Einschau Blog
Ein Argument, das gegen einen menschengemachten Klimawandel spricht
Neulich bei einem Gespräch stand folgende Feststellung im Raum:
„Die Atmosphäre besteht nur zu 0,04% (400 ppm)
aus Kohlendioxid (CO2).
Selbst also wenn sich dieser Gehalt verdoppeln oder gar verdreifachen würde, dann wäre er immer noch so gering, dass er keine Auswirkungen auf das Klima haben könnte.“
Faktencheck:
Die Erde ist 150 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Aufgrund dieser Entfernung sollte auf der Erde eigentlich eine Durchschnittstemperatur von minus 18°C herrschen. Sie wäre also unbewohnbar. Tatsächlich herrschen auf diesem Planeten aber durchschnittliche 15°C, was der Atmosphäre zu verdanken ist. Sie wirkt wie ein schützendes Tuch, das die von der Erdoberfläche abgestrahlte Wärme zurückhält. Dies ist der so genannte natürliche Treibhauseffekt.
De facto funktioniert er so, dass Sonnenlicht beim Auftreffen auf die Erdoberfläche als Infrarotstrahlung (IR) wieder reflektiert und Richtung Weltall abgestrahlt wird. (IR-Strahlung ist auch bekannt als „Wärmestrahlung“ wie sie etwa Kachelöfen im Winter als „angenehme Wärme“ abstrahlen.) Auf ihrem Weg zurück ins All versetzt diese Strahlung Luftmoleküle in Bewegung. Und diese als molekulare Bewegung gespeicherte Energie ist es dann, was wir „erhöhte Temperatur“ nennen.
Die Atmosphäre besteht vor Allem aus Stickstoff (N2; Anteil von 78% ), und aus Sauerstoff (O2; 21%) und dem Edelgas Argon (Ar; ca. 1%). Desweiteren gibt es darin noch weitere Edelgase (Helium, Krypton, Xenon), Wasserdampf (H2O), Stickoxide (NOx), Ozon (O3) und andere. Und eben auch Kohlendioxid mit seinen 0,04%. Das ist nicht besonders viel und stützt die These, dass Kohlendioxid zu unbedeutend ist, um die Ursache für irgendwelche Klimakatastrophen sein zu können.
Weiter:
Um die Energie der ins All abwandernden IR-Strahlung zu absorbieren oder einzufangen, muss das Gasmolekül ein so genanntes veränderliches elektrisches Dipolmoment ausbilden können - also ein positiv geladenes und ein negativ geladenes Ende besitzen, deren Lage bzw. Stärke sich im Verlauf einer Bewegung (Drehung oder Schwingung) ändern.
Das ist deshalb notwendig, weil IR-Strahlung
elektromagnetische Strahlung ist (genau wie Röntgen-,
Mikrowellen-, Radio oder UV-Strahlung auch), die aus
wandernden elektrischen Feldern besteht und deshalb
mit elektrischen Dipolen interagiert. Diese
veränderlichen Dipole dienen dann als Antennen, die
die Energie dieser Strahlung aufnehmen. Mehr
noch: Da IR-Strahlung einen bestimmten Frequenzbereich
aufweist, muss die entsprechende Antenne auch in genau
diesem Frequenzbereich angeregt werden können - genau
so, wie man die Antenne eines Radios auf eine
bestimmte Senderfrequenz einstellt.
Um einen Dipol auszubilden muss das Molekül aus
mindestens zwei unterschiedlichen chemischen Elementen
zusammengesetzt sein, was bewirkt, dass die Ladungen
im Molekül nicht gleichmäßig verteilt sind.
Die Moleküle des Sauerstoffs und Stickstoffs (O2 und N2) bestehen aus jeweils zwei Atomen des gleichen Elements (nämlich O und N). Argon besteht sogar nur aus einem einzigen Argon-Atom. Sie alle verfügen deshalb über keinerlei Dipolmoment und können folglich auch keine IR-Strahlung absorbieren. Das sind 99% der Atmosphärengase!
