Einschau Blog

Esoterik und Exoterik



 

 

08.04.2021

Auflösung und Schleifen

 

Es passiert immer relativ plötzlich, dass ein Thema auftaucht, welches mein Verstand (Geist) als "Problem" erkennt oder zu erkennen meint, das gelöst werden muss. Fortan arbeitet er daran und kehrt immer wieder zu diesem Thema zurück. Wie gesagt: "er", der Verstand, tut dies - und zwar ohne dass ich mir das so wünschen würde. Denn allzu häufig empfinde ich diese Aktivität als unangenehm und anstrengend.

 

Dass sich ein Thema dann tatsächlich auflöst, geschieht genau so unvermittelt: plötzlich ist es verschwunden. Das kann dann je nach Sachlage verschiedene  Gründe haben:

  • Die äußeren Umstände haben sich von selbst geändert.

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  • Es wurde im realen Leben eine Handlung vollzogen,  die das Thema angeht und bereinigt.

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  • Die Unmöglichkeit, etwas an der Situation zu ändern, wurde vom Verstand erkannt und eingesehen.

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  • Die Aufmerksamkeit des Verstandes wird durch ein als noch wichtiger empfundenes Thema umgelenkt.

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  • Die Belanglosigkeit des Themas wurde erkannt.

 

Es kann aber auch passieren, dass ein Thema an mir klebt wie eine Klette und eben keine Auflösung findet. Auch das kann verschiedene Gründe haben:

  • Der Verstand lässt außer Acht, dass die Lösung des Themas nicht in seinem Zuständigkeitsbereich liegt sondern auf einer anderen als der Verstandesebene angesiedelt ist.

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  • Angst vor dem Unbekannten heizt den Verstand an.

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  • Die Lösung des Problems würde den Verstand in ein Loch der Leere (der Beschäftigungs- und damit der Bedeutungslosigkeit) fallen lassen.

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  • Reine mechanische Gewohnheit.

Auf diese Weise entstehen Schleifen, also Aktivitäten des Geistes, die sich in immer gleichen Bahnen bewegen, ohne dass sie je zu einer Auflösung führen.

 

31.03.2021

Wandelbarkeit

 

Am meisten frappiert mich bei der Selbstbeobachtung die ständige Veränderung, der ich unterliege: Empfinde ich an einem Tag eine Sache in bestimmter Weise, so passiert es, dass die gleiche Sache, und zwar ohne dass sichtbar eine Veränderung stattgefunden hat, am nächsten Tag in völlig neuem Licht da steht.

 

Z.B. löste die eher kleine Auseinandersetzung mit R. zunächst einen gewissen Überdruss aus, der mich auch an anderer Stelle lähmte, indem er mir Energie entzog. Bald darauf - und vor allem: ohne erkennbaren Grund - kehrte sich dieses Gefühl in eine Stimung des Tatendrangs und der Veränderung um.

 

13.03.21

Umgang mit Veränderung

 

Zunächst schmetterte mich diese Nachricht nieder, die ich gestern erhielt. Durch die Veränderung, die nun eintreten würde, schien plötzlich eine wichtige Sache in Frage gestellt, die essentieller Teil meines Alltags ist. Nicht etwa, weil tatsächlich eine einschneidende Sache sich ändern wird, sondern einfach, weil ich spürte, dass mir dadurch eine gewisser täglicher Anlass zur Freude genommen würde. Mein Verstand ratterte um einen Weg zu finden, wie die angekündigte Änderung verhindert werden könne. Ärger stieg dabei auf angesichts der Aussichtslosigkeit.

 

Meine ersten Reflexe am gestigen Abend waren also Niedergeschlagenheit, Abwehr und Wut.

 

Nach und nach dämmerte mir dann aber, dass dies vielleicht genau der Anstoß sei, den ich bräuchte, um selbst eine gravierende Veränderung in Gang zu setzen. Immerhin hatte ich schon lange sehr unterschwellig aber durchaus präsent das Gefühl, dass die Situation, wie sie derzeit ist, nicht unbedingt angemessen ist, und ich vielleicht doch mal gewisse Dinge entrümpeln sollte.

 

Heute morgen merkte ich dann, wie sehr das Ganze kreative Kräfte bei mir in Gang setzt, die ich als Freude empfinde. Möglichkeiten gibt es einige, diese neue Situation als positiven Anschub herzunehmen.

 

06.03.21

Zum Thema Brüderlichkeit: "Sense8"

 

Es ist kein Zufall, dass die Serie "Sense8" von den gleichen Machern stammt wie der Film "Matrix", nämlich von den Wachowski-Geschwistern. Wie der Film geht auch diese Serie an die grundlegendsten Wurzeln des Menschseins heran und bringt Fragen und Gesichtspunkte auf, die mich im Innersten packen. Sense8 ist dabei noch wirkungsvoller, denn während Matrix mitunter doch eher als intellektuelle Spielerei daherkommt, dringt die Serie wesentlich tiefer in das vor, was "Mensch sein" heißen könnte. Wie bei Matrix dient auch hier eine überaus spannende fiktive Rahmenhandlung als Verpackung des Hauptthemas. Sie transportiert aber (anders als bei Matrix) zudem eine gehörige Portion Sinnlichkeit und auch Humor.

 

Außerdem ist bei Sense8 das Thema ein anderes als bei dem Film: Hatte Matrix vor allem die Auseinandersetzung mit dem Realitätssinn und den Willen zur Verantwortlichkeit zum Thema, also Gleichheit und Freiheit, so geht es in der Serie um Empathie und damit um die Brüderlichkeit.

 

Sehr differenziert und einfühlsam wird darin geschildert, wie die 8 Hauptpersonen, die in höchst unterschiedlichen und sehr speziellen Milieus, Kulturen und Lebenssituationen leben, durch eine besondere Art von Bindung miteinander in Verbindung stehen und unfreiwillig aufeinander angewiesen sind.

