Einschau Blog

Esoterik und Exoterik



 

 

28.05.2021

Frühling

 

 

25.05.2021

Manipulation durch Pseudowissenschaft

 

Derzeit kann man in den so genannten "freien Medien" schön beobachten, wie Wahrheiten mit Hilfe von Pseudowissenschaft gezielt verdreht werden um eine bestimmte Botschaft oder Meinung zu transportieren. Dabei geht es immer um die Diskreditierung von Faktizität und damit um Realitätsverleugnung.
Leute, die so etwas tun, missbrauchen Wissenschaft.
Leute, die ihnen glauben, haben nicht verstanden, wozu Wissenschaft da ist:

 

Denn: Alle großen wissenschaftlichen Leistungen führten stets dazu, eine vermeintlich komplizierte Sache (etwa die Wanderung der Planeten am Nachthimmel - um ein Beispiel zu nennen) anhand einer neuen Erkenntnis (nämlich der, dass die Sonne das Zentralgestirn ist und nicht die Erde - um beim Beispiel zu bleiben) in einen Zusammenhang zu setzen und verständlich zu machen. Kurzum: Wissenschaft in ihrer besten Form ist stets Zusammenführung und Vereinfachung. Eine - zumal mutwillige -Verkomplizierung ist das Gegenteil von Wissenschaft.

 

Vor diesem Hintergrund nehmen sich Publikationen wie jene eines Hervé Seligmann aus Israel wie Hohn aus! Er behauptet darin, dass die Mortalität von Covid-Geimpften um das 14,6- bis 260-fache (je nach betrachteter Altersgruppe und betrachtetem Zeitraum) in der Zeit nach der Impfung gesteigert ist, und stellt damit den Sinn von Impfungen in Frage.

 

Er "belegt" diese These aber leider mit Zahlenkolonnen, die nicht sinnvoll in Beziehung gesetzt werden können (und auch nicht werden), weil sie völlig unterschiedliche Zeitpunkte und -Räume betreffen, die aber so unverständlich und wirr daherkommen, dass er sich keine Sorgen machen muss, dass irgendwer jemals auf die Idee kommen könnte, das ernsthaft zu überprüfen. Und falls doch, dann würde der, der es versuchen würde, bei diesem Versuch garantiert dem Wahnsinn verfallen.

 

Da nimmt es dann auch nicht Wunder, dass dieser Artikel zwar sehr oft im Netz zitiert wird (zum Teil sogar mit den gleichen Rechtschreibfehlern) aber nicht allzu oft hinterfragt. Anscheinend geht es stets nur um die Verbreitung einer ideologisch motivierten Botschaft - wissenschaftlich verbrämt. Da plappert einer dem anderen pseudoschlau nach.

 

Die Exzellenz guter Wissenschaft liegt aber, wie gesagt, stets in der Klarheit ihrer Beweisführung, nicht in dem, was andere darin zu sehen wünschen. Es geht um gesunden Menschenverstand, nicht um die  Anhäufung wirrer Zahlen und Stimmungsmache!

 

Und in diesem Falle finde ich folgende überschlagsmäßige Überprüfung der genannten These immer noch wesentlich überzeugender als Hr. Seligmanns Auslassungen:

(die dafür benötigten Daten können leicht zugänglichen Quellen entnommen werden, etwa statista.com oder worldometers.info) 

  • Die normale Mortalitätsrate (also ohne Corona bzw. entsprechende Impfungen) wird weltweit mit ca. 0,8% pro Jahr angegeben. Da ich in diesem Überschlag lediglich die ersten 5 Monate dieses Jahres berücksichtige, ergibt sich heruntergerechnet eine fünfmonatige Rate von ca. 0,3%.

  •  

  • Die Anzahl der verabreichten Impfdosen seit Jahresbeginn liegt bei etwa 1,7 Milliarden. Unter Berücksichtigung von Erst- und Zweitimpfung ergibt sich vernünftigerweise und konservativ gerechnet eine Zahl von etwa 1 Milliarde geimpfter Menschen.

  •  

  • Nimmt man von Hr. Seligmanns angegebenen Mortalitätssteigerungsfaktoren den niedrigsten, also 14,6, dann ergibt  sich eine neue, durch Impfungen erhöhte fünfmonatige Mortalitätsrate von 0,3 % · 14,6 = 4,38 %.

  •  

  • Wendet man diese Rate auf die Anzahl der Geimpften (1Mrd.) an, dann ergibt sich eine Zahl von ca. 44 Millionen durch Impfschäden Verstorbenen.

  •  

  •  Tatsächlich sind  in diesem Zeitraum aber auf der ganzen Welt lediglich  insgesamt 24 Millionen Menschen verstorben, wobei allerdings schon sämtliche Todesarten miteinberechnet sind, auch jene, die mit Corona und Corona-Impfungen garantiert gar nichts zu tun haben - inklusive Blitzschläge und Unfälle beim Sexspiel.

Nach Hr. Seligmanns Theorie und sogar unter Berücksichtigung ihrer harmlosesten Variante (Faktor 14,6) wären also fast doppelt so viele impfbedingte Todesfälle  zu erwarten gewesen, wie Menschen insgesamt auf dem Planeten verstorben sind.

 

Irgendetwas stimmt an Hr. Seligmanns Theorie also offensichtlich so gar nicht!

 

Die Erkenntnis: Herr Seligmann täuscht vorsätzlich sein Publikum.
Seine Methode ist die der Hütchenspieler: die Stiftung von Verwirrung.

Seine Motivation? Ganz bestimmt keine aufrechte!

 

Wie eingangs gesagt ist für mich der springende Punkt hier aber gar nicht so sehr die Sache mit den Impfungen an sich. Es geht mir vielmehr darum, dass man hier ein Schulbeispiel von Manipulation durch wissenschaftlich verbrämten Quatsch bestaunen kann.

 

Und zu solchen Fällen kann man eigentlich nur noch sagen: Wer´s glaubt wird selig, Mann!

 

21.05.2021

Innehalten

 

Es ist ein Phänomen, das ich schon oft erlebte, und auf das ich dann trotzdem immer wieder hereinfalle, wenn es wieder so weit ist:

 

Habe ich mir eine Zeit lang eine bestimte Sache sehnlich gewünscht oder mich für ein bestimmtes Ziel angestrengt, dann passiert es stets, dass ein Gefühl von Leere, Sinnlosigkeit und sogar von Traurigkeit eintritt, wenn dieses Ziel erreicht, dieser Wunsch erfüllt ist. Meist geht es dabei um größere Dinge, wie wichtige Prüfungen oder tiefgreifende Veränderungen im Leben. Wichtig ist, dass diese Dinge mit einer gewissen Hingabe ersehnt oder angestrebt werden.

Das erwähnte Gefühl tritt dann nicht sofort ein: Zunächst belohnt mich mein Verstand mit einem euphorischen Gefühl der Befreiung, das aber zumeist nicht besonders lange anhält. Seine Ursache ist als Energiephänomen zu verstehen: Energie, die bis eben noch auf dieses Ziel fokussiert war, wird nun plötzlich freigesetzt und als Euphorie erzeugender Überschuss wahrgenommen.

 

Dieser Zustand dauert allerdings nicht besonders lange an: Recht schnell wird er durch die Leere abgelöst, von der ich hier spreche. Dann geht der Tonus meines Körpers herunter, nimmt die Lustlosigkeit zu, und was vorher geheimnisvoll und anregend war, ist plötzlich langweilig und inhaltsleer. Es ist dann, als würde ich in der Luft hängen und es wäre der gesamten Welt völlig egal, dass ich da herum hänge.

 

An diesem Punkt gibt es nun zwei Möglichkeiten:

 

Die erste besteht darin, mich auf irgendeine vermeintlich spannende Aktivität einzulassen, die mich von dieser Leere ablenkt. Diesen Weg bin ich selbst in der Vergangenheit häufig gegangen und es ist auch der Weg, den ich bei den meisten Menschen in gleicher Lage beobachten kann: nach dem großen, von allen applaudierten Erfolg in der Arbeit wird als Ablenkung ein besonders hoher Berg erklommen, eine wilde Kneipentour unternommen oder mit einem Fallschirm aus einem Flugzeug gesprungen. Endlich wieder das Leben spüren!

 

Die zweite Möglichkeit ist die, die ich immer mehr als die richtige wahrnehme:

 

Eine Anstrengung, zumal eine Anstrengung über einen langen Zeitraum auf ein bestimmtes Ziel hin ist immer eine Einengung. Das ergibt sich aus der Sache selbst: Von der begrenzten Menge an Aufmerksamkeitsenergie, über die ich verfüge, wird ein erheblicher Teil für "das Ziel" eingesetzt. Der verbleibende Rest wird für die übrigen alltäglichen Verrichtungen benötigt. Da bleibt dann nicht mehr viel übrig und der Horizont wird kürzer!

 

Steht nun wieder mehr Aufmerksamkeitsenergie zur Verfügung, dann ist im besten Falle der erste Schritt der, diese Energie als solche überhaupt wahrzunehmen und wieder lernen, mit ihr umzugehen. Dafür benötigt es Geduld und die Fähigkeit, die zunächst eingetretene Ratlosigkeit zu ertragen und nicht als lästig abzutun und in Ablenkungen zu ersticken.