Anders ist es beim Kohlendioxid: Es besteht aus zwei verschiedenen Elementen (nämlich Kohlenstoff C und Sauerstoff O). Es kann deshalb einen Dipol entwickeln und ist im Gegensatz zu den allermeisten anderen Atmosphärengasen dazu in der Lage, IR-Strahlung zu absorbieren: Seine Moleküle lassen sich genau im fraglichen Frequenzbereich zu Schwingungen anregen. CO2 ist eine perfekte IR-Antenne.
(Das gleiche Prinzip kennt eigentlich auch jeder schon von seinem Mikrowellenofen:
In solch einem Ofen kann man
nur Materialien erwärmen, die einen gewissen
Wasseranteil besitzen. Sind sie komplett wasserfrei,
passiert dort gar nichts. Das liegt daran, dass
Wassermoleküle (die aus den zwei Elementen
Wasserstoff und Sauerstoff bestehen) bei einer
bestimmten vom Ofen produzierten Frequenz im
Mikrowellenbereich in Bewegung (Drehung) versetzt
werden und damit ihre Umgebung aufheizen. Wasser ist
eine perfekte Mikrowellen-Antenne. Die meisten
anderen Materialien sind es nicht.)
Von den vielen Gasen in der Atmosphäre ist nur ein ganz kleiner Teil dazu fähig, die Energie der IR-Strahlung zu absorbieren. Und nur diese paar Gase sind dafür verantwortlich, dass die Durchschnittstemperatur der Erde aktuell 15°C und nicht ‒18°C beträgt. Den größten Anteil daran trägt das Kohlendioxid.
Fazit:
Obwohl der Anteil von Kohlendioxid in der Atmosphäre winzig anmutet, ist er definitiv dazu in der Lage, sehr große Wirkung zu zeigen.
Von daher wäre es nicht verwunderlich, dass eine Erhöhung des CO2-Gehalts der Atmosphäre eine massive und sogar katastrophale Temperaturerhöhung mit sich brächte.
Vor dem Jahre 1750, also vor Beginn der Industrialisierung betrug der CO2-Gehalt der Atmosphäre stabil ca. 280 ppm.
Im Jahre 1960 betrug er bereits ca. 315
ppm.
Jetzt, im Jahr 2026 sind wir bei 430 ppm, Tendenz steigend.
Das letzte Mal lag der Kohlendioxid-Gehalt bei diesem Wert vor 14 Millionen Jahren. Damals lag die Temperatur 4 bis 7 °C über der heutigen und der Meeresspiegel 20 bis 40 Meter über dem aktuellen Niveau.
Da die globale Aufheizung mit einer entsprechenden Verzögerung auftritt (ähnlich wie ein Tanker, der zeitversetzt auf Steuerung reagiert), kann man sich ausmalen, was in den kommenden Jahren auf diesem Planeten passieren wird, wenn der CO2-Ausstoß nicht radikal gesenkt (sondern sogar noch erhöht) wird.
Selbstverstärkung
Unbewusst kenne ich meinen Fehler. Genauso
unbewusst umgebe ich mich mit Menschen bzw. suche
sie sogar auf, die den gleichen Fehler besitzen,
womöglich sogar in noch stärkerem Maße als ich. In
Extremfällen bin ich sogar ganz vernarrt in solch
einen Menschen.
Die Ursache für dieses Verhalten ist ganz simpel:
Ich verschaffe mir auf diesem Weg eine Möglichkeit,
mir selbst diesen Fehler zu verzeihen und ihn mir
sogar schönzureden. Dadurch muss ich mich dann nicht
weiter damit auseinandersetzen.
Statt ihn zu beheben und dadurch meinem Leben eine
neue, produktivere Richtung zu geben, verstärke ich
auf diese Weise den Fehler selbst. Ich schaffe mir
eine Blase.
Das Gleiche passiert übrigens auch, wenn irgendein
Algorithmus im Internet anfängt, meine Vorlieben und
Meinungen zu bedienen und entsprechende Seiten,
Videos, Artikel empfiehlt. Am Ende glaube ich, dass
die ganze Welt meiner Meinung ist und wundere mich
dann, wenn dem in der Realität nicht so ist. In
solchen Momenten können dann Gefühle wie
Ungeduld, Frustration, Hass und sogar Aggressivität
entstehen.