 

Diese acht Charaktere sind dabei so unterschiedlich, dass sie nach alltäglichen Maßstäben eigentlich nicht kompatibel sind. Jeder der Akteure hält "seine" Realität zunächst für die wahre, muss dann aber am eigenen Leib zum Teil auf schmerzhafte Art und Weise erleben, dass die anderen Realitäten der eigenen  zwar sehr fremd aber dennoch ebenbürtig sind.

 

Und nicht nur das: Sie sind aufeinander angewiesen in einer Weise, dass jeder gezwungen ist, seine Stärken in das gemeinsame "Projekt" einzubringen, damit es nicht scheitert. Es geht dabei ums Überleben. Erst die gegenseitige Ergänzung der Andersartigen schafft die Möglichkeit, gößeres zu bewirken.

 

Diese Serie ist damit auch eine Parabel auf die Situation dieses Planeten: Schafft die Menschheit es nicht, gewisse Krisen gemeinsam zu lösen - und das heißt eben nicht, nach den Maßgaben des einen,  der als alleiniger "Chef" die Lösung zu wissen glaubt, sondern in gemeinsamer Übereinkunft. Diese Übereinkunft kann aber kein fauler Kompromiss sein sondern die Anwendung der besten Lösungsmöglichkeit unter Ausnutzung der vorhandenen Stärken aller.

 

Globale Krisen gibt es genug.  Die derzeit aktuelle Coronakrise ist dabei so etwas wie die Generalprobe für die größeren globalen Probleme, die auf uns zu rollen. Hier kann man schon sehr gut sehen, wie gut die Menschheit in der Lage ist, zusammen zu arbeiten. Oder auch nicht.

 

Bis hier wäre das Betrachten von Sense8 dennoch eine rein exoterische Angelegenheit. Das ist aber gar nicht der Hauptpunkt. Tatsache ist, dass diese Serie mich vor allem zu mir selbst führt, also eine esoterische Botschaft transportiert:

 

Mir wurde irgendwann klar, wie sehr die darin dargestellte Situation mein eigenes Inneres wiederspiegelt. Und zwar in verschiedener Hinsicht, wobei ich hier vor allem einen Aspekt heraus heben muss oder möchte:

 

 Dadurch, dass ich in zwei Kulturkreisen aufwuchs und zwei Lebensweisen und Temperamente miterleben durfte und auch musste, stehe ich (sogar heute noch!) in einem Spannungsfeld, in dem beide Prägungen zum Teil zwar widersprüchlich daher kommen, sich zum anderen Teil aber auch bestens ergänzen. Nie könnte ich sagen, die eine Kultur sei besser als die andere - wohl aber, dass die Attribute der einen Kultur in dieser oder jener Situation zielführender sind als die der anderen. Und umgekehrt.

 

Das ist genau wie in der Serie!

 

Worauf es also hinausläuft ist, dass beide Kulturen - in mir selbst! - zusammen arbeiten müssen. Das würde ich dann "innere Brüderlichkeit" nennen. Sie zu praktizieren fällt nicht immer leicht. Denn jede Art der Anerkenung unterschiedlicher "Tendenzen" oder "Lebensweisen" erfordert immer auch eine Anstrengung.

 

Aber: Wie jede Anstrengung zeigt sie auch Wirkung.

 

Was ich in der Vergangenheit oftmals als schmerzhaft erlebte ist in Wirklichkeit nur die Wärme, die entsteht, wenn sich verschiedene scheinbar unpassende "Ichs" in mir aneinander reiben. Diese Reibung ist aber gut, denn sie ist genau jene Brüderlichkeit - innere Brüderlichkeit wohlgemerkt! - die schlussendlich weiter führt.

 

28.02.21

Vergangenheit

 

Eine in der Vergangenheit erlittene Ungerechtigkeit wird im Lichte neuer Informationen noch ungerechter, noch massiver, noch ungeheuerlicher. Es ist niederschmetternd, fühlt sich an, als würde mir jemand mit einem Strohhalm die Energie aus dem Körper ziehen. Gleichzeitig fühle ich große Wut auf mein damaliges Gegenüber. 

 

Der psychologisierende Verstand suggeriert mir, dass diese Vorfälle in der Vergangenheit prägend auf mich gewirkt haben und deshalb auch für die Gegenwart wichtig sind. Wichtiger als mir bislang bewusst war. Eine angemessene Möglichkeit der Reaktion darauf müsse deshalb gefunden werden.

 

Er suggeriert mir auch, dass ich damals bei richtiger Einschätzung (unter Einbeziehung der mir damals unbekannten Informationen) anders - nämlich offensiver - gehandelt hätte. Gleichzeitig leidet er darunter, dass jetzt sowieso nichts mehr geändert werden kann. Es ist die Verzweiflung über die eigene Hilf- und Bedeutungslosigkeit angesichts der Mühle vergehender Zeit. Es ist Wut über die Erkenntnis, dass Dinge auch anders hätten laufen können, wenn ... ja, wenn ....

 

Es gibt aber keine "undo"-Taste im Leben!

 

Dieses Gefühl wird zunächst zögerlich, dann aber immer deutlicher von Empfindungen unterbrochen, die meinen Zustand vor dem Erhalt dieser neuen Informationen beinhalten - also meine aktuelle ganz reale Situation. Und dieser Zustand ist gut und glückvoll.

 

Mein Herz sagt mir, dass ich die Vergangenheit ruhen lassen muss. Zumindest ist es wichtig, sie nicht zu bewerten. Sie mag mich geprägt haben, ja, aber das hat auch die Form meiner Nase, das Wetter am Tag meiner Geburt oder die ersten Erfahrungen in der  Liebe.

 

26.02.21

Zum Thema Freiheit: Versuchte Missionierung

 

In meinem letzten Eintrag schrieb ich, dass ich Unfreiheit daran erkenne, dass etwas nachgeplappert wird, das von anderen vorgekaut wird.

