Einschau Blog

Esoterik und Exoterik



 

 

20.02.21

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

 

Bestimmte Einflüsse bzw. Erlebnisse stießen mich auf diese drei Begriffe, die als Parole der Französischen Revolution bekannt sind. Zumeist werden sie rein politisch verstanden und damit gründlich missverstanden. In Wirklichkeit sind es esoterische Begriffe - Begriffe also, die mich auf mein eigenes Dasein hinweisen:

 

 

Freiheit

 

Zumeist wird unter Freiheit verstanden, das tun zu dürfen, was man möchte. Und da zumeist äußere Grenzen als Grund dafür wahrgenommen werden, dass man eben nicht das tut, was man tun möchte, wird der Freiheitsbegriff in der Regel auf die Außenwelt projiziert.

 

In Wirklichkeit ist Freiheit eine rein innere Angelegenheit: Sie ist nämlich nichts anderes, als die Fähigkeit, mich selbst zu erfühlen, mir meine Gedanken unabhängig von innerer Zensur zu machen, nicht der äußeren Moral, sondern dem inneren Gewissen zu folgen.

 

Nicht die äußeren Umstände sind an meiner Unfreiheit Schuld sondern der Hang, ausgetrampelte Pfade zu gehen und Denksperren zu akzeptieren. Unfreiheit erkenne ich stets daran, dass Dinge nachgeplappert werden, die ein anderer vorkaut. Ich erkenne sie aber auch daran, dass ich mich dabei unwohl fühle.

 

Freiheit ist jener Zustand, in dem ich mich den Dingen stelle, weil meine innere Stimme mir das vorgibt. Voraussetzung dafür ist, dass ich mich selbst kenne und auf dieser Basis auf mich selbst vertraue und höre. Sie ist eine innere Haltung, die mir von außen weder gegeben noch genommen werden kann.

 

Freiheit ist damit ein Synonym für Verantwortlichkeit.

 

 

Gleichheit

 

Zumeist wird dieser Begriff als Aufforderung zur äußeren Gleichmacherei verstanden. Womöglich sollten in dieser Lesart dann alle noch die gleiche Kleidung tragen und die gleichen Lieder singen. Größer könnte das Missverständnis nicht sein! Auch Gleichheit ist nämlich eine rein innere Angelegenheit:

 

Gleichheit als esoterischer Begriff bezeichnet die Akzeptanz, dass alle Menschen (und sogar Tiere und sonstige Lebewesen) den gleichen Naturgesetzen unterworfen und aus demselben Stoff gemacht sind. Kurz gesagt: Alle leben wir in der gleichen, faktischen Realität. Natürlich empfinden wir diese Realität unterschiedlich - existieren tut sie trotzdem. Wenn ein Vulkan ausbricht, ein Sturm übers Land fegt, eine Seuche über den Planeten zieht: da wird keine Rücksicht auf die Befindlichkeit oder den Geschmack des Einzelnen genommen.

 

Ein religiöser Mensch würde an dieser Stelle sagen: "Vor Gott sind alle gleich!" Mir reicht es zu erkennen, dass wir alle im gleichen Boot auf dem gleichen See bei gleichem Wetter sitzen. Wir leben in derselben Realität.

 

Voraussetzung für die Akzeptanz der einen Realität ist, das Funktionieren der real existierenden Gesetze ehrlich in mir selbst zu beobachten, zu erkennen und auch anzuerkennen - auch dann, wenn sich dabei unangenehme Einsichten ergeben. Letztendlich geht es um die Anerkennung der eigenen Sterblichkeit.

 

Gleichheit ist damit ein Synonym für Realitätssinn.

 

 

Brüderlichkeit

 

Brüderlichkeit ist jener Begriff dieser dreien, der nach meinem Empfinden stets am wenigsten verstanden wird. Häufig wird er fälschlicherweise als Aufruf verstanden, als karitativer Gutmensch durch die Lande zu ziehen und den Hungernden zu helfen. Andere verstehen ihn gar als Aufforderung zu Klüngelbildung und Vetterleswirtschaft. Die meisten Menschen können aber schlicht und ergreifend gar nichts mit diesem Wort anfangen.

 

Wie die anderen beiden Prinzipien ist auch die Brüderlichkeit ein esoterischer Begriff. Er bezeichnet die Fähigkeit, die Andersartigkeit eines Gegenübers nicht als persönlichen Affront und als Grund für Streit und Zwietracht zu verstehen, sondern als Bereicherung und Inspiration dafür, Dinge auf neue Weise zu betrachten und anzugehen.