Die "vieja metiche" und der "alte Sack"
Der Begriff "vieja metiche" stammt aus dem
Spanischen. Er beschreibt eine alternde Frau, die
sich ständig um das Leben anderer Menschen
kümmert, darüber spricht, darin herumrührt und
sich ungefragt einmischt. Man trifft sie in
Freundeskreisen, Familien, Kollegien, Vereinen.
Die Ursache für dieses Verhalten liegt darin
begründet, dass sie ihr eigenes Leben zunehmend
als sinnlos, leer und langweilig empfindet - und
nun das Leben der Anderen hernimmt, um sich selbst
Wichtigkeit beizumessen.
Der "alte Sack" ist ein alternder Mann,
der ständig ungefragt seine Meinung dahingehend
kundtut, wie schlimm, kaputt, verrottet und
verachtungswürdig diese Gesellschaft sei. Schuld
daran seien stets die EU, die Umweltschützer, die
Ausländer, die Schwulen, die Wissenschaftler. Man
trifft ihn an Bushaltestellen, in Wartezimmern, in
Kneipen, im Internet. Die Ursache für dieses
Verhalten liegt in der Unfähigkeit begründet, sein
eigenes Leben konstruktiv zu gestalten - dies aber
auch den Anderen nicht gönnt, denn sie erinnern
ihn schmerzlich daran.
Mit beiden Persönlichkeitstypen habe ich hin und
wieder zu tun.
Die Welt ist immer genau das, was die
einzelnen Menschen aus ihrem eigenen Leben machen.
Ungeduld 3
Gerade wieder beobachte ich den prinzipiellen
Unterschied zwischen einer Unternehmung, deren
Ausgang ich selbst (komplett) in der Hand habe,
und einer Unternehmung, deren Ausgang auch vom
Verhalten anderer Menschen abhängt.
Bei letzterer stellt sich an einem gewissen
Punkt immer eine Art Unwohlsein und Gehetztheit
ein. Ich finde dann keine Ruhe und kann die
Dinge auch nicht genießen bzw. in ihrer ganzen
Tiefe wahrnehmen und wertschätzen. Alle
Wahrnehmungen bleiben in diesem Zustand
oberflächlich und unbefriedigend.
Das ist kein neues Phänomen bei mir. Neu ist
eher die Erkenntnis, dass auch hier wieder
Ungeduld die Ursache ist. Ich schaffe es
offensichtlich nicht, mich zurück zu lehnen und
dem Erfolg (oder auch Misserfolg) eines
Projektes seinen freien Lauf zu lassen. Vielmehr
glaube ich, für alles verantwortlich zu sein und
notfalls nachhelfen zu sollen. Und da das nicht
klappen kann (weil es ja nicht nur von mir
abhängt), entsteht ein Misston in meinem
Erleben.
Das kann jede Art von Unternehmung betreffen:
privat, beruflich, gesellschaftlich. Aktuell tut
es das auf allen Ebenen.
Ungeduld 2
Anhand mindestens zweier aktueller
Erlebnisstränge stoße ich auf eine Erkenntnis,
die mir immer klarer wird:
Ich neige dazu, auch dann meinem Glück
nachhelfen zu wollen, wenn es bereits vor der
Tür steht. Es handelt sich um das Laster der
Ungeduld. Aus dieser Haltung heraus beging ich
in der Vergangenheit stets meine größten
Fehler. Zum Teil waren es Fehler, die nicht
mehr korrigierbar waren, und die ich im
Nachhinein als verpasste Chancen betrauerte.
Was da helfen würde, wäre die Bereitschaft,
den Dingen ihren Lauf zu lassen und sie
einfach nur zu beobachten - und zu genießen.
Es ist im Endeffekt eine Frage der Demut.
Somit ist Ungeduld nichts anderes als Hochmut.