 

Tatsächlich gerate ich immer wieder an Menschen, die genau dieser Unfreiheit anheim gefallen sind. Ich erkenne das an ihrem hartnäckigen aber irgendwie mechanischen Geplapper zu bestimmten Themen und an der Propagierung von Ansichten, die ganz offensichtlich nicht ihren eigenen Interessen entsprechen, ja, die sogar auf selbstschädigende Entwicklungen hinauslaufen würden.

 

Und stets versuchen diese Menschen dann, auch mich für ihre Idee zu vereinnahmen. Es ist der Versuch, mich zu manipulieren.

 

Da werden (in Diskussionen, Internetforen usw. ) Themen aufgegriffen, die gerade besonders aktuell sind ("Flüchtlingskrise", "Corona" usw.) und die aus diesem Grunde besonders gut dafür verwendet werden können, Emotionen zu erzeugen.  Diese Themen werden dann in einer Art und Weise angesprochen, die verwirrend ist, weil Fakten verleugnet und verdreht und Widersprüche bewusst in den Raum gestellt werden. Gegenläufige Argumente werden kurzerhand als "fake news" und "Lüge" bezeichnet.

 

Dazu werden bestimmte Schlagworte kreiert ("Klimalüge", "Fake-Pandemie", "Bevölkerungsaustausch" usw.) und durch Wiederholung versucht, sie dem Gegenüber einzuimpfen um ihm dadurch eine neue "klare" Sprache an die Hand zu geben, die er dann in seiner Verwirrung nachplappern darf.

 

Außerdem wird viel Energie in vermeintliche Tabubrüche gesteckt - die allerdings meistens gar keine sind sondern einfach nur systematisches "Dagegensein", die aber im  Betreffenden ein gewisses Gefühl der Heldenhaftigkeit erzeugen sollen - so nach dem Motto: "ich bin das letzte Gallierdorf".

 

Die auf diese Weise entstandene emotionale Prallheit gepaart mit Verwirrung und "neuer Sprache" soll dann das Nachplappern in Gang zu setzen.

 

Auf diese Weise werden Menschen in die Unfreiheit geführt.

 

Die Begegnungen mit R. und mit D. und auch andere verliefen nach dem immer selben Muster - von gewissen Internet-Kontakten ganz zu schweigen: Durch das wiederholte Ansprechen eines bestimmten Themas  werden selbst sehr private Gespräche mit geradezu vorhersehbarer Sicherheit in eine bestimmte (politische) Richtung gelenkt - mitunter durch hanebüchene Verknüpfungen.

 

Es sind Missionierungsversuche.

 

Bei den meisten speist sich nach meiner Beobachtung dieser Missionierungsdrang aus der Weigerung sich einzugestehen, dass man selbst missioniert wurde und dabei selbst zum "Schlafschaf" gemacht wurde (ein Lieblingsbegriff dieser Missionierer). Dadurch würde ein Selbstbild zusammenbrechen, das man sich durch mühsames Verleugnen der wahren Impulse und komplexeren Einsichten errichtet hat.

 

Deshalb müssen sie diese Ideen, an die sie im Grunde ihres Herzens selbst nicht glauben, weiter tragen. Täten sie es nicht würden sie an den Punkt der Selbstreflexion geraten und sich eingestehen müssen, dass sie nicht ihrer eigenen Wahrheit gefolgt sind. Solche Menschen erkenne ich stets an einer gewissen Verbissenheit im Gesichtsausdruck und an der leierkastenartigen Bemühtheit ihrer Argumentation.

 

Bei wenigen anderen liegt der Missionierungsdrang in handfesten eigenen Interessen begründet, zumeist finanziellen. Das ist bei vielen Internet-Aktivitäten der Fall, die allzu oft durch Geldgeber gesponsort werden  (so wie zum Beispiel gewisse Propagierer libertärer und stramm rechter Ideen sich ihre Aktivitäten anscheinend von einem gewissen August von Finck bezahlen lassen).

 

Ich gestehe jedem Menschen seine Meinung zu! Was ich aber keinem Menschen zugestehe ist der Versuch, mich zum Teil einer Kampagne zu machen. Da bleibt dann nur der Weg, diesen Kontakt abzubrechen - was sich dann auch stets befreiend anfühlt. Es fühlt sich deshalb befreiend an, weil in dem Moment, in dem ich mich von den äußeren Manipulationsversuchen frei mache, ich augenblicklich wieder Kontakt zu mir selbst bekomme.

 

Denn Freiheit findet in mir selbst statt!

 

20.02.21

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

 

Bestimmte Einflüsse bzw. Erlebnisse stießen mich auf diese drei Begriffe, die als Parole der Französischen Revolution bekannt sind. Zumeist werden sie rein politisch verstanden und damit gründlich missverstanden. In Wirklichkeit sind es esoterische Begriffe - Begriffe also, die mich auf mein eigenes Dasein hinweisen:

 

 

Freiheit

 

Zumeist wird unter Freiheit verstanden, das tun zu dürfen, was man möchte. Und da zumeist äußere Grenzen als Grund dafür wahrgenommen werden, dass man eben nicht das tut, was man tun möchte, wird der Freiheitsbegriff in der Regel auf die Außenwelt projiziert.

 

In Wirklichkeit ist Freiheit eine rein innere Angelegenheit: Sie ist nämlich nichts anderes, als die Fähigkeit, mich selbst zu erfühlen, mir meine Gedanken unabhängig von innerer Zensur zu machen, nicht der äußeren Moral, sondern dem inneren Gewissen zu folgen.

 

Nicht die äußeren Umstände sind an meiner Unfreiheit Schuld sondern der Hang, ausgetrampelte Pfade zu gehen und Denksperren zu akzeptieren. Unfreiheit erkenne ich stets daran, dass Dinge nachgeplappert werden, die ein anderer vorkaut. Ich erkenne sie aber auch daran, dass ich mich dabei unwohl fühle.