 

Die notwendige Voraussetzung dafür ist aber, dass ich mich selbst kenne und akzeptiere - und zwar so gut, dass ich auch meine Widersprüche und Schwächen kenne und akzeptiere und aus diesem Grunde dann auch bereit bin, dies bei anderen zu tun. Und erst dann kann sich die Situation ergeben, dass mehrere dieser schwachen, unvollkommenen Menschen ihren Teil dazu beitragen, um Dinge in der Realität zu bewirken, die womöglich weniger unvollkommen sind.

 

"Ein Blinder, ein Tauber und ein Lahmer gehen auf Wanderschaft ..."

 

Brüderlichkeit schaut über den egozentrischen Tellerrand hinaus und bewirkt, dass freie Menschen in der gleichen Realität zusammenarbeiten, um Lösungen zu finden.

 

Damit ist Brüderlichkeit auch ein Synonym für Empathie.

 

 

Jedes einzelne dieser drei Prinzipien ist für sich genommen notwendig - aber eben nicht hinreichend. Die Überhöhung eines von ihnen zu Ungunsten der anderen bewirkt Unglück. Das beginne ich derzeit zu verstehen. 

 

16.02.21

Wandernde Gedanken

 

Heute morgen bei der Meditation konnte ich es besonders gut beobachten: Die Gedankenaktivität ist wie ein Knäuel Holzwolle, das angezündet wird.

 

Scheinbar wahllos springt das Feuer (der Gedankenstrom) umher, als wäre da kein Zusammenhang. Es besteht aber durchaus ein Zusammenhang und zwar der, dass das Feuer genau dort weiter wandert, wo es ihm am leichtesten fällt überzuspringen. Auf die Aktivität des Geistes übertragen heißt das dann:

 

Gedanken wandern über mitunter bizarre Assoziationen von Thema zu Thema. Ihr einziges Ziel ist es weiter zu wandern (weiter zu brennen). Sie sind ihr eigener Selbstzweck. Verharren tun sie lediglich dort, wo viel aufgestaute Energie ("Brennmaterial") vorhanden ist, aus der sie sich nähren können.

 

Diese aufgestaute Energie sind nichts anderes als ungelöste Probleme/nicht aufbereitete Themen.

 

Letztendlich ist der Sinn der Meditation dann auch der, mich auf diese Themen hinzuweisen. Ihr Sinn ist nicht, diese Themen zu lösen oder ihnen womöglich zu entfliehen.

 

22.01.21

Der, der ich bin

 

Ein Meister beschrieb die Selbsterkenntnis und damit die Selbstfindung als einen Vorgang, der vergleichbar sei mit der Bildhauerei: Eine Skulptur, etwa eines Löwen, sei ganz einfach herzustellen, indem man nämlich einfach das wegschlüge, was nicht nach Löwe aussieht.

 

Bei der heutigen Meditation merkte ich, dass diese Beschreibung es nicht so ganz trifft. Eher kommt mir der Mensch wie eine Plastiktüte vor, die mit Wasser gefüllt wird: Ihre wahre Form zeigt sie erst, nachdem das Wasser eingefüllt wurde. Davor ist sie ein verkrumpeltes Knäuel. 

 

Bezogen auf den Menschen heißt das: Erst, wenn er es schafft, genug Lebensenergie (im Bild: das Wasser) zu mobilisieren und sie dann aber auch zuzulassen (das Einfüllen des Wassers), kann er der sein, der er eigentlich ist.

 

21.01.21

Das Leben der Anderen

 

Ein Schema, das sich wiederholt:

Immer wieder litt und leide ich unter der Art, wie mir hahestehende Menschen ihr Leben gestalten und sich selbst (zumindest in meinen Augen) damit schaden. Die diesbezügliche Liste wird immer länger: Das war bei M. so, bei D., bei R., ja sogar bei meinem Vater.

 

Bisher dachte ich, das läge daran, dass ich mich dazu berufen fühle, als so genannter Gutmensch durch die Welt zu geistern und allen zu helfen - selbst denen, die es gar nicht wünschen. Ein Hinweis hatte mich seinerzeit darauf gebracht. Tatsächlich ist diese Fährte falsch.

 

In Wirklichkeit verhält es sich so, dass ich einfach nur die Grenze zwischen dem, was mich wirklich betrifft (und was ich deshalb auch ändern oder beeinflussen kann) und dem, was ich eben nicht beeinflussen kann, weil es nicht meine Angelegenheit ist, nicht oder falsch ziehe. Das Leiden kommt dann aus dem Widerspruch, etwas ändern zu wollen, was ich nicht ändern kann.

 

Natürlich ist es auch irgendwo meine Angelegenheit, wenn ein mir nahestehender Mensch sein Leben auf destruktive Art und Weise gestaltet, denn es kann zusätzliche Belastungen ganz sachlicher Natur auch für mich bedeuten. Die richtige Grenzziehung zwischen meinem Leben und dem dieser Person besteht dann aber darin,  die entstandenen zusätzlichen Belastungen möglichst pragmatisch anzugehen - und dann aber Abstand zu nehmen. Wenn möglich ist es dann noch sinnvoll, dem Betreffenden meine Motivation zu diesem Tun möglichst sachlich zu kommunizieren, um nicht zusätzliche Verwirrung zu schaffen. Zur Schau getragene Emotionen helfen nicht weiter.