Petrokapitalismus
Vermutlich lacht man sich in der gesamten
Galaxie gerade scheckig über diesen Planeten
und seine Bewohner:
Dass man allen Ernstes so dumm sein kann,
den mühsam von der Natur in Jahrmilliarden
in die Erdkruste eingelagerten Kohlenstoff
binnen einiger Jahrzehnte zur
"Energiegewinnung" in die Atmosphäre zu
blasen, ohne auf die Folgen zu schauen. Und
das alles nur, damit einige Individuen und
Interessengrüppchen sich persönlich
bereichern können. Sogar Kriege werden aus
diesem Grunde geführt - bis hin zur
Androhung der Vernichtung ganzer
Zivilisationen.
Immerhin in China scheint man erkannt zu
haben, dass alternative Energieformen nicht
nur strategisch klüger und umweltschonender
sind, sondern inzwischen auch billiger.
Allein aus diesem Grunde kann man getrost
sagen, dass China noch am ehesten als Land
der Zukunft bezeichnet werden kann. Der
petrokapitalistische Sack, in dem die beiden
Weltmächte des letzten Jahrhunderts (die USA
und Russland) sitzen, dürfte bald zugezogen
werden.
Ehrlichkeit
Um zu anderen Menschen ehrlich sein zu
können, muss ich zu mir selbst ehrlich
sein. Sonst kommt es zu Missverständnissen
und Fehlentwicklungen.
Meditation
Die tägliche Meditation findet stets
zur gleichen Tageszeit und unter den
gleichen Umständen statt. Aber jedes Mal
ist sie anders.
Freude, Angst, Gehetztheit, Aufbruchstimmung, Gelassenheit, Müdigkeit u.v.m.: Stets schiebt sich ein anderer "Akteur" in den Vordergrund und paradiert da vor meinen Augen. So als wäre ich ein Laufsteg der Befindlichkeiten.
Auflösung durch Gelassenheit
Bedingt durch gewisse aktuelle
Entwicklungen finde ich mich in diesen
Tagen in einem Zustand wieder, den ich
aus vergangenen Jahrzehnten bereits
ziemlich gut kenne. Es ist, als wäre
ich in einer Zeitmaschine mehrere
Jahrzehnte zurück in die Vergangenheit
gereist. Und das macht sich sowohl
emotional als auch körperlich
bemerkbar.
Zwischendurch kommen Ängste auf, ich
könnte in einem ewigen Karussell
gefangen sein, aus dem es kein
Entrinnen gibt und in dem sich die
Dinge ständig wiederholen.
Dann aber wieder fällt mir auf, dass
sich eben doch etwas verändert hat.
Aber was? Die Umstände sind es
jedenfalls nicht. Ich bin zwar etwas
älter geworden, aber ansonsten sind
die Rahmenbedingungen denen der
Vergangenheit sehr, sehr ähnlich.
Nein, was sich wirklich geändert hat,
ist meine Einstellung zu dieser
Angelegenheit. Ich fühle mich nicht
mehr dazu herausgefordert, das
Absonderliche an der Sache "in den
Griff" zu bekommen, sondern schaffe es
besser als damals, das Ganze einfach
nur staunend zu betrachten und
geschehen zu lassen.
Es könnte sein, dass dies der
geeignete Weg ist, diese Sache zu
einem friedvollen Ende zu bringen.
Ungeduld
In diesen Tagen begegne ich wieder
meiner alten Bekannten, der
Ungeduld.
Das äußert sich darin, dass ich
eben noch Freude darüber empfinde,
nun dies oder jenes zu tun, mich im
nächsten Moment aber dabei erwische,
wie ich mich schlecht fühle (bis hin
zu körperlichen Symptomen), weil ich
etwas anderes nicht gleichzeitig
machen kann.
Es ist ein Gefühl des Verlorenseins
in einem Überangebot an Aktivität
bzw. in dem Anspruch, alle möglichen
Dinge erledigen zu wollen. Das
mündet dann nicht selten in
Verwirrung, Enttäuschung,
Unwohlsein, Frustration - alles aber
unterschwellig, ohne dass es ganz
direkt greifbar wäre.