 

Es ist wie bei einem Insekt, das gerade aus seiner Puppe gekrochen ist: Zunächst hockt es verdattert da mit völlig deformierten und verhutzelten Flügeln und irgendwie so, als wüsste es nicht, in welche U-Bahn es steigen soll. Es hält inne. In dieser Zeit straffen sich seine Flügel, es probiert seine Beine aus, summt ein bisschen mit den Flügeln - und fliegt plötzlich von dannen ohne scheinbar auch nur den geringsten Zweifel darüber zu haben, wohin die Reise gehen soll!

 

Wenn ich neue Energie zugeführt bekomme, dann ist es sinnvoll, mich erst einmal zu strecken und mich selbst wahrzunehmen, bevor ich mich auf ein neues Ziel stürze oder einem neuen Wunsch Raum lasse. Im Idealfall dehne ich diesen Moment so lange aus, dass er zum Normalzustand wird. Warum soll das ideal sein? Weil es genau dieser Moment ist, der mich dazu befähigt, nicht von Ablenkungen "gefressen" zu werden. Es ist genau dieser Zustand, der Einschau ermöglicht.

 

12.05.2021

Herzenskälte und Herzenswärme

 

Wie unterscheide ich Herzenskälte von Herzenswärme?

 

Ich wusste es instinktiv immer, doch war es mir selten so klar wie in diesen Tagen anhand verschiedener erlebter Beispiele: zumindest am Lachen kann ich klar erkennen, ob ich es mit Kälte oder Wärme zu tun habe - sowohl bei mir selbst als auch bei anderen.

 

Herzenskaltes Lachen lacht stets über andere oder versucht sie zu beeinflussen. Ich erkenne es an seiner trockenen, aufgesetzen Melodie. Häufig wird es als Instrument eingesetzt, um die eigenen Positionen/Glaubenssätze/Botschaften seinem Gegenüber unterzujubeln. Es wird als Waffe eingesetzt indem Lockerheit vorgetäuscht wird. Herzenskaltes Lachen ist immer das höhnische Lachen des vermeintlich Wissenden - und ist damit ein Zeichen von Selbstvergessenheit.

 

Herzenswärme lacht immer über sich selbst. Selbst dann, wenn der herzenswarme Mensch über einen Witz lacht, der scheinbar gar nichts mit ihm selbst zu tun hat: sein Lachen ist ein Produkt der Fähigkeit, sich selbst als Teil der geschilderten Situation zu sehen und dabei Zeuge der eigenen möglichen (absurden) Verhaltensweisen zu sein. Herzenswarmes Lachen ist immer ein Ausdruck von Erstaunen über sich selbst. Damit ist es ein Akt der Selbsterkenntnis.

 

01.05.2021

Sozialismus

 

Mich erstaunt immer wieder, wie manche Menschen das Wort "Sozialismus" verwenden: Stets geschieht das in einem ganz bestimmten Tonfall, der Grusel oder Angst verbreiten soll. Und stets wird dabei das Einvernehmen vorausgesetzt, die Verwerflichkeit des Sozialismus müsse gar nicht mehr inhaltlich hinterfragt werden. Stattdessen reiche es, diese oder jene Ausgeburt des Bösen als "sozialistisch" zu bezeichnen.

 

Mit dieser Mechanisiertheit hat die Verwendung dieses Begriffes sehr große Ähnlichkeit mit der Verwendung des Wortes "Ketzer" im Mittelalter, "Jude" in der Hitler-Diktatur oder "Faschist" in der russischen Diktatur. Es handelt sich um codes, die den Menschen eingeimpft werden um damit negative Gefühle zu erzeugen und wachzuhalten. Es ist gezielte Manipulation - sowohl der Sprache als auch der Menschen, die sie sprechen.

 

Ich erkenne diese Art von Manipulation an einem ganz bestimmten unguten Gefühl tief in mir selbst, fühle mich geschubst und verbogen. So als müsse ich eine Yoga-Übung ausführen, von der ich eigentlich ganz genau weiß, dass sie mir nicht gut tut. Und instinktiv lehne ich Menschen, die das mit mir versuchen, ab, einfach weil sie dieses Unwohlsein in mir erzeugen. Letzendlich nehme ich sie als Lügner wahr.

 

Aber wer weiß, vielleicht bin ich ja selbst der Lügner?!

 

Deshalb ist es sinnvoll, dem Begriff "Sozialismus" auf den Grund zu gehen:

 

Zunächst besteht das Wort ja sichtbar aus zwei Teilen: aus "sozial" und "ismus".

 

"Ismus" steht für eine Ideologie, eine Kopfgeburt, eine mit mehr Eifer als Klugheit verfolgte Idee, eine Schadsoftware, die unfrei macht. Da ist es dann fast egal, um welchen "Ismus" es geht (Selbst der Sufismus wird da zu einer Sekte von mystifizierten und mystifizierenden  Robotern.). Die Endung "ismus" wird dann folgerichtig den Worten auch einfach nur deshalb angehängt um eine Idee zu diskreditieren. So auch bei "Sozialismus".

 

Damit verlagert sich die Frage nach der Bedeutung von Sozialismus auf die Frage, was da eigentlich diskreditiert werden soll und von wem.

 

Was also ist "sozial"?

 

Sozial bedeutet gemeinschaftlich, also im Sinne, zum Nutzen und im Schoße der Gruppe, zu der der Einzelne sich gehörig fühlt und deren Regeln er sich mehr oder weniger freiwillig zu eigen macht. Das klingt zunächst einmal nach Gleichschaltung, Zwang  und Kollektivierung und somit als Feind der natürlichen Freiheit des Menschen - und damit zumindest für mich nicht besonders erstrebenswert.

 

Die meisten Weisheitsschulen sehen ihre hauptsächliche Aufgabe deshalb dann auch darin, das Individuum aus Gruppenabhängigkeiten und -Zwängen zu lösen und auf die eigenen Füße zu stellen, indem ihm gelehrt wird, auf den eigenen Willen, die eigenen Bedürfnisse, das eigene Sein, die eigene Wahrheit zu schauen. Und das hat durchaus seine Berechtigung und schadet dem, der es tut, ganz gewiss nicht. (Es sei denn es entsteht in der Folge eine neue Abhängigkeit bzw. Mechanisiertheit.)

 

Dennoch darf dabei nicht vergessen werden, dass der Mensch von Natur aus ein soziales Wesen ist und gar nicht anders kann, als in einer Gruppe zu leben. Jede Affenrotte weiß, dass es ohne die Gemeinschaft nicht geht. Futtersuche, Schutz vor Feinden, Fürsorge für die Schwachen: all das ist lebensnotwendig und nur in der Gemeinschaft möglich. Und was für die Affen (und teilweise sogar für die Elefanten, die Thunfische und die Störche) gilt, gilt eben auch für den Menschen. Und genau das ist dann die soziale, die gemeinschaftliche Natur des Menschen .

 

Und wenn ich von der Natur des Menschen spreche, dann meine ich damit, dass es um ein Verhalten geht, das mir ganz tief in die "Maschine Mensch" eingepflanzt und so eng mit mir verbunden ist, dass es nur durch Verbiegung und Selbstverleugnung und womöglich sogar den Tod beseitigt werden kann. Es ist Teil meiner Biologie.

 

Soziales Verhalten ist eine menschliche Ureigenschaft und jeder Fortschritt basiert auf dieser Gemeinschaftlichkeit.  Praktisch alle Aktivitäten der Menschen erfolgen im sozialen Kontext und selbst das strengste und weltabgewandteste Kloster, in dem die Mönche den ganzen Tag schweigend und alleine in ihrer Klause sitzen, ist letzten Endes nichts anderes als eine Gruppenaktivität, eine soziale Aktivität. Und jede soziale Aktivität, egal ob ein Kloster, ein Fußballverein, ein Kindergarten oder ein ganzes Land braucht Spielregeln. Das ist nun einmal die zwangsläufige Folge einer Gemeinschaft aus Individuen.

 

So zu tun, als stünde ich über diesem Zusammenhang und bräuchte keinen sozialen Kontext und keine gemeinschaftlichen Regeln ist dann vielleicht auch die schlimmste Art des Selbstbetrugs, der ich aufsitzen könnte. Es gibt allerdings nicht wenige Menschen, denen genau das passiert. Und damit dieser Selbstbetrug dann nicht auffliegt tun sie dann stets auch genau das, was immer getan wird, wenn eine tatsächlich existierende Sache aus Realitätsflucht verleugnet werden soll: Sie diskreditieren sie!

 

Die reale Notwendigkeit sozialer Regeln wird dann mit dem Wort "Sozialismus" diskreditiert.

 

Aber von wem und warum?

 

Nach meiner Erfahrung tun dies meistens Menschen, die nicht verstanden haben, dass praktisch alles, was sie erreicht haben oder ihr Eigentum nennen zu können glauben, in Wirklichkeit von anderen Menschen erarbeitet und zur Verfügung gestellt wurde. Das Brot, das sie essen, das Auto, das sie fahren, das Buch, das sie lesen, ja, sogar das Klopapier, das sie benutzen: all das wurde von anderen Menschen erschaffen.