 

Eine emotionale Verstrickung in die Angelegenheiten Anderer kann allerhöchstens den Zweck haben, mich dafür zu motivieren, die Grenze auf die beschriebene Weise zu zu ziehen. Bisher war das am Ende immer dann auch die Lösung.

 

20.01.21

Vermeidung

 

Diese unangenehme Situation vermieden zu haben ersparte mir vielleicht in diesem Moment eine gewisse Peinlichkeit und unnötiges Geschwätz. Jedoch merke ich jetzt, dass ich dadurch auch eine Chance verpasste: die Chance nämlich,  gewisse Dinge offen ans Licht zu bringen und zu klären. Ich merke es daran, dass ich immer wieder daran denken muss und dass es in mir arbeitet.

 

Meine Reaktion in dieser Situation war ein waschechter Puffer.

 

16.01.21

Wiederholungen

 

Anscheinend neige ich dazu, Aktivitäten, die ich zunächst unter dem Label "macht Spaß und ist gesund" abgespeichert habe, so oft zu wiederholen, dass sie ihre positive Wirkung verlieren und einfach nur noch stumpfsinnig werden. Dass sie ihren Reiz verlieren, dringt dabei zunächst gar nicht in mein Bewusstsein, weil der Verstand sich vor die ehrliche Wahrnehmung stellt und die Peitsche zu schwingen beginnt: "Komm, lass Dich nicht hängen, einmal geht noch! Du weißt doch, dass es gut tut!"

 

Als Antwort stellen sich mit der Zeit negative Nebenwirkungen ein, die unbemerkt und schleichend beginnen, die aber irgendwann manifest werden.

 

Das kann alle möglichen Arten von Aktivitäten betreffen: Sport, Arbeit, das  Zusammensein mit anderen Menschen, Ernährung, die Beschäftigung mit bestimmten Themen, ja, sogar Sex. Im Bereich der Arbeit nennt man diese Entwicklung wohl "Burnout". Im Volksmund nennt man es "Überdruss". In der Medizin "chronische Erkrankung".

 

Ich bin mir fast sicher, dass die in jüngster Zeit immer mal wieder auftretenden Kopfschmerzen damit zusammenhängen, dass ich es mit der Ruderei zu ernst nehme.

 

05.01.21

Die richtige Perspektive

 

Es ist goldrichtig, das gesagt zu haben, was ich wirklich fühle und auch danach zu gehandelt zu haben. Falsch wäre gewesen, auf mein Gegenüber Rücksicht nehmen, die Sache aus Bequemlichkeit auf sich beruhen zu lassen und so zu tun als sei nichts.

 

Natürlich stehe ich daraufhin und je nach Lesart scheinbar als kleinlicher Korinthenkacker, als rücksichtsloser Klotz oder als intoleranter Oberlehrer da. Aber alleine die Möglichkeit, das auf unterschiedliche Weisen zu sehen, beweist ja schon: Wer da über mich urteilt, spiegelt sich selbst in mir, der eine so, die andere so. Jeder auf seine Weise.

 

Was aber letztlich auch egal ist: Wichtig ist, wie ich mich selbst daraufhin fühle. Und da fällt das Urteil eindeutig aus: Es geht mir in dieser Sache nun ausgesprochen gut, oder, um präziser zu sein: Ich fühle mich befreit. Da hatte ein Druck auf mir gelastet, das Bedürfnis, diese Sache nicht einfach hinzunehmen und dabei mit einem Zähneknirschen gute Miene zum bösen Spiel zu machen.

 

Der Rest ist Konsequenz.

 

Es geht um die Perspektive, nicht die Umwelt als das Maß meines Handelns und Redens zu nehmen, sondern meine eigenen Gefühle und Bedürfnisse.

 

23.12.20

Vorausschauend oder versklavt?

 

Ständig bausche ich in meinem Verstand Dinge auf, die auf mich zukommen, die noch zu erledigen sind, die noch vor mir liegen und bewältigt werden sollen. Das lässt mich unruhig und unsicher werden und lässt mich außerdem die Freude an der Gegenwart verlieren. In der Regel stellen sich diese Dinge dann aber als Mücken heraus, die ich zum Elefanten machte. Sie sind schnell erledigt und machen sogar Spaß.