Ich nenne dies eine "alte
Bekannte", denn so weit ich mich
erinnern kann, war ich bereits als
Kind und Jugendlicher so veranlagt -
zumindest mehr als etwa mein Bruder
oder andere Kinder, mit denen ich zu
tun hatte. Und auch damals litt ich
zeitweise darunter, denn ich erfuhr
durch diese Eigenschaft nicht selten
Ablehnung - ganz abgesehen von
meiner eigenen Aufgewühltheit und
Frustration angesichts irgendwelcher
Dinge, die ich tun wollte, aber
nicht konnte.
Es läuft darauf hinaus, den
Gegenspieler dieser Ungeduld, die
Geduld zu üben.
In diesem Sinne merke ich immer
wieder (und so auch jetzt, wo der
Frühling beginnt), dass eine gute
diesbezügliche Methode das Gärtnern
ist. Hier kann ich durch nichts das
Wachstum beschleunigen. Es ist wie
es ist. Mehr noch: Ich sehe ganz
direkt die Schäden, die ich
anrichte, wenn ich getrieben von
Ungeduld zu viel des Guten tue. Da
ist die Natur der perfekte
Lehrmeister.
Der Verstand
Vögel haben Flügel, damit sie
fliegen können. Haie besitzen
nachwachsende Zähne, damit sie
stets für die Jagd bereit sein
können. Stabschrecken besitzen
eine perfekte Tarnung, um im
Dschungel zu bestehen.
Jedes Lebewesen besitzt eine
besondere Eigenschaft, die es
befähigt, sein ganz besonderes
Leben zu führen.
Und was besitzt der Mensch?
Der Mensch besitzt seinen
Verstand. Das stark entwickelte
Denken (und die damit eng
verbundene Sprache) ist das, was
ihn von seinen planetaren
Mitbewohnern unterscheidet. Es ist
kein fundamentaler Unterschied,
denn auch Tiere können denken. Es
ist eher ein quantitativer
Unterschied: Menschen denken mehr
und intensiver als Tiere. So wie
etwa Menschen auch Zähne haben,
aber eben nicht so viele und so
gute wie Haie.
Nun beobachte ich folgendes: Es
gibt Strömungen, vor Allem in der
sich selbst so nennenden
"spirituellen" Szene, die dazu
übergegangen sind, den Verstand zu
verteufeln. Er wird als Wurzel
allen Übels festgemacht, als
Sündenbock für alles, was schief
läuft. Da wird an Techniken
gefeilt, wie man seinen Verstand
ausschalten könnte, da werden
Situationen inszeniert, um den
Verstand zu diskreditieren, da
werden Menschen ins Lächerliche
gezogen, die versuchen, ihren
Verstand richtig zu benutzen. Auch
mich beeindruckten derartige
Theorien zeitweise. Schließlich
bieten sie eine einfache Lösung:
Wenn etwas nicht so läuft wie
gewünscht, dann werfe ich es
einfach weg.
Der Punkt ist jedoch: Kein Vogel
käme auf die Idee, sich die Flügel
abzuschneiden, nur weil er einmal
aus Versehen gegen einen Baum
geflogen oder falsch gelandet ist.
Kein Hai käme auf die Idee, sich
die Zähne ziehen zu lassen, nur
weil ihm ein Opfer entwischt ist.
Jede Fähigkeit, die die Natur
ihren Geschöpfen (darunter auch
uns Menschen) übereignet hat, ist
nicht perfekt, sondern soll geübt
und ihr Gebrauch verfeinert
werden.
So auch der Verstand.
Ich habe mich in der
Vergangenheit viel zu sehr mit der
Dümmlichkeit derer
auseinandergesetzt, die den
Verstand als Fluch betrachten.
Natürlich kenne ich die Schleifen
des Verstandes, seine
Selbstverstärkung bei sinnlosen
Angelegenheiten, sein Geblähtsein,
seine Wichtigtuerei, seine
Irrwege. Aber gerade deshalb ist
es wichtig, zu lernen, meinen
Verstand richtig zu gebrauchen.
Ansonsten werde ich nie ein
richtiger Mensch sein.
Was ist Freude?