 

Klar, es wurde Geld dafür gezahlt - Geld das womöglich in harter Arbeit verdient wurde, etwa als Zahnarzt oder Taxifahrer. Und dennoch war es "nur" Geld. Denn bestenfalls das Klopapier hätte man durch Geld ersetzen können. Der Irrtum besteht also letztendlich darin, dass die  Gesellschaft von manchen Menschen ausschließlich als ein Marktplatz für den Austausch von Geld gegen Leistungen und Waren verstanden wird und dabei unterstellt wird, dass Geld den Leistungen und Waren gleichwertig sei - was faktisch nicht der Fall ist.

 

Nun ist es aber zudem noch so, dass es in jeder Gesellschaft außerdem noch jede Menge Aktivitäten gibt, die noch nicht einmal scheinbar mit Geld zu veranschlagen und abgeltbar sind, einfach weil sie keinen direkt greifbaren Wert besitzen wie Klopapier oder Brot. Wertvoll sind sie trotzdem. Ein Altersheim wird nie eine in diesem Sinne quantifizierbare Aktivität oder "Ware" sein, ebenso wenig ein Gutenmorgenkuss oder ein liebevoll angelegter Park. Schulbildung, Transport, Gesundheit, Sicherheit, Kunst, Sport, eine gesunde Umwelt sind weitere Beispiele für Dinge, deren wahren Wert man ebenfalls eher schlecht als recht in Geldwert umrechnen kann, die aber deshalb einen nicht minder realen Wert besitzen. Real deshalb, weil er die Qualität des Lebens der Menschen erhöht.

 

Dies ist dann der Punkt, an dem ein Sozialstaat bzw. ein Staat, der notwendige gemeinschaftliche Aktivitäten organisiert, sinnvoll wird - und damit auch die Erhebung von Steuern.

 

Und das ist dann genau das, was manche Menschen verächtlich "Sozialismus" nennen.

 

Häufig sind es Menschen, die selbst einen privaten Park, eine Privatarmee und einen Lohnsklaven besitzen, der ihnen im Alter die Schnute wäscht - und die nicht einsehen, warum sie für soziale Aktivitäten Steuern zahlen sollen und die außerdem ihre persönliche Macht durch einen Staat nicht geschmälert sehen möchten. Deshalb machen sie gegen ihn mobil und verteufeln ihn,  organisieren alle möglichen Bewegungen, die ihn bekämpfen und unterwandern. Das können politische Parteien sein, Internetaktivitäten, Privatuniversitäten, Kunstveranstaltungen, Sportvereine, esoterische Schulen usw..

 

Und es gibt genügend Menschen, die verschlafen genug sind um sich vor diesen Karren spannen lassen und sich dazu hinreißen lassen, an dem gemeinschaftlichen Ast zu sägen auf dem sie selber sitzen. Sie lassen sich hypnotisieren und sehen am Ende beim Sozialismus nur den "ismus" und vergessen "sozial".

 

Sie verleugnen sich selbst.

 

24.04.2021

Ironie

 

Ironie ist das Stilmittel der Impotenten. Selten war mir die Richtigkeit dieses Satzes so klar wie nach dieser Schauspieleraktion zum Thema Corona. Dort kann man sehr schön beobachten, dass es bei dieser Haltung stets nur um Eitelkeit und um kleinmauliges Nichteingestehenwollen der Realität geht.

 

Vordergündig ist Ironie lustig. Und ja: Auch ich ertappe mich häufig dabei, wie ich über Ironie lache und sie in diesem Moment auch "gut" finde. Doch was passiert da wirklich?

 

Tatsächlich wird die ironische Haltung stets von dem eingenommen, der selber nichts an dem dabei betrachteten Missstand oder Thema ändern kann - der sich das aber nicht eingestehen möchte und glaubt, er müsse noch irgendetwas als Senf dazu geben. Letztendlich ist Ironie damit auch reinster Selbstbetrug, denn der Ironische scheut die Realität und verleugnet seine Unfähigkeit (die ja per se kein Makel sondern nur eine Tatsache ist).

 

Das ist dann auch, was mit Impotenz gemeint ist: Etwas ändern wollen aber nicht können - sich das aber nicht selbst einzugestehen.

 

Ironie wir dann zu Verschwendung: Sie ist eine Flucht in vermeintliche Witzigkeit wodurch genau die Energie kanalisiert, entsorgt und letztendlich eben verschwendet wird, die sich durch die ursprüngliche Unzufriedenheit aufgebaut hat. Sie könnte besser in ernsthafte, d.h. wirkungsvolle Bahnen gelenkt werden.

 

Ironie beobachte ich auch oft im Zusammenhang mit Duckmäuserei: Die Witzelei ist ein Ventil, um Unzufriedenheit in vermeintlichem Wohlgefallen aufzulösen. So kommt man nicht in Versuchung, wirklich gegen etwaige als beschränkend empfundene Autoritäten aufbegehren zu müssen. Und diese Autoritäten wissen das auch ganz genau!

 

Dafür ist z.B. der rheinische Karneval ein gutes Beispiel: Man zieht ein paar Tage lang lustige Pappmaché-Figuren durch die Stadt, trinkt sich in gute Laune, begeht ein paar vermeintliche Tabubrüche, etwa durch Sexabenteuer - und dann ist der Spuk auch schon wieder vorbei, ohne dass irgendetwas substantielles vorgefallen wäre. Die "kritisierten" Institutionen und Mächtigen können nun weitermachen wie bisher.

 

Nicht umsonst wird diese Art von Veranstaltung vor allem in katholischen Landstrichen gepflegt. Die katholische Kirche war noch nie und ist bis heute ganz gewiss nicht an echten Veränderungen interessiert!

 

Auch der vielgepriesene englische Humor ist in letzter Instanz reine  Duckmäuserei :

 

Gegen ein erzkonservatives,  autoritäres und starres Gebilde wie die englische Monarchie und ihrem archaischen Klassensystem, bei dem die Aufspaltung in "upper class" und "lower class" sogar in der Sprache verankert ist, ist ohne handfeste Widerstände und persönliche Nachteile nicht anzukommen. Es ist auskristallisiert und wirkt bis in jede Ecke des Alltags, wo es zwangsläufig Unzufriedenheit erzeugt.

 

Als Ventil erfanden die Engländer dann ihren "Humor", der zwar sehr geistreich daherkommt, der aber leider nichts an der Erstarrung und den Ungerechtigkeiten der englischen Gesellschaft ändert. Er läuft auf eine Haltung oder Attitüde hinaus, die sich dann in allen Lebensbereichen als "sympathische Witzigkeit" manifestiert, die in Wirklichkeit aber nichts anderes als das falsche Lächeln derer ist, die "gute Miene zum bösen Spiel" machen.

 

Ich konnte das damals in meiner Zeit bei einem englischen Arbeitgeber mit vielen englischen Kollegen sehr gut beobachten: Bei Themen, in denen es um die Auseinandersetzung mit "problematischen" Vorgesetzten  und Kollegen ging, waren es stets die englischen Kollegen, die die besten und feinsinnigsten Witze über diese Leute machten. Sie taten das aber immer nur "hintenrum"! "Vornerum" traten sie stets sehr zurückhaltend und gar feige auf. Da, wo wirklich etwas geändert hätte werden können, nämlich in der offenen, sachlichen Auseinandersetzung, hielten sie sich immer zurück. Stets waren es die anderen ("humorlose" Deutsche, Franzosen, Inder, US-Amerikaner), die offen ihre Meinung äußerten - und die damit auch tatsächlich etwas bewirkten. Ich hatte damals das Gefühl, dass das Aufbegehren gegen die Obrigkeit - außer als sympathische Witzigkeit - in der englischen Kultur nicht vorgesehen ist.

 

Und eben auch diese jüngste Video-Aktion namens "#allesdichtmachen" vermeintlich bekannter deutscher Schauspieler, in der ironisch über die pandemiebedingten Alltagseinschränkungen hergezogen wird, ist vor allem eine Bejammerung des eigenen Ausgeliefertseins an die Umstände - und damit ein Versuch, die Realität auszublenden. Diese Leute kommen mir vor wie Menschen, die sich über das Wetter beschweren.

 

Es ist dabei auch kein Wunder, dass dieser Aktion vor allem von Exponenten der AfD und ähnlich gestrickten Figuren applaudiert wird: Es sind allesamt Leute, die tagaus tagein stets die immer gleiche Haltung des Unzufriedenen zur Schau tragen, die aber zu faul und verlogen sind, um sich ernsthaft, detailliert und sachlich mit den Realitäten dieser Welt auseinanderzusetzen - egal ob es sich dabei um Wirtschaft, Gesellschaft, Politik oder den Zustand der planetaren Ökologie handelt. Stattdessen verlegen sie sich auf Nölerei, Verwirrung und: Ironie. Konstruktive, weiterführende Impulse sind von diesen Leuten nicht zu erwarten.

 

Das alles sind Beispiele dafür, wie sehr Ironie Selbstbetrug und Verschwendung ist und nur zu einer Festschreibung einer Erstarrung führt bzw. dazu, sich mit einem realen Missstand zu arrangieren. Ironie ist damit ein echter Puffer.

 

08.04.2021

Auflösung und Schleifen

 

Es passiert immer relativ plötzlich, dass ein Thema auftaucht, welches mein Verstand (Geist) als "Problem" erkennt oder zu erkennen meint, das gelöst werden muss. Fortan arbeitet er daran und kehrt immer wieder zu diesem Thema zurück. Wie gesagt: "er", der Verstand, tut dies - und zwar ohne dass ich mir das so wünschen würde. Denn allzu häufig empfinde ich diese Aktivität als unangenehm und anstrengend.

