind aus dem
gleichen Holz geschnitzt: der
Sprache. Gedankenworte können
Taten bewirken. Taten sind dann
umgesetzte Gedankenworte.
Lüge
Gedanken werden zu Worten,
Worte werden zu Taten.
Taten sind materialisierte
Worte, Worte sind ausgesprochene
Gedanken.
Lüge entsteht da, wo diese
Abfolge aus irgendeinem Grund
gestört ist. Etwa weil äußere
Zwänge die Tat verhindern, weil
Mundverbote die Aussprache
verunmöglichen, weil eine Flut
von Ablenkungen den Gedankengang
stört. Lüge heißt demnach also
gleichermaßen die Lüge des
Selbstbetrugs durch Gedanken,
die Lüge durch falsch verwendete
Worte, die Lüge der
unreflektierten Tat.
Menschen, denen dies geschieht,
sehe ich immer besser an, wie es
um sie steht. Das betrifft
Arbeitskolleginnen genau so wie
Präsidenten von großen Ländern,
den Bäcker an der Ecke oder
einen so genannten "spirituellen
Lehrer". Ich erkenne einfach,
dass es da einen Knacks in der
genannten Abfolge gibt,
offensichtliche Widersprüche im
Dasein.
Erkennen kann ich es nur
deshalb, weil diese
störanfällige Abfolge auch in
mir selbst abläuft - inklusive
eingebauter Disharmonien,
sprich: Lügen.
Ausmaß und Relevanz von Lügen
unterscheiden sich aber sehr von
Tag zu Tag und eben auch von
Mensch zu Mensch. Und diesen
Unterschied sollte ich immer im
Auge behalten. Es ist nämlich
durchaus etwas anderes, ob mein
Bankier vertrauenswürdig ist
(oder nicht) oder die
Sitznachbarin im Bus. Zumindest
in der Regel.
Buße
In dem Buch über den Talmud,
das ich gerade lese, wird immer
wieder die Notwendigkeit
hervorgehoben, Buße zu tun. Alte
Bücher, altmodische Sprache.
Gemeint ist damit aber nicht,
bei einem Fehltritt in Sack und
Asche zu gehen und sich zu
ducken wie ein geprügelter Hund.
Gemeint ist vielmehr, den
Fehltritt überhaupt als solchen
anzuerkennen. Der Rest, also
das, was man Läuterung oder
Heilung nennen könnte, kommt von
alleine. Mitunter sogar im
selben Augenblick.
Meister
Gestern lernte ich einen echten Meister kennen und bin sehr dankbar für diese Erfahrung. Bislang kannte ich lediglich einen anderen Meister, nämlich A..
Menschen dieser Art erkennt man daran, dass sie ihre Arbeit mit Ernsthaftigkeit angehen - und dass sie den anderen Menschen mit Brüderlichkeit begegnen ohne ihre Freiheit aufzugeben. Sie beherrschen sich selbst und wirken darin als Vorbilder. Sie sind lebendig durch und durch, und können lachen und schimpfen, dass die Wände wackeln - und alles dazwischen auch. Ihr Handwerk beherrschen sie perfekt - sei es als Elektroingenieur, Gärtner, Wirt.
Wie wohltuend anders sind sie als jene selbst ernannten Meister im Internet, die den Menschen dieses Planeten durch Eigenlob Kompetenzen vorgaukeln, ihnen Verhaltensweisen nahelegen und sogar politische Botschaften (zumeist autoritärer Natur) ins Ohr träufeln. Ich erkenne sie oft schon an ihrem hämischen Gehüstel, das sie selbst wohl als Lachen verstanden wissen wollen. Influencer.
In mir selbst erzeugt die Begegnung mit einem echten Meister die Rückbesinnung auf das Lebendige in mir - auf die Notwendigkeit mithin, keine Minute meines Lebens zu verschwenden.