Als wir vereinbart hatten, dass
ich dieses zusätzliche
Arbeitspensum übernehmen würde,
freute ich mich darauf. Auf die
neuen Erfahrungen, auf die
Abwechslung.
Als wir diese Vereinbarung nun
bereits im Vorfeld doch wieder
strichen, weil die gesamten
Umstände sich geändert hatten,
empfand ich wieder Freude. Auf
die gewonnene Zeit und die damit
verbundenen Möglichkeiten.
Es ist schon seltsam, das mit
der Freude!
Traum vom Vertrauen
Ich befinde mich (zusammen
mit M.) in einem Flugzeug.
Es ist kein gewöhnliches
Flugzeug, eher eine Wohnung,
eine sehr große Wohnung. Wir
befinden uns auf einem
Langstreckenflug, der uns in
ein fernes Land, zu einem
neuen Wohnort bringt. Wir
sind die einzigen an Bord
und ganz auf uns alleine
gestellt. Bei mir stellt
sich ein zwiespältiges
Gefühl ein:
Es ist mir einerseits
unwohl dabei, dass es in
dieser Situation nur uns und
das Flugzeug gibt, das
selbstständig zu fliegen
scheint. Wir haben keine
Möglichkeit, das Flugzeug zu
lenken oder zu beeinflussen.
Andererseits verspüre ich
ein sehr tiefes Urvertrauen,
dass alles gut so ist, wie
es ist, und dass das
Flugzeug uns sicher an
unseren Bestimmungsort
bringen wird. Dieses
Urvertrauen erreicht seinen
Höhepunkt, als ich bemerke,
dass wir bereits landen und
aus dem Fenster Lichter
unserer Zielstadt erblicke.
Freude stellt sich ein.
...
Das Flugzeug steht für die
"Reise des Lebens", also für
das Lebens selbst. Der Traum
behandelt das Thema der Angst
angesichts von Entwicklungen,
die ich nicht beeinflussen
kann, die aber dennoch
existenziell sind. Dazu zählen
etwa weltpolitische
Verwerfungen, alltägliche
Bedrohungen bis hin zu
gesundheitlichen Gefahren wie
Krankheiten und auch die
Aussicht darauf, alt und
gebrechlich zu werden.
Die meisten dieser Dinge kann
ich nicht verändern oder
beeinflussen. Deshalb ist es
müßig, dagegen anzukämpfen -
und davor Angst zu haben. Was
mir bleibt, ist auf das
Urvertrauen ins Leben selbst
zu setzen.
Der Niedergang einer Weltmacht
Geradezu im Zeitraffer kann
man in diesen Tagen den
Niedergang der größten
Weltmacht der Gegenwart
beobachten. Es ist eine
wirklich spannende Zeit!
Die Rede ist natürlich von
den USA, die gerade dabei
sind, ihre Macht zu
verspielen. Dies ist vor
Allem deshalb möglich, weil
die entscheidenden Akteure
in diesem Land ganz
offensichtlich nicht
verstanden haben, worauf die
Sonderstellung ihres Landes
in der Welt während der
letzten Jahrzehnte wirklich
beruhte.
Offensichtlich wird da
geglaubt, es wären in erster
Linie militärische und
wirtschaftliche Fähigkeiten
gewesen, die den USA die
Vormachtstellung ermöglicht
hätten. Und ja: In gewisser
Weise spielten (und spielen)
diese Dinge eine Rolle bei
der Machtausübung. Aber
beide sind lediglich
Werkzeuge und keine
Ursachen, beruhen sie
ihrerseits noch auf etwas
ganz Anderem, viel
Wichtigerem:
Seit Jahrhunderten waren
die USA mit ihrem
Versprechen von Freiheit,
Recht und Toleranz der große
Leuchtturm für alle
Gedemütigten, Verfolgten,
Tyrannisierten aber auch
Kreativen,
Unternehmungslustigen,
Optimisten dieser Welt. Sie
zog es in die USA und sie
waren es, die mit Ihrer
Begeisterung für diese
Gesellschaft dazu beitrugen,
die amerikanische
Wirtschafts- und dann auch
Militärmacht aufzubauen.