 

Dass sich ein Thema dann tatsächlich auflöst, geschieht genau so unvermittelt: plötzlich ist es verschwunden. Das kann dann je nach Sachlage verschiedene  Gründe haben:

  • Die äußeren Umstände haben sich von selbst geändert.

  •  

  • Es wurde im realen Leben eine Handlung vollzogen,  die das Thema angeht und bereinigt.

  •  

  • Die Unmöglichkeit, etwas an der Situation zu ändern, wurde vom Verstand erkannt und eingesehen.

  •  

  • Die Aufmerksamkeit des Verstandes wird durch ein als noch wichtiger empfundenes Thema umgelenkt.

  •  

  • Die Belanglosigkeit des Themas wurde erkannt.

 

Es kann aber auch passieren, dass ein Thema an mir klebt wie eine Klette und eben keine Auflösung findet. Auch das kann verschiedene Gründe haben:

  • Der Verstand lässt außer Acht, dass die Lösung des Themas nicht in seinem Zuständigkeitsbereich liegt sondern auf einer anderen als der Verstandesebene angesiedelt ist.

  •  

  • Angst vor dem Unbekannten heizt den Verstand an.

  •  

  • Die Lösung des Problems würde den Verstand in ein Loch der Leere (der Beschäftigungs- und damit der Bedeutungslosigkeit) fallen lassen.

  •  

  • Reine mechanische Gewohnheit.

Auf diese Weise entstehen Schleifen, also Aktivitäten des Geistes, die sich in immer gleichen Bahnen bewegen, ohne dass sie je zu einer Auflösung führen.

 

31.03.2021

Wandelbarkeit

 

Am meisten frappiert mich bei der Selbstbeobachtung die ständige Veränderung, der ich unterliege: Empfinde ich an einem Tag eine Sache in bestimmter Weise, so passiert es, dass die gleiche Sache, und zwar ohne dass sichtbar eine Veränderung stattgefunden hat, am nächsten Tag in völlig neuem Licht da steht.

 

Z.B. löste die eher kleine Auseinandersetzung mit R. zunächst einen gewissen Überdruss aus, der mich auch an anderer Stelle lähmte, indem er mir Energie entzog. Bald darauf - und vor allem: ohne erkennbaren Grund - kehrte sich dieses Gefühl in eine Stimung des Tatendrangs und der Veränderung um.

 

13.03.21

Umgang mit Veränderung

 

Zunächst schmetterte mich diese Nachricht nieder, die ich gestern erhielt. Durch die Veränderung, die nun eintreten würde, schien plötzlich eine wichtige Sache in Frage gestellt, die essentieller Teil meines Alltags ist. Nicht etwa, weil tatsächlich eine einschneidende Sache sich ändern wird, sondern einfach, weil ich spürte, dass mir dadurch eine gewisser täglicher Anlass zur Freude genommen würde. Mein Verstand ratterte um einen Weg zu finden, wie die angekündigte Änderung verhindert werden könne. Ärger stieg dabei auf angesichts der Aussichtslosigkeit.

 

Meine ersten Reflexe am gestigen Abend waren also Niedergeschlagenheit, Abwehr und Wut.

 

Nach und nach dämmerte mir dann aber, dass dies vielleicht genau der Anstoß sei, den ich bräuchte, um selbst eine gravierende Veränderung in Gang zu setzen. Immerhin hatte ich schon lange sehr unterschwellig aber durchaus präsent das Gefühl, dass die Situation, wie sie derzeit ist, nicht unbedingt angemessen ist, und ich vielleicht doch mal gewisse Dinge entrümpeln sollte.

 

Heute morgen merkte ich dann, wie sehr das Ganze kreative Kräfte bei mir in Gang setzt, die ich als Freude empfinde. Möglichkeiten gibt es einige, diese neue Situation als positiven Anschub herzunehmen.

 

06.03.21

Zum Thema Brüderlichkeit: "Sense8"

 

Es ist kein Zufall, dass die Serie "Sense8" von den gleichen Machern stammt wie der Film "Matrix", nämlich von den Wachowski-Geschwistern. Wie der Film geht auch diese Serie an die grundlegendsten Wurzeln des Menschseins heran und bringt Fragen und Gesichtspunkte auf, die mich im Innersten packen. Sense8 ist dabei noch wirkungsvoller, denn während Matrix mitunter doch eher als intellektuelle Spielerei daherkommt, dringt die Serie wesentlich tiefer in das vor, was "Mensch sein" heißen könnte. Wie bei Matrix dient auch hier eine überaus spannende fiktive Rahmenhandlung als Verpackung des Hauptthemas. Sie transportiert aber (anders als bei Matrix) zudem eine gehörige Portion Sinnlichkeit und auch Humor.

 

Außerdem ist bei Sense8 das Thema ein anderes als bei dem Film: Hatte Matrix vor allem die Auseinandersetzung mit dem Realitätssinn und den Willen zur Verantwortlichkeit zum Thema, also Gleichheit und Freiheit, so geht es in der Serie um Empathie und damit um die Brüderlichkeit.

 

Sehr differenziert und einfühlsam wird darin geschildert, wie die 8 Hauptpersonen, die in höchst unterschiedlichen und sehr speziellen Milieus, Kulturen und Lebenssituationen leben, durch eine besondere Art von Bindung miteinander in Verbindung stehen und unfreiwillig aufeinander angewiesen sind.

 

Diese acht Charaktere sind dabei so unterschiedlich, dass sie nach alltäglichen Maßstäben eigentlich nicht kompatibel sind. Jeder der Akteure hält "seine" Realität zunächst für die wahre, muss dann aber am eigenen Leib zum Teil auf schmerzhafte Art und Weise erleben, dass die anderen Realitäten der eigenen  zwar sehr fremd aber dennoch ebenbürtig sind.

 

Und nicht nur das: Sie sind aufeinander angewiesen in einer Weise, dass jeder gezwungen ist, seine Stärken in das gemeinsame "Projekt" einzubringen, damit es nicht scheitert. Es geht dabei ums Überleben. Erst die gegenseitige Ergänzung der Andersartigen schafft die Möglichkeit, gößeres zu bewirken.

 

Diese Serie ist damit auch eine Parabel auf die Situation dieses Planeten: Schafft die Menschheit es nicht, gewisse Krisen gemeinsam zu lösen - und das heißt eben nicht, nach den Maßgaben des einen,  der als alleiniger "Chef" die Lösung zu wissen glaubt, sondern in gemeinsamer Übereinkunft. Diese Übereinkunft kann aber kein fauler Kompromiss sein sondern die Anwendung der besten Lösungsmöglichkeit unter Ausnutzung der vorhandenen Stärken aller.

 

Globale Krisen gibt es genug.  Die derzeit aktuelle Coronakrise ist dabei so etwas wie die Generalprobe für die größeren globalen Probleme, die auf uns zu rollen. Hier kann man schon sehr gut sehen, wie gut die Menschheit in der Lage ist, zusammen zu arbeiten. Oder auch nicht.

 

Bis hier wäre das Betrachten von Sense8 dennoch eine rein exoterische Angelegenheit. Das ist aber gar nicht der Hauptpunkt. Tatsache ist, dass diese Serie mich vor allem zu mir selbst führt, also eine esoterische Botschaft transportiert:

 

Mir wurde irgendwann klar, wie sehr die darin dargestellte Situation mein eigenes Inneres wiederspiegelt. Und zwar in verschiedener Hinsicht, wobei ich hier vor allem einen Aspekt heraus heben muss oder möchte:

 

 Dadurch, dass ich in zwei Kulturkreisen aufwuchs und zwei Lebensweisen und Temperamente miterleben durfte und auch musste, stehe ich (sogar heute noch!) in einem Spannungsfeld, in dem beide Prägungen zum Teil zwar widersprüchlich daher kommen, sich zum anderen Teil aber auch bestens ergänzen. Nie könnte ich sagen, die eine Kultur sei besser als die andere - wohl aber, dass die Attribute der einen Kultur in dieser oder jener Situation zielführender sind als die der anderen. Und umgekehrt.

 

Das ist genau wie in der Serie!

 

Worauf es also hinausläuft ist, dass beide Kulturen - in mir selbst! - zusammen arbeiten müssen. Das würde ich dann "innere Brüderlichkeit" nennen. Sie zu praktizieren fällt nicht immer leicht. Denn jede Art der Anerkenung unterschiedlicher "Tendenzen" oder "Lebensweisen" erfordert immer auch eine Anstrengung.

 

Aber: Wie jede Anstrengung zeigt sie auch Wirkung.

 

Was ich in der Vergangenheit oftmals als schmerzhaft erlebte ist in Wirklichkeit nur die Wärme, die entsteht, wenn sich verschiedene scheinbar unpassende "Ichs" in mir aneinander reiben. Diese Reibung ist aber gut, denn sie ist genau jene Brüderlichkeit - innere Brüderlichkeit wohlgemerkt! - die schlussendlich weiter führt.

 

28.02.21

Vergangenheit

 

Eine in der Vergangenheit erlittene Ungerechtigkeit wird im Lichte neuer Informationen noch ungerechter, noch massiver, noch ungeheuerlicher. Es ist niederschmetternd, fühlt sich an, als würde mir jemand mit einem Strohhalm die Energie aus dem Körper ziehen. Gleichzeitig fühle ich große Wut auf mein damaliges Gegenüber. 