 

Freiheit ist jener Zustand, in dem ich mich den Dingen stelle, weil meine innere Stimme mir das vorgibt. Voraussetzung dafür ist, dass ich mich selbst kenne und auf dieser Basis auf mich selbst vertraue und höre. Sie ist eine innere Haltung, die mir von außen weder gegeben noch genommen werden kann.

 

Freiheit ist damit ein Synonym für Verantwortlichkeit.

 

 

Gleichheit

 

Zumeist wird dieser Begriff als Aufforderung zur äußeren Gleichmacherei verstanden. Womöglich sollten in dieser Lesart dann alle noch die gleiche Kleidung tragen und die gleichen Lieder singen. Größer könnte das Missverständnis nicht sein! Auch Gleichheit ist nämlich eine rein innere Angelegenheit:

 

Gleichheit als esoterischer Begriff bezeichnet die Akzeptanz, dass alle Menschen (und sogar Tiere und sonstige Lebewesen) den gleichen Naturgesetzen unterworfen und aus demselben Stoff gemacht sind. Kurz gesagt: Alle leben wir in der gleichen, faktischen Realität. Natürlich empfinden wir diese Realität unterschiedlich - existieren tut sie trotzdem. Wenn ein Vulkan ausbricht, ein Sturm übers Land fegt, eine Seuche über den Planeten zieht: da wird keine Rücksicht auf die Befindlichkeit oder den Geschmack des Einzelnen genommen.

 

Ein religiöser Mensch würde an dieser Stelle sagen: "Vor Gott sind alle gleich!" Mir reicht es zu erkennen, dass wir alle im gleichen Boot auf dem gleichen See bei gleichem Wetter sitzen. Wir leben in derselben Realität.

 

Voraussetzung für die Akzeptanz der einen Realität ist, das Funktionieren der real existierenden Gesetze ehrlich in mir selbst zu beobachten, zu erkennen und auch anzuerkennen - auch dann, wenn sich dabei unangenehme Einsichten ergeben. Letztendlich geht es um die Anerkennung der eigenen Sterblichkeit.

 

Gleichheit ist damit ein Synonym für Realitätssinn.

 

 

Brüderlichkeit

 

Brüderlichkeit ist jener Begriff dieser dreien, der nach meinem Empfinden stets am wenigsten verstanden wird. Häufig wird er fälschlicherweise als Aufruf verstanden, als karitativer Gutmensch durch die Lande zu ziehen und den Hungernden zu helfen. Andere verstehen ihn gar als Aufforderung zu Klüngelbildung und Vetterleswirtschaft. Die meisten Menschen können aber schlicht und ergreifend gar nichts mit diesem Wort anfangen.

 

Wie die anderen beiden Prinzipien ist auch die Brüderlichkeit ein esoterischer Begriff. Er bezeichnet die Fähigkeit, die Andersartigkeit eines Gegenübers nicht als persönlichen Affront und als Grund für Streit und Zwietracht zu verstehen, sondern als Bereicherung und Inspiration dafür, Dinge auf neue Weise zu betrachten und anzugehen.

 

Die notwendige Voraussetzung dafür ist aber, dass ich mich selbst kenne und akzeptiere - und zwar so gut, dass ich auch meine Widersprüche und Schwächen kenne und akzeptiere und aus diesem Grunde dann auch bereit bin, dies bei anderen zu tun. Und erst dann kann sich die Situation ergeben, dass mehrere dieser schwachen, unvollkommenen Menschen ihren Teil dazu beitragen, um Dinge in der Realität zu bewirken, die womöglich weniger unvollkommen sind.

 

"Ein Blinder, ein Tauber und ein Lahmer gehen auf Wanderschaft ..."

 

Brüderlichkeit schaut über den egozentrischen Tellerrand hinaus und bewirkt, dass freie Menschen in der gleichen Realität zusammenarbeiten, um Lösungen zu finden.

 

Damit ist Brüderlichkeit auch ein Synonym für Empathie.

 

 

Jedes einzelne dieser drei Prinzipien ist für sich genommen notwendig - aber eben nicht hinreichend. Die Überhöhung eines von ihnen zu Ungunsten der anderen bewirkt Unglück. Das beginne ich derzeit zu verstehen. 

 

16.02.21

Wandernde Gedanken

 

Heute morgen bei der Meditation konnte ich es besonders gut beobachten: Die Gedankenaktivität ist wie ein Knäuel Holzwolle, das angezündet wird.

 

Scheinbar wahllos springt das Feuer (der Gedankenstrom) umher, als wäre da kein Zusammenhang. Es besteht aber durchaus ein Zusammenhang und zwar der, dass das Feuer genau dort weiter wandert, wo es ihm am leichtesten fällt überzuspringen. Auf die Aktivität des Geistes übertragen heißt das dann:

 

Gedanken wandern über mitunter bizarre Assoziationen von Thema zu Thema. Ihr einziges Ziel ist es weiter zu wandern (weiter zu brennen). Sie sind ihr eigener Selbstzweck. Verharren tun sie lediglich dort, wo viel aufgestaute Energie ("Brennmaterial") vorhanden ist, aus der sie sich nähren können.

 

Diese aufgestaute Energie sind nichts anderes als ungelöste Probleme/nicht aufbereitete Themen.

 

Letztendlich ist der Sinn der Meditation dann auch der, mich auf diese Themen hinzuweisen. Ihr Sinn ist nicht, diese Themen zu lösen oder ihnen womöglich zu entfliehen.

 

22.01.21

Der, der ich bin

 

Ein Meister beschrieb die Selbsterkenntnis und damit die Selbstfindung als einen Vorgang, der vergleichbar sei mit der Bildhauerei: Eine Skulptur, etwa eines Löwen, sei ganz einfach herzustellen, indem man nämlich einfach das wegschlüge, was nicht nach Löwe aussieht.

 

Bei der heutigen Meditation merkte ich, dass diese Beschreibung es nicht so ganz trifft. Eher kommt mir der Mensch wie eine Plastiktüte vor, die mit Wasser gefüllt wird: Ihre wahre Form zeigt sie erst, nachdem das Wasser eingefüllt wurde. Davor ist sie ein verkrumpeltes Knäuel. 