Ebenso war es pure
Sympathie für das
amerikanische
Gesellschaftsmodell, welche
die USA zum Vorbild jener
Leute in fast allen Ländern
der Welt werden ließen, die
zwar nicht dorthin
auswanderten, jedoch die
amerikanischen Ideale in
ihren jeweiligen Ländern zu
leben versuchten. Damit
prägten sie ihre Länder im
amerikanischen Sinne.
Gleichzeitig verstanden es
die USA stets, als
verlässlicher
Vertragspartner zu gelten
und auf diese Weise
Allianzen der Rechtmäßigkeit
zu schmieden - Allianzen,
die es den USA ermöglichten,
den Planeten zu führen ohne
ihn zu kujonieren.
In dieser Weise ent- und bestand das amerikanische Imperium aus Menschen und Völkern, die den USA bzw. ihrem Gesellschaftsmodell aus Sympathie und Freundschaft folgten und es weitertrugen.
So, und nur so wurden
die USA zur Weltmacht.
Und das ändert sich gerade
ganz gehörig:
Angeführt von einem
überforderten Präsidenten
schlagen sich die USA
derzeit auf die Seite jener
Länder, die mit Gewalt statt
mit Respekt "herrschen"
wollen, mit Engstirnigkeit
statt mit Kompromiss, mit
Angst statt mit Freude. Zwar
wird diese Strategie
mittelfristig dazu führen,
dass die USA sich in
irgendeiner kriegerischen
Art und Weise "mächtig"
fühlen dürfen, jedoch wird
die wahre Basis des Landes
zerstört.
So spielen die USA ab jetzt
in der Liga der
mittelmäßigen Wadenbeißer
mit, die zwar viel Schaden
anrichten können, die aber
keine zivilisatorische
Leuchtturmfunktion haben.
Und damit sind die USA
in absehbarer Zeit keine
Weltmacht mehr.
Gefühle und Physis
Und da ist noch ein
weiterer Elefant im Raum:
Immer wieder erlebe ich
es, dass irgendeine
körperliche Lästigkeit
(wie z.B. letzthin eine
Krankheit) direkt meine
Gedankenwelt beeinflusst.
Dann kommen pessimistische
Gedanken auf, ich mache
mir Sorgen um dies und
jenes und gebe in der
Folge auch negative
Äußerungen von mir.
Gleichzeitig beobachte ich
auch, dass dieser
Veränderung der Gedanken
in Wirklichkeit etwas
anderes voraus geht: eine
Veränderung meiner
Gefühle. Pessimismus und
Angst sind ja primär
Gefühle, keine Gedanken.
Die kommen erst danach,
als "pessimistische
Gedanken", "Sorgen" usw..
Der springende Punkt dabei
ist: Zuerst kommen die
Gefühle und dann kommen
die entsprechend
eingefärbten Gedanken. Und
den Gefühlen wiederum ist
die physische Veränderung
vorgeschaltet (Beispiel
Krankheit).
"Ich" bin bei dieser
Betrachtungsweise eine
Abfolge von physischen
Veränderungen, dadurch
ausgelösten Gefühlen und
Gedanken, die am Ende
Taten bewirken können.
Gedanken
sind Worte
Den gestrigen Eintrag
muss ich korrigieren
bzw. ergänzen:
Gedanken sind Worte.
Die Software meines
Verstandes ist die
Sprache. Wenn meine
Gedanken sich auf
sinnvolle Weise
entwickeln, dann
bedienen sie sich der
Sprache. Aber auch wenn
meine Gedanken sinnlos
kreisen, dann verwenden
sie für ihr Geplapper
die Sprache. Ich kann
sie (z.B. beim
Meditieren) als Worte
wahrnehmen. Und deshalb
könnte man hier einen
neuen Begriff einführen:
Gedankenworte.
Diese Erkenntnis
erscheint mit gerade wie
der Elefant, der im
Raume steht. Die einzige
Unterscheidung, die es
hier noch gibt, ist die
zwischen
unausgesprochenen Worten
und ausgesprochenen
Worten. Letztere sind
den Taten zuzuordnen,
erstere den Gedanken.