 

Der psychologisierende Verstand suggeriert mir, dass diese Vorfälle in der Vergangenheit prägend auf mich gewirkt haben und deshalb auch für die Gegenwart wichtig sind. Wichtiger als mir bislang bewusst war. Eine angemessene Möglichkeit der Reaktion darauf müsse deshalb gefunden werden.

 

Er suggeriert mir auch, dass ich damals bei richtiger Einschätzung (unter Einbeziehung der mir damals unbekannten Informationen) anders - nämlich offensiver - gehandelt hätte. Gleichzeitig leidet er darunter, dass jetzt sowieso nichts mehr geändert werden kann. Es ist die Verzweiflung über die eigene Hilf- und Bedeutungslosigkeit angesichts der Mühle vergehender Zeit. Es ist Wut über die Erkenntnis, dass Dinge auch anders hätten laufen können, wenn ... ja, wenn ....

 

Es gibt aber keine "undo"-Taste im Leben!

 

Dieses Gefühl wird zunächst zögerlich, dann aber immer deutlicher von Empfindungen unterbrochen, die meinen Zustand vor dem Erhalt dieser neuen Informationen beinhalten - also meine aktuelle ganz reale Situation. Und dieser Zustand ist gut und glückvoll.

 

Mein Herz sagt mir, dass ich die Vergangenheit ruhen lassen muss. Zumindest ist es wichtig, sie nicht zu bewerten. Sie mag mich geprägt haben, ja, aber das hat auch die Form meiner Nase, das Wetter am Tag meiner Geburt oder die ersten Erfahrungen in der  Liebe.

 

26.02.21

Zum Thema Freiheit: Versuchte Missionierung

 

In meinem letzten Eintrag schrieb ich, dass ich Unfreiheit daran erkenne, dass etwas nachgeplappert wird, das von anderen vorgekaut wird.

 

Tatsächlich gerate ich immer wieder an Menschen, die genau dieser Unfreiheit anheim gefallen sind. Ich erkenne das an ihrem hartnäckigen aber irgendwie mechanischen Geplapper zu bestimmten Themen und an der Propagierung von Ansichten, die ganz offensichtlich nicht ihren eigenen Interessen entsprechen, ja, die sogar auf selbstschädigende Entwicklungen hinauslaufen würden.

 

Und stets versuchen diese Menschen dann, auch mich für ihre Idee zu vereinnahmen. Es ist der Versuch, mich zu manipulieren.

 

Da werden (in Diskussionen, Internetforen usw. ) Themen aufgegriffen, die gerade besonders aktuell sind ("Flüchtlingskrise", "Corona" usw.) und die aus diesem Grunde besonders gut dafür verwendet werden können, Emotionen zu erzeugen.  Diese Themen werden dann in einer Art und Weise angesprochen, die verwirrend ist, weil Fakten verleugnet und verdreht und Widersprüche bewusst in den Raum gestellt werden. Gegenläufige Argumente werden kurzerhand als "fake news" und "Lüge" bezeichnet.

 

Dazu werden bestimmte Schlagworte kreiert ("Klimalüge", "Fake-Pandemie", "Bevölkerungsaustausch" usw.) und durch Wiederholung versucht, sie dem Gegenüber einzuimpfen um ihm dadurch eine neue "klare" Sprache an die Hand zu geben, die er dann in seiner Verwirrung nachplappern darf.

 

Außerdem wird viel Energie in vermeintliche Tabubrüche gesteckt - die allerdings meistens gar keine sind sondern einfach nur systematisches "Dagegensein", die aber im  Betreffenden ein gewisses Gefühl der Heldenhaftigkeit erzeugen sollen - so nach dem Motto: "ich bin das letzte Gallierdorf".

 

Die auf diese Weise entstandene emotionale Prallheit gepaart mit Verwirrung und "neuer Sprache" soll dann das Nachplappern in Gang zu setzen.

 

Auf diese Weise werden Menschen in die Unfreiheit geführt.

 

Die Begegnungen mit R. und mit D. und auch andere verliefen nach dem immer selben Muster - von gewissen Internet-Kontakten ganz zu schweigen: Durch das wiederholte Ansprechen eines bestimmten Themas  werden selbst sehr private Gespräche mit geradezu vorhersehbarer Sicherheit in eine bestimmte (politische) Richtung gelenkt - mitunter durch hanebüchene Verknüpfungen.

 

Es sind Missionierungsversuche.

 

Bei den meisten speist sich nach meiner Beobachtung dieser Missionierungsdrang aus der Weigerung sich einzugestehen, dass man selbst missioniert wurde und dabei selbst zum "Schlafschaf" gemacht wurde (ein Lieblingsbegriff dieser Missionierer). Dadurch würde ein Selbstbild zusammenbrechen, das man sich durch mühsames Verleugnen der wahren Impulse und komplexeren Einsichten errichtet hat.

 

Deshalb müssen sie diese Ideen, an die sie im Grunde ihres Herzens selbst nicht glauben, weiter tragen. Täten sie es nicht würden sie an den Punkt der Selbstreflexion geraten und sich eingestehen müssen, dass sie nicht ihrer eigenen Wahrheit gefolgt sind. Solche Menschen erkenne ich stets an einer gewissen Verbissenheit im Gesichtsausdruck und an der leierkastenartigen Bemühtheit ihrer Argumentation.

 

Bei wenigen anderen liegt der Missionierungsdrang in handfesten eigenen Interessen begründet, zumeist finanziellen. Das ist bei vielen Internet-Aktivitäten der Fall, die allzu oft durch Geldgeber gesponsort werden  (so wie zum Beispiel gewisse Propagierer libertärer und stramm rechter Ideen sich ihre Aktivitäten anscheinend von einem gewissen August von Finck bezahlen lassen).

 

Ich gestehe jedem Menschen seine Meinung zu! Was ich aber keinem Menschen zugestehe ist der Versuch, mich zum Teil einer Kampagne zu machen. Da bleibt dann nur der Weg, diesen Kontakt abzubrechen - was sich dann auch stets befreiend anfühlt. Es fühlt sich deshalb befreiend an, weil in dem Moment, in dem ich mich von den äußeren Manipulationsversuchen frei mache, ich augenblicklich wieder Kontakt zu mir selbst bekomme.

 

Denn Freiheit findet in mir selbst statt!

 

20.02.21

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

 

Bestimmte Einflüsse bzw. Erlebnisse stießen mich auf diese drei Begriffe, die als Parole der Französischen Revolution bekannt sind. Zumeist werden sie rein politisch verstanden und damit gründlich missverstanden. In Wirklichkeit sind es esoterische Begriffe - Begriffe also, die mich auf mein eigenes Dasein hinweisen:

 

 

Freiheit

 

Zumeist wird unter Freiheit verstanden, das tun zu dürfen, was man möchte. Und da zumeist äußere Grenzen als Grund dafür wahrgenommen werden, dass man eben nicht das tut, was man tun möchte, wird der Freiheitsbegriff in der Regel auf die Außenwelt projiziert.

 

In Wirklichkeit ist Freiheit eine rein innere Angelegenheit: Sie ist nämlich nichts anderes, als die Fähigkeit, mich selbst zu erfühlen, mir meine Gedanken unabhängig von innerer Zensur zu machen, nicht der äußeren Moral, sondern dem inneren Gewissen zu folgen.

 

Nicht die äußeren Umstände sind an meiner Unfreiheit Schuld sondern der Hang, ausgetrampelte Pfade zu gehen und Denksperren zu akzeptieren. Unfreiheit erkenne ich stets daran, dass Dinge nachgeplappert werden, die ein anderer vorkaut. Ich erkenne sie aber auch daran, dass ich mich dabei unwohl fühle.

 

Freiheit ist jener Zustand, in dem ich mich den Dingen stelle, weil meine innere Stimme mir das vorgibt. Voraussetzung dafür ist, dass ich mich selbst kenne und auf dieser Basis auf mich selbst vertraue und höre. Sie ist eine innere Haltung, die mir von außen weder gegeben noch genommen werden kann.

 

Freiheit ist damit ein Synonym für Verantwortlichkeit.

 

 

Gleichheit

 

Zumeist wird dieser Begriff als Aufforderung zur äußeren Gleichmacherei verstanden. Womöglich sollten in dieser Lesart dann alle noch die gleiche Kleidung tragen und die gleichen Lieder singen. Größer könnte das Missverständnis nicht sein! Auch Gleichheit ist nämlich eine rein innere Angelegenheit:

 

Gleichheit als esoterischer Begriff bezeichnet die Akzeptanz, dass alle Menschen (und sogar Tiere und sonstige Lebewesen) den gleichen Naturgesetzen unterworfen und aus demselben Stoff gemacht sind. Kurz gesagt: Alle leben wir in der gleichen, faktischen Realität. Natürlich empfinden wir diese Realität unterschiedlich - existieren tut sie trotzdem. Wenn ein Vulkan ausbricht, ein Sturm übers Land fegt, eine Seuche über den Planeten zieht: da wird keine Rücksicht auf die Befindlichkeit oder den Geschmack des Einzelnen genommen.

 

Ein religiöser Mensch würde an dieser Stelle sagen: "Vor Gott sind alle gleich!" Mir reicht es zu erkennen, dass wir alle im gleichen Boot auf dem gleichen See bei gleichem Wetter sitzen. Wir leben in derselben Realität.