 

Bezogen auf den Menschen heißt das: Erst, wenn er es schafft, genug Lebensenergie (im Bild: das Wasser) zu mobilisieren und sie dann aber auch zuzulassen (das Einfüllen des Wassers), kann er der sein, der er eigentlich ist.

 

21.01.21

Das Leben der Anderen

 

Ein Schema, das sich wiederholt:

Immer wieder litt und leide ich unter der Art, wie mir hahestehende Menschen ihr Leben gestalten und sich selbst (zumindest in meinen Augen) damit schaden. Die diesbezügliche Liste wird immer länger: Das war bei M. so, bei D., bei R., ja sogar bei meinem Vater.

 

Bisher dachte ich, das läge daran, dass ich mich dazu berufen fühle, als so genannter Gutmensch durch die Welt zu geistern und allen zu helfen - selbst denen, die es gar nicht wünschen. Ein Hinweis hatte mich seinerzeit darauf gebracht. Tatsächlich ist diese Fährte falsch.

 

In Wirklichkeit verhält es sich so, dass ich einfach nur die Grenze zwischen dem, was mich wirklich betrifft (und was ich deshalb auch ändern oder beeinflussen kann) und dem, was ich eben nicht beeinflussen kann, weil es nicht meine Angelegenheit ist, nicht oder falsch ziehe. Das Leiden kommt dann aus dem Widerspruch, etwas ändern zu wollen, was ich nicht ändern kann.

 

Natürlich ist es auch irgendwo meine Angelegenheit, wenn ein mir nahestehender Mensch sein Leben auf destruktive Art und Weise gestaltet, denn es kann zusätzliche Belastungen ganz sachlicher Natur auch für mich bedeuten. Die richtige Grenzziehung zwischen meinem Leben und dem dieser Person besteht dann aber darin,  die entstandenen zusätzlichen Belastungen möglichst pragmatisch anzugehen - und dann aber Abstand zu nehmen. Wenn möglich ist es dann noch sinnvoll, dem Betreffenden meine Motivation zu diesem Tun möglichst sachlich zu kommunizieren, um nicht zusätzliche Verwirrung zu schaffen. Zur Schau getragene Emotionen helfen nicht weiter.

 

Eine emotionale Verstrickung in die Angelegenheiten Anderer kann allerhöchstens den Zweck haben, mich dafür zu motivieren, die Grenze auf die beschriebene Weise zu zu ziehen. Bisher war das am Ende immer dann auch die Lösung.

 

20.01.21

Vermeidung

 

Diese unangenehme Situation vermieden zu haben ersparte mir vielleicht in diesem Moment eine gewisse Peinlichkeit und unnötiges Geschwätz. Jedoch merke ich jetzt, dass ich dadurch auch eine Chance verpasste: die Chance nämlich,  gewisse Dinge offen ans Licht zu bringen und zu klären. Ich merke es daran, dass ich immer wieder daran denken muss und dass es in mir arbeitet.

 

Meine Reaktion in dieser Situation war ein waschechter Puffer.

 

16.01.21

Wiederholungen

 

Anscheinend neige ich dazu, Aktivitäten, die ich zunächst unter dem Label "macht Spaß und ist gesund" abgespeichert habe, so oft zu wiederholen, dass sie ihre positive Wirkung verlieren und einfach nur noch stumpfsinnig werden. Dass sie ihren Reiz verlieren, dringt dabei zunächst gar nicht in mein Bewusstsein, weil der Verstand sich vor die ehrliche Wahrnehmung stellt und die Peitsche zu schwingen beginnt: "Komm, lass Dich nicht hängen, einmal geht noch! Du weißt doch, dass es gut tut!"

 

Als Antwort stellen sich mit der Zeit negative Nebenwirkungen ein, die unbemerkt und schleichend beginnen, die aber irgendwann manifest werden.

 

Das kann alle möglichen Arten von Aktivitäten betreffen: Sport, Arbeit, das  Zusammensein mit anderen Menschen, Ernährung, die Beschäftigung mit bestimmten Themen, ja, sogar Sex. Im Bereich der Arbeit nennt man diese Entwicklung wohl "Burnout". Im Volksmund nennt man es "Überdruss". In der Medizin "chronische Erkrankung".

 

Ich bin mir fast sicher, dass die in jüngster Zeit immer mal wieder auftretenden Kopfschmerzen damit zusammenhängen, dass ich es mit der Ruderei zu ernst nehme.

 

05.01.21

Die richtige Perspektive

 

Es ist goldrichtig, das gesagt zu haben, was ich wirklich fühle und auch danach zu gehandelt zu haben. Falsch wäre gewesen, auf mein Gegenüber Rücksicht nehmen, die Sache aus Bequemlichkeit auf sich beruhen zu lassen und so zu tun als sei nichts.

 

Natürlich stehe ich daraufhin und je nach Lesart scheinbar als kleinlicher Korinthenkacker, als rücksichtsloser Klotz oder als intoleranter Oberlehrer da. Aber alleine die Möglichkeit, das auf unterschiedliche Weisen zu sehen, beweist ja schon: Wer da über mich urteilt, spiegelt sich selbst in mir, der eine so, die andere so. Jeder auf seine Weise.

 

Was aber letztlich auch egal ist: Wichtig ist, wie ich mich selbst daraufhin fühle. Und da fällt das Urteil eindeutig aus: Es geht mir in dieser Sache nun ausgesprochen gut, oder, um präziser zu sein: Ich fühle mich befreit. Da hatte ein Druck auf mir gelastet, das Bedürfnis, diese Sache nicht einfach hinzunehmen und dabei mit einem Zähneknirschen gute Miene zum bösen Spiel zu machen.

 

Der Rest ist Konsequenz.

 

Es geht um die Perspektive, nicht die Umwelt als das Maß meines Handelns und Redens zu nehmen, sondern meine eigenen Gefühle und Bedürfnisse.