Die Korrektur sieht
folglich so aus:
Gedanken und Worte sind
das Gleiche. Sie sind
aus dem gleichen Holz
geschnitzt: der Sprache.
Gedankenworte können
Taten bewirken. Taten
sind dann umgesetzte
Gedankenworte.
Lüge
Gedanken werden zu
Worten, Worte werden zu
Taten.
Taten sind
materialisierte Worte,
Worte sind
ausgesprochene Gedanken.
Lüge entsteht da, wo
diese Abfolge aus
irgendeinem Grund
gestört ist. Etwa weil
äußere Zwänge die Tat
verhindern, weil
Mundverbote die
Aussprache
verunmöglichen, weil
eine Flut von
Ablenkungen den
Gedankengang stört. Lüge
heißt demnach also
gleichermaßen die Lüge
des Selbstbetrugs durch
Gedanken, die Lüge durch
falsch verwendete Worte,
die Lüge der
unreflektierten Tat.
Menschen, denen dies
geschieht, sehe ich
immer besser an, wie es
um sie steht. Das
betrifft
Arbeitskolleginnen genau
so wie Präsidenten von
großen Ländern, den
Bäcker an der Ecke oder
einen so genannten
"spirituellen Lehrer".
Ich erkenne einfach,
dass es da einen Knacks
in der genannten Abfolge
gibt, offensichtliche
Widersprüche im Dasein.
Erkennen kann ich es
nur deshalb, weil diese
störanfällige Abfolge
auch in mir selbst
abläuft - inklusive
eingebauter
Disharmonien, sprich:
Lügen.
Ausmaß und Relevanz von
Lügen unterscheiden sich
aber sehr von Tag zu Tag
und eben auch von Mensch
zu Mensch. Und diesen
Unterschied sollte ich
immer im Auge behalten.
Es ist nämlich durchaus
etwas anderes, ob mein
Bankier vertrauenswürdig
ist (oder nicht) oder
die Sitznachbarin im
Bus. Zumindest in der
Regel.
Buße
In dem Buch über den
Talmud, das ich gerade
lese, wird immer wieder
die Notwendigkeit
hervorgehoben, Buße zu
tun. Alte Bücher,
altmodische Sprache.
Gemeint ist damit aber
nicht, bei einem
Fehltritt in Sack und
Asche zu gehen und sich
zu ducken wie ein
geprügelter Hund.
Gemeint ist vielmehr,
den Fehltritt überhaupt
als solchen
anzuerkennen. Der Rest,
also das, was man
Läuterung oder Heilung
nennen könnte, kommt von
alleine. Mitunter sogar
im selben Augenblick.
Meister
Gestern lernte ich einen echten Meister kennen und bin sehr dankbar für diese Erfahrung. Bislang kannte ich lediglich einen anderen Meister, nämlich A..
Menschen dieser Art erkennt man daran, dass sie ihre Arbeit mit Ernsthaftigkeit angehen - und dass sie den anderen Menschen mit Brüderlichkeit begegnen ohne ihre Freiheit aufzugeben. Sie beherrschen sich selbst und wirken darin als Vorbilder. Sie sind lebendig durch und durch, und können lachen und schimpfen, dass die Wände wackeln - und alles dazwischen auch. Ihr Handwerk beherrschen sie perfekt - sei es als Elektroingenieur, Gärtner, Wirt.
Wie wohltuend anders sind sie als jene selbst ernannten Meister im Internet, die den Menschen dieses Planeten durch Eigenlob Kompetenzen vorgaukeln, ihnen Verhaltensweisen nahelegen und sogar politische Botschaften (zumeist autoritärer Natur) ins Ohr träufeln. Ich erkenne sie oft schon an ihrem hämischen Gehüstel, das sie selbst wohl als Lachen verstanden wissen wollen. Influencer.
In mir selbst erzeugt die Begegnung mit einem echten Meister die Rückbesinnung auf das Lebendige in mir - auf die Notwendigkeit mithin, keine Minute meines Lebens zu verschwenden.