 

Voraussetzung für die Akzeptanz der einen Realität ist, das Funktionieren der real existierenden Gesetze ehrlich in mir selbst zu beobachten, zu erkennen und auch anzuerkennen - auch dann, wenn sich dabei unangenehme Einsichten ergeben. Letztendlich geht es um die Anerkennung der eigenen Sterblichkeit.

 

Gleichheit ist damit ein Synonym für Realitätssinn.

 

 

Brüderlichkeit

 

Brüderlichkeit ist jener Begriff dieser dreien, der nach meinem Empfinden stets am wenigsten verstanden wird. Häufig wird er fälschlicherweise als Aufruf verstanden, als karitativer Gutmensch durch die Lande zu ziehen und den Hungernden zu helfen. Andere verstehen ihn gar als Aufforderung zu Klüngelbildung und Vetterleswirtschaft. Die meisten Menschen können aber schlicht und ergreifend gar nichts mit diesem Wort anfangen.

 

Wie die anderen beiden Prinzipien ist auch die Brüderlichkeit ein esoterischer Begriff. Er bezeichnet die Fähigkeit, die Andersartigkeit eines Gegenübers nicht als persönlichen Affront und als Grund für Streit und Zwietracht zu verstehen, sondern als Bereicherung und Inspiration dafür, Dinge auf neue Weise zu betrachten und anzugehen.

 

Die notwendige Voraussetzung dafür ist aber, dass ich mich selbst kenne und akzeptiere - und zwar so gut, dass ich auch meine Widersprüche und Schwächen kenne und akzeptiere und aus diesem Grunde dann auch bereit bin, dies bei anderen zu tun. Und erst dann kann sich die Situation ergeben, dass mehrere dieser schwachen, unvollkommenen Menschen ihren Teil dazu beitragen, um Dinge in der Realität zu bewirken, die womöglich weniger unvollkommen sind.

 

"Ein Blinder, ein Tauber und ein Lahmer gehen auf Wanderschaft ..."

 

Brüderlichkeit schaut über den egozentrischen Tellerrand hinaus und bewirkt, dass freie Menschen in der gleichen Realität zusammenarbeiten, um Lösungen zu finden.

 

Damit ist Brüderlichkeit auch ein Synonym für Empathie.

 

 

Jedes einzelne dieser drei Prinzipien ist für sich genommen notwendig - aber eben nicht hinreichend. Die Überhöhung eines von ihnen zu Ungunsten der anderen bewirkt Unglück. Das beginne ich derzeit zu verstehen. 

 

16.02.21

Wandernde Gedanken

 

Heute morgen bei der Meditation konnte ich es besonders gut beobachten: Die Gedankenaktivität ist wie ein Knäuel Holzwolle, das angezündet wird.

 

Scheinbar wahllos springt das Feuer (der Gedankenstrom) umher, als wäre da kein Zusammenhang. Es besteht aber durchaus ein Zusammenhang und zwar der, dass das Feuer genau dort weiter wandert, wo es ihm am leichtesten fällt überzuspringen. Auf die Aktivität des Geistes übertragen heißt das dann:

 

Gedanken wandern über mitunter bizarre Assoziationen von Thema zu Thema. Ihr einziges Ziel ist es weiter zu wandern (weiter zu brennen). Sie sind ihr eigener Selbstzweck. Verharren tun sie lediglich dort, wo viel aufgestaute Energie ("Brennmaterial") vorhanden ist, aus der sie sich nähren können.

 

Diese aufgestaute Energie sind nichts anderes als ungelöste Probleme/nicht aufbereitete Themen.

 

Letztendlich ist der Sinn der Meditation dann auch der, mich auf diese Themen hinzuweisen. Ihr Sinn ist nicht, diese Themen zu lösen oder ihnen womöglich zu entfliehen.

 

22.01.21

Der, der ich bin

 

Ein Meister beschrieb die Selbsterkenntnis und damit die Selbstfindung als einen Vorgang, der vergleichbar sei mit der Bildhauerei: Eine Skulptur, etwa eines Löwen, sei ganz einfach herzustellen, indem man nämlich einfach das wegschlüge, was nicht nach Löwe aussieht.

 

Bei der heutigen Meditation merkte ich, dass diese Beschreibung es nicht so ganz trifft. Eher kommt mir der Mensch wie eine Plastiktüte vor, die mit Wasser gefüllt wird: Ihre wahre Form zeigt sie erst, nachdem das Wasser eingefüllt wurde. Davor ist sie ein verkrumpeltes Knäuel. 

 

Bezogen auf den Menschen heißt das: Erst, wenn er es schafft, genug Lebensenergie (im Bild: das Wasser) zu mobilisieren und sie dann aber auch zuzulassen (das Einfüllen des Wassers), kann er der sein, der er eigentlich ist.

 

21.01.21

Das Leben der Anderen

 

Ein Schema, das sich wiederholt:

Immer wieder litt und leide ich unter der Art, wie mir hahestehende Menschen ihr Leben gestalten und sich selbst (zumindest in meinen Augen) damit schaden. Die diesbezügliche Liste wird immer länger: Das war bei M. so, bei D., bei R., ja sogar bei meinem Vater.

 

Bisher dachte ich, das läge daran, dass ich mich dazu berufen fühle, als so genannter Gutmensch durch die Welt zu geistern und allen zu helfen - selbst denen, die es gar nicht wünschen. Ein Hinweis hatte mich seinerzeit darauf gebracht. Tatsächlich ist diese Fährte falsch.

 

In Wirklichkeit verhält es sich so, dass ich einfach nur die Grenze zwischen dem, was mich wirklich betrifft (und was ich deshalb auch ändern oder beeinflussen kann) und dem, was ich eben nicht beeinflussen kann, weil es nicht meine Angelegenheit ist, nicht oder falsch ziehe. Das Leiden kommt dann aus dem Widerspruch, etwas ändern zu wollen, was ich nicht ändern kann.

 

Natürlich ist es auch irgendwo meine Angelegenheit, wenn ein mir nahestehender Mensch sein Leben auf destruktive Art und Weise gestaltet, denn es kann zusätzliche Belastungen ganz sachlicher Natur auch für mich bedeuten. Die richtige Grenzziehung zwischen meinem Leben und dem dieser Person besteht dann aber darin,  die entstandenen zusätzlichen Belastungen möglichst pragmatisch anzugehen - und dann aber Abstand zu nehmen. Wenn möglich ist es dann noch sinnvoll, dem Betreffenden meine Motivation zu diesem Tun möglichst sachlich zu kommunizieren, um nicht zusätzliche Verwirrung zu schaffen. Zur Schau getragene Emotionen helfen nicht weiter.

 

Eine emotionale Verstrickung in die Angelegenheiten Anderer kann allerhöchstens den Zweck haben, mich dafür zu motivieren, die Grenze auf die beschriebene Weise zu zu ziehen. Bisher war das am Ende immer dann auch die Lösung.

 

20.01.21

Vermeidung

 

Diese unangenehme Situation vermieden zu haben ersparte mir vielleicht in diesem Moment eine gewisse Peinlichkeit und unnötiges Geschwätz. Jedoch merke ich jetzt, dass ich dadurch auch eine Chance verpasste: die Chance nämlich,  gewisse Dinge offen ans Licht zu bringen und zu klären. Ich merke es daran, dass ich immer wieder daran denken muss und dass es in mir arbeitet.

 

Meine Reaktion in dieser Situation war ein waschechter Puffer.

 

16.01.21

Wiederholungen

 

Anscheinend neige ich dazu, Aktivitäten, die ich zunächst unter dem Label "macht Spaß und ist gesund" abgespeichert habe, so oft zu wiederholen, dass sie ihre positive Wirkung verlieren und einfach nur noch stumpfsinnig werden. Dass sie ihren Reiz verlieren, dringt dabei zunächst gar nicht in mein Bewusstsein, weil der Verstand sich vor die ehrliche Wahrnehmung stellt und die Peitsche zu schwingen beginnt: "Komm, lass Dich nicht hängen, einmal geht noch! Du weißt doch, dass es gut tut!"

 

Als Antwort stellen sich mit der Zeit negative Nebenwirkungen ein, die unbemerkt und schleichend beginnen, die aber irgendwann manifest werden.

 

Das kann alle möglichen Arten von Aktivitäten betreffen: Sport, Arbeit, das  Zusammensein mit anderen Menschen, Ernährung, die Beschäftigung mit bestimmten Themen, ja, sogar Sex. Im Bereich der Arbeit nennt man diese Entwicklung wohl "Burnout". Im Volksmund nennt man es "Überdruss". In der Medizin "chronische Erkrankung".

 

Ich bin mir fast sicher, dass die in jüngster Zeit immer mal wieder auftretenden Kopfschmerzen damit zusammenhängen, dass ich es mit der Ruderei zu ernst nehme.

 

05.01.21

Die richtige Perspektive

 

Es ist goldrichtig, das gesagt zu haben, was ich wirklich fühle und auch danach zu gehandelt zu haben. Falsch wäre gewesen, auf mein Gegenüber Rücksicht nehmen, die Sache aus Bequemlichkeit auf sich beruhen zu lassen und so zu tun als sei nichts.