 

23.12.20

Vorausschauend oder versklavt?

 

Ständig bausche ich in meinem Verstand Dinge auf, die auf mich zukommen, die noch zu erledigen sind, die noch vor mir liegen und bewältigt werden sollen. Das lässt mich unruhig und unsicher werden und lässt mich außerdem die Freude an der Gegenwart verlieren. In der Regel stellen sich diese Dinge dann aber als Mücken heraus, die ich zum Elefanten machte. Sie sind schnell erledigt und machen sogar Spaß.

 

Warum also das ganze Theater? Drei Hauptverdächtige mache ich aus:

  • Angst/Sorge vor Veränderung

  • Bequemlichkeit

  • Mangelnde Selbstsicherheit

Auf jeden Fall ist es so, dass ich mich selbst durch diese Haltung zu einem vorauseilend gehorsamen Sklaven der Dinge und äußeren Umständen mache: Dadurch, dass ich mich sorge, dies oder jenes "erledigen" und "schaffen" zu müssen, projiziere ich meine Aufmerksamkeit auf die Erwartungen, die eine äußere Welt möglicherweise an mich haben könnte und richte mich danach. Dabei vergesse ich mich selbst und den Augenblick.

 

Und es ist eben nicht so, dass "die Anderen" oder "die Umstände" das alles zu verantworten haben sondern nur meine eigene Haltung.

 

15.12.20

Jeder Mensch ist seines eigenen Glückes Schmied

 

Die Beschäftigung mit den Problemen anderer Menschen kann zur Schleife im Kopf werden und sich leicht zur Obsession auswachsen. Am Ende lebt man nicht mehr sein eigenes Leben sondern das der anderen, vermeintlich hilfsbedürftigen Person (die sich in Wahrheit aber gar nicht helfen lassen will - außer zu ihren eigenen Konditionen).

 

Gegen diese fruchtlosen Gedankenschleifen mag Sport helfen oder Meditation oder eine sinnvolle Beschäftigung oder qualitativ hochwertige Eindrücke oder andere positive Einflüsse. Am Ende hilft aber nur die Erkenntnis, dass jeder Mensch für sein eigenes Leben verantwortlich ist. Auch ein vermeintlich nahestehender.

 

12.12.20

Klärung von Verantwortung

 

Dass mich die bevorstehende Sache D. betreffend immer wieder beschäftigt und befangen fühlen lässt, beweist, dass ich sie bisher nicht angemessen angegangen bin.

 

Der Punkt dabei scheint zu sein: Ich mache mir Probleme zu eigen, die zumindest teilweise nicht die eigenen sind. Mal wieder! Aber ganz so simpel, dass ich dann ja einfach nur jede Verantwortung von mir weisen könnte und dann alles geklärt wäre, ist es eben doch nicht.

 

Vielmehr geht es darum, genau zu herauszufinden, wo ich Verantwortung übernehmen soll bzw. kann und wo nicht. Letztendlich geht es darum, eine Grenze zu ziehen, die angemessen ist. Woran ich merken werde, dass sie angemessen ist? Daran, dass die Sache mich nicht mehr beschäftigt. Als Werkzeug mögen dabei Fragen dienen, wie etwa die, inwieweit ...

  • die Sache im Rahmen meiner Fähigkeiten liegt

  •  ich real zum Engagement verpflichtet bin

  •  etwas aus Eitelkeit meinerseits geschieht

  • etwas nur aus einer lebenslangen Gewohnheit heraus als ewige Schleife wiederholt wird

  •  ich bei etwas nur deshalb mitmache, weil ich Angst vor den Konsequenzen habe, wenn ich es nicht tue

Mir scheint, alle fünf Aspekte haben da ihre Finger im Spiel.

 

20.11.20

Libertarismus und Demokratie

 

Libertarismus und Demokratie schließen einander aus. Da es in einer libertären Gesellschaft keine staatliche, für alle Mitglieder verbindliche Instanz mehr gibt, wird auch das egalitäre demokratische Prinzip sinnlos, wonach alle Mitglieder der Gesellschaft eine gleich gewichtige Stimme haben sollen.

 

Das Stimmengewicht des Einzelnen ergibt sich ausschließlich aus der persönlichen Möglichkeit der Einflussnahme, sei es durch Geld, durch Wissen oder durch Waffengewalt.

 

Zwar ist es in einer freiheitlichen Gesellschaft weiterhin möglich, Gruppen zu bilden, die für bestimmte Prinzipien und Regeln eintreten, jedoch beruht die Teilnahme daran ausschließlich auf Freiwilligkeit. Die in diesen Gruppen beschlossenen Regeln und Gesetze gelten dann nur innerhalb dieser Gruppen und können von nicht daran teilnehmenden Individuen und Gruppen missachtet und auch bekämpft werden. Einen Staat, der im Sinne eines Minderheitenschutzes deren Interessen zu verteidigen in der Lage wäre, gibt es nicht.

 

17.11.20

Libertarismus und Staatsmonopole

 

Der Libertarismus stellt den Staat als solchen in Frage und damit auch die staatlichen Monopole:

  • das Gewaltmonopol

  • das Gesetzgebungsmonopol

  • das Justizmonopol

  • das Währungsmonopol

Durch die Abschaffung dieser Monopole strebt der Libertarismus eine Gesellschaft an, in der die individuelle Bemühung alles, der gemeinschaftliche (soziale) Gedanke gar nichts zählt - eine Gesellschaft also, in der konsequenterweise das Recht des Stärkeren gilt.

 

Das klingt unschön, ergibt sich aber folgerichtig: Gesetze (und ihre Durchsetzung) haben einzig und alleine den Sinn, die Interessen der schwachen Mitglieder der Gesellschaft zu schützen. Einen anderen Sinn können sie gar nicht haben, denn ohne Gesetze setzt sich automatisch der Stärkere durch.