 

Natürlich stehe ich daraufhin und je nach Lesart scheinbar als kleinlicher Korinthenkacker, als rücksichtsloser Klotz oder als intoleranter Oberlehrer da. Aber alleine die Möglichkeit, das auf unterschiedliche Weisen zu sehen, beweist ja schon: Wer da über mich urteilt, spiegelt sich selbst in mir, der eine so, die andere so. Jeder auf seine Weise.

 

Was aber letztlich auch egal ist: Wichtig ist, wie ich mich selbst daraufhin fühle. Und da fällt das Urteil eindeutig aus: Es geht mir in dieser Sache nun ausgesprochen gut, oder, um präziser zu sein: Ich fühle mich befreit. Da hatte ein Druck auf mir gelastet, das Bedürfnis, diese Sache nicht einfach hinzunehmen und dabei mit einem Zähneknirschen gute Miene zum bösen Spiel zu machen.

 

Der Rest ist Konsequenz.

 

Es geht um die Perspektive, nicht die Umwelt als das Maß meines Handelns und Redens zu nehmen, sondern meine eigenen Gefühle und Bedürfnisse.

 

23.12.20

Vorausschauend oder versklavt?

 

Ständig bausche ich in meinem Verstand Dinge auf, die auf mich zukommen, die noch zu erledigen sind, die noch vor mir liegen und bewältigt werden sollen. Das lässt mich unruhig und unsicher werden und lässt mich außerdem die Freude an der Gegenwart verlieren. In der Regel stellen sich diese Dinge dann aber als Mücken heraus, die ich zum Elefanten machte. Sie sind schnell erledigt und machen sogar Spaß.

 

Warum also das ganze Theater? Drei Hauptverdächtige mache ich aus:

  • Angst/Sorge vor Veränderung

  • Bequemlichkeit

  • Mangelnde Selbstsicherheit

Auf jeden Fall ist es so, dass ich mich selbst durch diese Haltung zu einem vorauseilend gehorsamen Sklaven der Dinge und äußeren Umständen mache: Dadurch, dass ich mich sorge, dies oder jenes "erledigen" und "schaffen" zu müssen, projiziere ich meine Aufmerksamkeit auf die Erwartungen, die eine äußere Welt möglicherweise an mich haben könnte und richte mich danach. Dabei vergesse ich mich selbst und den Augenblick.

 

Und es ist eben nicht so, dass "die Anderen" oder "die Umstände" das alles zu verantworten haben sondern nur meine eigene Haltung.

 

15.12.20

Jeder Mensch ist seines eigenen Glückes Schmied

 

Die Beschäftigung mit den Problemen anderer Menschen kann zur Schleife im Kopf werden und sich leicht zur Obsession auswachsen. Am Ende lebt man nicht mehr sein eigenes Leben sondern das der anderen, vermeintlich hilfsbedürftigen Person (die sich in Wahrheit aber gar nicht helfen lassen will - außer zu ihren eigenen Konditionen).

 

Gegen diese fruchtlosen Gedankenschleifen mag Sport helfen oder Meditation oder eine sinnvolle Beschäftigung oder qualitativ hochwertige Eindrücke oder andere positive Einflüsse. Am Ende hilft aber nur die Erkenntnis, dass jeder Mensch für sein eigenes Leben verantwortlich ist. Auch ein vermeintlich nahestehender.

 

12.12.20

Klärung von Verantwortung

 

Dass mich die bevorstehende Sache D. betreffend immer wieder beschäftigt und befangen fühlen lässt, beweist, dass ich sie bisher nicht angemessen angegangen bin.

 

Der Punkt dabei scheint zu sein: Ich mache mir Probleme zu eigen, die zumindest teilweise nicht die eigenen sind. Mal wieder! Aber ganz so simpel, dass ich dann ja einfach nur jede Verantwortung von mir weisen könnte und dann alles geklärt wäre, ist es eben doch nicht.

 

Vielmehr geht es darum, genau zu herauszufinden, wo ich Verantwortung übernehmen soll bzw. kann und wo nicht. Letztendlich geht es darum, eine Grenze zu ziehen, die angemessen ist. Woran ich merken werde, dass sie angemessen ist? Daran, dass die Sache mich nicht mehr beschäftigt. Als Werkzeug mögen dabei Fragen dienen, wie etwa die, inwieweit ...

  • die Sache im Rahmen meiner Fähigkeiten liegt

  •  ich real zum Engagement verpflichtet bin

  •  etwas aus Eitelkeit meinerseits geschieht

  • etwas nur aus einer lebenslangen Gewohnheit heraus als ewige Schleife wiederholt wird

  •  ich bei etwas nur deshalb mitmache, weil ich Angst vor den Konsequenzen habe, wenn ich es nicht tue

Mir scheint, alle fünf Aspekte haben da ihre Finger im Spiel.

 

20.11.20

Libertarismus und Demokratie

 

Libertarismus und Demokratie schließen einander aus. Da es in einer libertären Gesellschaft keine staatliche, für alle Mitglieder verbindliche Instanz mehr gibt, wird auch das egalitäre demokratische Prinzip sinnlos, wonach alle Mitglieder der Gesellschaft eine gleich gewichtige Stimme haben sollen.

 

Das Stimmengewicht des Einzelnen ergibt sich ausschließlich aus der persönlichen Möglichkeit der Einflussnahme, sei es durch Geld, durch Wissen oder durch Waffengewalt.

 

Zwar ist es in einer freiheitlichen Gesellschaft weiterhin möglich, Gruppen zu bilden, die für bestimmte Prinzipien und Regeln eintreten, jedoch beruht die Teilnahme daran ausschließlich auf Freiwilligkeit. Die in diesen Gruppen beschlossenen Regeln und Gesetze gelten dann nur innerhalb dieser Gruppen und können von nicht daran teilnehmenden Individuen und Gruppen missachtet und auch bekämpft werden. Einen Staat, der im Sinne eines Minderheitenschutzes deren Interessen zu verteidigen in der Lage wäre, gibt es nicht.

 

17.11.20

Libertarismus und Staatsmonopole

 

Der Libertarismus stellt den Staat als solchen in Frage und damit auch die staatlichen Monopole:

  • das Gewaltmonopol

  • das Gesetzgebungsmonopol

  • das Justizmonopol

  • das Währungsmonopol

Durch die Abschaffung dieser Monopole strebt der Libertarismus eine Gesellschaft an, in der die individuelle Bemühung alles, der gemeinschaftliche (soziale) Gedanke gar nichts zählt - eine Gesellschaft also, in der konsequenterweise das Recht des Stärkeren gilt.

 

Das klingt unschön, ergibt sich aber folgerichtig: Gesetze (und ihre Durchsetzung) haben einzig und alleine den Sinn, die Interessen der schwachen Mitglieder der Gesellschaft zu schützen. Einen anderen Sinn können sie gar nicht haben, denn ohne Gesetze setzt sich automatisch der Stärkere durch.

 

Diesen Zustand nennt man Anarchie. Folgerichtig ist der Anarchismus eine der wichtigsten Strömungen des Libertarismus, um nicht zu sagen: seine Wurzel.

 

Es gibt schon heutzutage einige Gesellschaften,  die diesem libertären (freiheitlichen) Ideal sehr nahe kommen. Das sind Länder wie Somalia oder Libyen - Länder also, in denen keine Staatsgewalt und keine staatliche Rechtssprechung mehr existieren. Hier ist die Weltsicht einzelner besonders engagierter und wohlhabender Bürger das Gesetz, das durchzusetzen sie mit ihren  privaten Milizen in der Lage sind. Ein weiteres Beispiel sind ganze Stadtviertel in einigen Großstädten Lateinamerikas, in denen keinerlei staatliche Intervention mehr stattfindet.

 

16.11.20

Libertarismus

 

Der Libertarismus ist eine politische Ideologie, deren größtes Anliegen die Freiheit des Individuums ist (von "libertas", lateinisch: "Freiheit") . Ein anderer Begriff für Libertarismus ist Freiheitlichkeit.

 

Den unterschiedlichen Strömungen des Libertarismus ist gemeinsam, dass sie den Staat und ein damit einhergehendes Gemeinwesen prinzipiell in Frage stellen. Stattdessen vertreten Libertarier den Standpunkt, dass jede gesellschaftliche Aktivität (politisch, wirtschaftlich, kulturell) ausschließlich durch den freien Willen der Individuen, ohne Eingreifen des Staates oder anderer der Allgemeinheit verpflichteter Institutionen zu geschehen hat.

 

14.11.20

Veränderung

 

 

13.11.20

Realitätsverweigerung

 

Sie erzählt, dass ihr Vater an Covid 19 gestorben sei. Auch ihre Mutter sei schwer daran erkrankt. Dennoch ist sie der Meinung, dass diese Krankheit nicht gefährlich ist - falls sie überhaupt existiert und nicht von den Medien erfunden wurde.

 

11.10.20

Energiefluss

 

Diese Auseinandersetzung mit D. scheint weitere "Klärungsenergie" in mir freizusetzen. Es ist anscheinend wirklich so: Je mehr Kraft/Aufmerksamkeit/Energie ich einsetze, desto mehr davon fließt nach.

 

Denn auch das gestrige Zusammensein mit R. führte wie von selbst dahin, dass ich mich an einem Punkt wiederfand, an dem ich bereit bin, grundlegende Veränderungen in Kauf zu nehmen - und nicht nur in Kauf zu nehmen sondern auch als wünschenswert oder gar notwendig zu empfinden.