 

Diesen Zustand nennt man Anarchie. Folgerichtig ist der Anarchismus eine der wichtigsten Strömungen des Libertarismus, um nicht zu sagen: seine Wurzel.

 

Es gibt schon heutzutage einige Gesellschaften,  die diesem libertären (freiheitlichen) Ideal sehr nahe kommen. Das sind Länder wie Somalia oder Libyen - Länder also, in denen keine Staatsgewalt und keine staatliche Rechtssprechung mehr existieren. Hier ist die Weltsicht einzelner besonders engagierter und wohlhabender Bürger das Gesetz, das durchzusetzen sie mit ihren  privaten Milizen in der Lage sind. Ein weiteres Beispiel sind ganze Stadtviertel in einigen Großstädten Lateinamerikas, in denen keinerlei staatliche Intervention mehr stattfindet.

 

16.11.20

Libertarismus

 

Der Libertarismus ist eine politische Ideologie, deren größtes Anliegen die Freiheit des Individuums ist (von "libertas", lateinisch: "Freiheit") . Ein anderer Begriff für Libertarismus ist Freiheitlichkeit.

 

Den unterschiedlichen Strömungen des Libertarismus ist gemeinsam, dass sie den Staat und ein damit einhergehendes Gemeinwesen prinzipiell in Frage stellen. Stattdessen vertreten Libertarier den Standpunkt, dass jede gesellschaftliche Aktivität (politisch, wirtschaftlich, kulturell) ausschließlich durch den freien Willen der Individuen, ohne Eingreifen des Staates oder anderer der Allgemeinheit verpflichteter Institutionen zu geschehen hat.

 

14.11.20

Veränderung

 

 

13.11.20

Realitätsverweigerung

 

Sie erzählt, dass ihr Vater an Covid 19 gestorben sei. Auch ihre Mutter sei schwer daran erkrankt. Dennoch ist sie der Meinung, dass diese Krankheit nicht gefährlich ist - falls sie überhaupt existiert und nicht von den Medien erfunden wurde.

 

11.10.20

Energiefluss

 

Diese Auseinandersetzung mit D. scheint weitere "Klärungsenergie" in mir freizusetzen. Es ist anscheinend wirklich so: Je mehr Kraft/Aufmerksamkeit/Energie ich einsetze, desto mehr davon fließt nach.

 

Denn auch das gestrige Zusammensein mit R. führte wie von selbst dahin, dass ich mich an einem Punkt wiederfand, an dem ich bereit bin, grundlegende Veränderungen in Kauf zu nehmen - und nicht nur in Kauf zu nehmen sondern auch als wünschenswert oder gar notwendig zu empfinden.

 

Denn eines wird mir immer klarer: Ich gehe zu viele Kompromisse ein, stets um des lieben Friedens bzw. um der Bequemlichkeit willen. Am Ende fühle ich mich dann leer und ausgebrannt.

 

Der Knackpunkt bei diesem Ausgebranntsein liegt aber stets darin, dass ich an einem bestimmten Punkt fälschlicherweise der Ansicht bin, ich hätte zu viel Energie investiert und müsse mich nun schonen, mich ausruhen, mich zurückziehen. Die Konsequenz ist, dass ich noch kompromissbereiter werde und noch mehr meine eigenen Interessen hintanstelle.

 

Die Wirklichkeit ist exakt anders herum: Weil ich zu wenig Energie investiere, fühle ich mich immer lascher und frustrierter und missverstandener. Dadurch kann nichts mehr nachfließen und alles wird stumpf und grau. Wie Wasser in einer Leitung: Wenn altes Wasser nicht verbraucht wird kann auch kein frisches Wasser nachfließen und es modert vor sich hin. Oder: Wer rastet, rostet.

 

So, an dieser Stelle stellt sich dann natürlich die Frage, wie ich es hin bekomme, frisches Wasser nachfließen zu lassen (um im Bilde zu bleiben). In diesen Tagen zeigt sich deutlich, dass ich es nur dann schaffe, wenn ich meinen eigenen Interessen konsequent folge und diese auch vertrete. Notfalls, indem ich vorher als unangenehm empfundene Konsequenzen in Kauf nehme oder nie geahnte Möglichkeiten und Veränderungen in Betracht ziehe - und sie nicht als schwer zu überwindende Hindernisse sondern als beflügelnde Chance empfinde. Frischwasser eben.

 

10.10.20

Gutmensch

 

Ich hätte es eigentlich schon damals bei der Geschichte mit C. gelernt haben sollen:

 

Einem Menschen in einer Notlage helfen zu wollen ist nur bedingt klug. Am Ende kann es durchaus passieren, dass die "negative Energie" (ich nenne es mal so, denn mir fällt kein besserer Begriff ein) des Geholfenen sich gegen mich richtet.

 

Bei den Indianern gibt es ja angeblich die Sitte, dass der, der einem anderen das Leben rettet, in der Folge auch für dessen Versorgung verantwortlich ist. Sprich: Er muss sein Päckchen tragen.

 

Hierzulande gibt es das einfache Sprichwort: Kehrst Du vor ´ner anderen Tür, hast Du Ärger nur dafür.

 

Da hinein passt dann auch meine jüngste Auseinandersetzung mit D. : Ich bin dabei zu lernen, mich aus gewissen Dingen einfach herauszuhalten und die Menschen ihrem eigenen Schicksal zu überlassen ohne beratend oder sonstwie (als so genannter "Gutmensch") eingreifen zu wollen.

 

Das wird natürlich dann schwierig, wenn es auch handfeste Verquickungen gibt, wie etwa mit D. durch die Wohnung. Dennoch: Dafür kann man pragmatische Lösungen finden und notfalls auch unbequeme Entscheidungen treffen. Diese Entscheidungen betreffen dann aber nur Dinge, die rein materieller/sachlicher Natur sind. Sie schädigen dann nicht mehr mein "Seelenheil" bzw. schränken mich nicht in meiner inneren Freiheit ein - was ein- und dasselbe ist.

 

28.09.20

Meditation

 

Die Langzeitwirkung der vor einigen Wochen wieder aufgenommenen morgendlichen Meditation macht sich nach und nach bemerkbar. Es fiel mir heute beim Einkaufen auf: Ich stand an der Kasse in einer sehr langen Schlange, die nur langsam voranging. Noch vor einem Monat wäre ich in der gleichen Situation spürbar ungeduldig gewerden, hätte mich geärgert, innerlich auf irgendwelche Menschen geschimpft usw..

Heute war nichts davon da. Im Gegenteil: Ich genoss es, in dieser Situation eine Pause einlegen zu können und den Präsenzmodus wieder stärker wahrnehmen zu können

 

15.03.20

Straßenkunst

 

 

01.03.20

Zerknirscht 2

 

Dass ich gestern auf dieser Veranstaltung H. getroffen habe, mit allen Implikationen, lässt mich heute wieder "zerknirscht" sein. Dabei liegt kein objektiver Grund dafür vor. Was andere von mir denken, mit denen ich sonst nicht viel zu tun habe, könnte mir herzlich egal sein.

 

Nein, der Grund für meine Zerknirschung liegt letztendlich darin begründet, dass ich da ja auch eigentlich gar nicht hin gewollt hatte und es lediglich auf R.´s Wunsch hin tat. In gewisser Weise habe ich also gegen mich selbst gehandelt, mich dadurch selbst betrogen. Ich begebe mich durch derartige Aktionen in eine Situation, in die ich eigentlich gar nicht gehöre. Es ist unaufrichtig mir selbst gegenüber. Die Sache mit H. hat mich lediglich darauf hingewiesen. Die "Implikationen" sind reines Verstandeswerk.

 

Die Zerknirschung ist also ein Hinweis auf eigene innere Widersprüche. Hier: In eine Situation geraten zu sein, die ich nicht wünschte, indem ich die Entscheidung über mein Handeln an anderen ausrichtete. Im vorherigen Eintrag: Meinen eigenen Ansprüchen, stets alles richtig zu machen, nicht Genüge geleistet zu haben.

 

In beiden Fällen ist die Zerknirschung die Reibung zwischen meinem Selbstbild bzw. meinem Selbstanspruch und der Realität.

 

24.02.20

Zerknirscht

 

Diesen Termin heute morgen verpasst zu haben verschafft mir Unwohlsein. Ich bin zerknirscht, denn ich habe ihn schlicht und einfach vergessen, da hilft keine Ausrede. 

Und auch wenn es sich um nichts wirklich tragisches handelt: Es nagt anscheinend zutiefst an meinem Ego, das immer so gerne alles unter Kontrolle haben möchte. Es ist das Gefühl des Versagens, das meinem anscheinend vorhandenen Anspruch, alles meistern zu wollen, zuwider läuft.

 

23.02.20

Über das Schreiben

 

Wieder mit dem Schreiben angefangen zu haben lässt mich auch den Traum besser verstehen, den ich vor ca. einer Woche hatte:

 

Ein großer bunter Papagei und eine mütterlich wirkende Frau sprechen nacheinander mit mir und vermitteln die Botschaft, dass alles gut sei. Dann erhalte ich die Nachricht, dass ich die Wohnung bekomme, die einen großen Garten hat. Ich freue mich sehr über den Garten und die vor mir liegende Zeit, in der ich in diesem Garten arbeiten werde. Ein extrem intensives Gefühl von Freiheit und geradezu ekstatischer Freude kommt auf. Dann setzt ein Wind ein, der einen Kirschbaum zu entwurzeln droht. Ich befürchte schlimmes. Aber der Wind geht vorbei und wieder stellt sich die Freude über den Garten ein. Doch langsam verblasst das Gefühl, als würde es Stück für Stück ausgeblendet. Ich sehne mich nach dem Gefühl zurück und weiß, dass es noch da ist. Ich muss nur einfach an die Arbeit gehen.

 

Der Garten ist die Beschäftigung mit dem Tagebuch bzw. die Selbstbeobachtung. Sie setzt neue Energien frei und gibt mir insofern Freiheit, weil sie mich mein Leben besser verstehen und damit auch lenken lässt. Der Wind ist die kurze, im vorigen Beitrag beschriebene Krise.

Es wird klar, dass ich beim Schreiben aber nicht wieder in den gleichen Fehler verfallen darf, wie in der Vergangenheit, als ich nämlich die Wirkung des Schreibens durch zu starke Beachtung von Äußerlichkeiten (inklusive Formulierung usw.) verwässerte. Zu oft vergaß ich, dass es nicht auf das ankommt, was am Ende da steht, sondern auf den Akt des Schreibens an sich. Die inere Haltung beim Schreiben ist wichtiger als das "Werk" selbst.

 

Deshalb werde ich dieses Tagebuch zunächst nicht veröffentlichen bzw. erst nach einer gewissen Zeit und das womöglich auch nur in Ausschnitten. 

 

22.02.20

Neuanfang und fehlgeleitete Energie

 

Ich erkenne die Notwendigkeit, mich wieder vermehrt selbst zu beobachten. In den vergangenen Jahren habe ich das zu sehr schleifen lassen. Deshalb nun wieder ein Neuanfang des Schreibens.

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Der Verlauf der Tage Dienstag bis Freitag (also heute) zeigt mir, wie sehr ich mein Gefühlsleben vom Verstand beeinflussen lasse – aber wie es auch genau andersherum sein kann. War ich am Dienstag noch himmelhochjauchzend, in mir selbst ruhend und kraftstrotzend, so stürzten mich gewisse von mir selbst projizierte Kommunikationsschwierigkeiten mit R. buchstäblich über Nacht in eine nahezu existenzielle Krise. Offensichtlich wurde die (sexuelle) Energie, die zuvor positiv in mir hoch gestiegen war auf dem Wege des Verstandes in ihr Gegenteil verkehrt, also in eine selbstzerstörerische Kraft.

Es ist nicht das erste Mal, dass das so läuft.