 

Denn eines wird mir immer klarer: Ich gehe zu viele Kompromisse ein, stets um des lieben Friedens bzw. um der Bequemlichkeit willen. Am Ende fühle ich mich dann leer und ausgebrannt.

 

Der Knackpunkt bei diesem Ausgebranntsein liegt aber stets darin, dass ich an einem bestimmten Punkt fälschlicherweise der Ansicht bin, ich hätte zu viel Energie investiert und müsse mich nun schonen, mich ausruhen, mich zurückziehen. Die Konsequenz ist, dass ich noch kompromissbereiter werde und noch mehr meine eigenen Interessen hintanstelle.

 

Die Wirklichkeit ist exakt anders herum: Weil ich zu wenig Energie investiere, fühle ich mich immer lascher und frustrierter und missverstandener. Dadurch kann nichts mehr nachfließen und alles wird stumpf und grau. Wie Wasser in einer Leitung: Wenn altes Wasser nicht verbraucht wird kann auch kein frisches Wasser nachfließen und es modert vor sich hin. Oder: Wer rastet, rostet.

 

So, an dieser Stelle stellt sich dann natürlich die Frage, wie ich es hin bekomme, frisches Wasser nachfließen zu lassen (um im Bilde zu bleiben). In diesen Tagen zeigt sich deutlich, dass ich es nur dann schaffe, wenn ich meinen eigenen Interessen konsequent folge und diese auch vertrete. Notfalls, indem ich vorher als unangenehm empfundene Konsequenzen in Kauf nehme oder nie geahnte Möglichkeiten und Veränderungen in Betracht ziehe - und sie nicht als schwer zu überwindende Hindernisse sondern als beflügelnde Chance empfinde. Frischwasser eben.

 

10.10.20

Gutmensch

 

Ich hätte es eigentlich schon damals bei der Geschichte mit C. gelernt haben sollen:

 

Einem Menschen in einer Notlage helfen zu wollen ist nur bedingt klug. Am Ende kann es durchaus passieren, dass die "negative Energie" (ich nenne es mal so, denn mir fällt kein besserer Begriff ein) des Geholfenen sich gegen mich richtet.

 

Bei den Indianern gibt es ja angeblich die Sitte, dass der, der einem anderen das Leben rettet, in der Folge auch für dessen Versorgung verantwortlich ist. Sprich: Er muss sein Päckchen tragen.

 

Hierzulande gibt es das einfache Sprichwort: Kehrst Du vor ´ner anderen Tür, hast Du Ärger nur dafür.

 

Da hinein passt dann auch meine jüngste Auseinandersetzung mit D. : Ich bin dabei zu lernen, mich aus gewissen Dingen einfach herauszuhalten und die Menschen ihrem eigenen Schicksal zu überlassen ohne beratend oder sonstwie (als so genannter "Gutmensch") eingreifen zu wollen.

 

Das wird natürlich dann schwierig, wenn es auch handfeste Verquickungen gibt, wie etwa mit D. durch die Wohnung. Dennoch: Dafür kann man pragmatische Lösungen finden und notfalls auch unbequeme Entscheidungen treffen. Diese Entscheidungen betreffen dann aber nur Dinge, die rein materieller/sachlicher Natur sind. Sie schädigen dann nicht mehr mein "Seelenheil" bzw. schränken mich nicht in meiner inneren Freiheit ein - was ein- und dasselbe ist.

 

28.09.20

Meditation

 

Die Langzeitwirkung der vor einigen Wochen wieder aufgenommenen morgendlichen Meditation macht sich nach und nach bemerkbar. Es fiel mir heute beim Einkaufen auf: Ich stand an der Kasse in einer sehr langen Schlange, die nur langsam voranging. Noch vor einem Monat wäre ich in der gleichen Situation spürbar ungeduldig gewerden, hätte mich geärgert, innerlich auf irgendwelche Menschen geschimpft usw..

Heute war nichts davon da. Im Gegenteil: Ich genoss es, in dieser Situation eine Pause einlegen zu können und den Präsenzmodus wieder stärker wahrnehmen zu können

 

15.03.20

Straßenkunst

 

 

01.03.20

Zerknirscht 2

 

Dass ich gestern auf dieser Veranstaltung H. getroffen habe, mit allen Implikationen, lässt mich heute wieder "zerknirscht" sein. Dabei liegt kein objektiver Grund dafür vor. Was andere von mir denken, mit denen ich sonst nicht viel zu tun habe, könnte mir herzlich egal sein.

 

Nein, der Grund für meine Zerknirschung liegt letztendlich darin begründet, dass ich da ja auch eigentlich gar nicht hin gewollt hatte und es lediglich auf R.´s Wunsch hin tat. In gewisser Weise habe ich also gegen mich selbst gehandelt, mich dadurch selbst betrogen. Ich begebe mich durch derartige Aktionen in eine Situation, in die ich eigentlich gar nicht gehöre. Es ist unaufrichtig mir selbst gegenüber. Die Sache mit H. hat mich lediglich darauf hingewiesen. Die "Implikationen" sind reines Verstandeswerk.

 

Die Zerknirschung ist also ein Hinweis auf eigene innere Widersprüche. Hier: In eine Situation geraten zu sein, die ich nicht wünschte, indem ich die Entscheidung über mein Handeln an anderen ausrichtete. Im vorherigen Eintrag: Meinen eigenen Ansprüchen, stets alles richtig zu machen, nicht Genüge geleistet zu haben.

 

In beiden Fällen ist die Zerknirschung die Reibung zwischen meinem Selbstbild bzw. meinem Selbstanspruch und der Realität.

 

24.02.20

Zerknirscht

 

Diesen Termin heute morgen verpasst zu haben verschafft mir Unwohlsein. Ich bin zerknirscht, denn ich habe ihn schlicht und einfach vergessen, da hilft keine Ausrede. 

Und auch wenn es sich um nichts wirklich tragisches handelt: Es nagt anscheinend zutiefst an meinem Ego, das immer so gerne alles unter Kontrolle haben möchte. Es ist das Gefühl des Versagens, das meinem anscheinend vorhandenen Anspruch, alles meistern zu wollen, zuwider läuft.

 

23.02.20

Über das Schreiben

 

Wieder mit dem Schreiben angefangen zu haben lässt mich auch den Traum besser verstehen, den ich vor ca. einer Woche hatte:

 

Ein großer bunter Papagei und eine mütterlich wirkende Frau sprechen nacheinander mit mir und vermitteln die Botschaft, dass alles gut sei. Dann erhalte ich die Nachricht, dass ich die Wohnung bekomme, die einen großen Garten hat. Ich freue mich sehr über den Garten und die vor mir liegende Zeit, in der ich in diesem Garten arbeiten werde. Ein extrem intensives Gefühl von Freiheit und geradezu ekstatischer Freude kommt auf. Dann setzt ein Wind ein, der einen Kirschbaum zu entwurzeln droht. Ich befürchte schlimmes. Aber der Wind geht vorbei und wieder stellt sich die Freude über den Garten ein. Doch langsam verblasst das Gefühl, als würde es Stück für Stück ausgeblendet. Ich sehne mich nach dem Gefühl zurück und weiß, dass es noch da ist. Ich muss nur einfach an die Arbeit gehen.

 

Der Garten ist die Beschäftigung mit dem Tagebuch bzw. die Selbstbeobachtung. Sie setzt neue Energien frei und gibt mir insofern Freiheit, weil sie mich mein Leben besser verstehen und damit auch lenken lässt. Der Wind ist die kurze, im vorigen Beitrag beschriebene Krise.

Es wird klar, dass ich beim Schreiben aber nicht wieder in den gleichen Fehler verfallen darf, wie in der Vergangenheit, als ich nämlich die Wirkung des Schreibens durch zu starke Beachtung von Äußerlichkeiten (inklusive Formulierung usw.) verwässerte. Zu oft vergaß ich, dass es nicht auf das ankommt, was am Ende da steht, sondern auf den Akt des Schreibens an sich. Die inere Haltung beim Schreiben ist wichtiger als das "Werk" selbst.

 

Deshalb werde ich dieses Tagebuch zunächst nicht veröffentlichen bzw. erst nach einer gewissen Zeit und das womöglich auch nur in Ausschnitten. 

 

22.02.20

Neuanfang und fehlgeleitete Energie

 

Ich erkenne die Notwendigkeit, mich wieder vermehrt selbst zu beobachten. In den vergangenen Jahren habe ich das zu sehr schleifen lassen. Deshalb nun wieder ein Neuanfang des Schreibens.

---------------------------------------

Der Verlauf der Tage Dienstag bis Freitag (also heute) zeigt mir, wie sehr ich mein Gefühlsleben vom Verstand beeinflussen lasse – aber wie es auch genau andersherum sein kann. War ich am Dienstag noch himmelhochjauchzend, in mir selbst ruhend und kraftstrotzend, so stürzten mich gewisse von mir selbst projizierte Kommunikationsschwierigkeiten mit R. buchstäblich über Nacht in eine nahezu existenzielle Krise. Offensichtlich wurde die (sexuelle) Energie, die zuvor positiv in mir hoch gestiegen war auf dem Wege des Verstandes in ihr Gegenteil verkehrt, also in eine selbstzerstörerische Kraft.

Es ist nicht das erste Mal, dass das so läuft.