 

Warum also das ganze Theater? Drei Hauptverdächtige mache ich aus:

  • Angst/Sorge vor Veränderung

  • Bequemlichkeit

  • Mangelnde Selbstsicherheit

Auf jeden Fall ist es so, dass ich mich selbst durch diese Haltung zu einem vorauseilend gehorsamen Sklaven der Dinge und äußeren Umständen mache: Dadurch, dass ich mich sorge, dies oder jenes "erledigen" und "schaffen" zu müssen, projiziere ich meine Aufmerksamkeit auf die Erwartungen, die eine äußere Welt möglicherweise an mich haben könnte und richte mich danach. Dabei vergesse ich mich selbst und den Augenblick.

 

Und es ist eben nicht so, dass "die Anderen" oder "die Umstände" das alles zu verantworten haben sondern nur meine eigene Haltung.

 

15.12.20

Jeder Mensch ist seines eigenen Glückes Schmied

 

Die Beschäftigung mit den Problemen anderer Menschen kann zur Schleife im Kopf werden und sich leicht zur Obsession auswachsen. Am Ende lebt man nicht mehr sein eigenes Leben sondern das der anderen, vermeintlich hilfsbedürftigen Person (die sich in Wahrheit aber gar nicht helfen lassen will - außer zu ihren eigenen Konditionen).

 

Gegen diese fruchtlosen Gedankenschleifen mag Sport helfen oder Meditation oder eine sinnvolle Beschäftigung oder qualitativ hochwertige Eindrücke oder andere positive Einflüsse. Am Ende hilft aber nur die Erkenntnis, dass jeder Mensch für sein eigenes Leben verantwortlich ist. Auch ein vermeintlich nahestehender.

 

12.12.20

Klärung von Verantwortung

 

Dass mich die bevorstehende Sache D. betreffend immer wieder beschäftigt und befangen fühlen lässt, beweist, dass ich sie bisher nicht angemessen angegangen bin.

 

Der Punkt dabei scheint zu sein: Ich mache mir Probleme zu eigen, die zumindest teilweise nicht die eigenen sind. Mal wieder! Aber ganz so simpel, dass ich dann ja einfach nur jede Verantwortung von mir weisen könnte und dann alles geklärt wäre, ist es eben doch nicht.

 

Vielmehr geht es darum, genau zu herauszufinden, wo ich Verantwortung übernehmen soll bzw. kann und wo nicht. Letztendlich geht es darum, eine Grenze zu ziehen, die angemessen ist. Woran ich merken werde, dass sie angemessen ist? Daran, dass die Sache mich nicht mehr beschäftigt. Als Werkzeug mögen dabei Fragen dienen, wie etwa die, inwieweit ...

  • die Sache im Rahmen meiner Fähigkeiten liegt

  •  ich real zum Engagement verpflichtet bin

  •  etwas aus Eitelkeit meinerseits geschieht

  • etwas nur aus einer lebenslangen Gewohnheit heraus als ewige Schleife wiederholt wird

  •  ich bei etwas nur deshalb mitmache, weil ich Angst vor den Konsequenzen habe, wenn ich es nicht tue

Mir scheint, alle fünf Aspekte haben da ihre Finger im Spiel.

 

20.11.20

Libertarismus und Demokratie

 

Libertarismus und Demokratie schließen einander aus. Da es in einer libertären Gesellschaft keine staatliche, für alle Mitglieder verbindliche Instanz mehr gibt, wird auch das egalitäre demokratische Prinzip sinnlos, wonach alle Mitglieder der Gesellschaft eine gleich gewichtige Stimme haben sollen.

 

Das Stimmengewicht des Einzelnen ergibt sich ausschließlich aus der persönlichen Möglichkeit der Einflussnahme, sei es durch Geld, durch Wissen oder durch Waffengewalt.

 

Zwar ist es in einer freiheitlichen Gesellschaft weiterhin möglich, Gruppen zu bilden, die für bestimmte Prinzipien und Regeln eintreten, jedoch beruht die Teilnahme daran ausschließlich auf Freiwilligkeit. Die in diesen Gruppen beschlossenen Regeln und Gesetze gelten dann nur innerhalb dieser Gruppen und können von nicht daran teilnehmenden Individuen und Gruppen missachtet und auch bekämpft werden. Einen Staat, der im Sinne eines Minderheitenschutzes deren Interessen zu verteidigen in der Lage wäre, gibt es nicht.

 

17.11.20

Libertarismus und Staatsmonopole

 

Der Libertarismus stellt den Staat als solchen in Frage und damit auch die staatlichen Monopole:

  • das Gewaltmonopol

  • das Gesetzgebungsmonopol

  • das Justizmonopol

  • das Währungsmonopol

Durch die Abschaffung dieser Monopole strebt der Libertarismus eine Gesellschaft an, in der die individuelle Bemühung alles, der gemeinschaftliche (soziale) Gedanke gar nichts zählt - eine Gesellschaft also, in der konsequenterweise das Recht des Stärkeren gilt.

 

Das klingt unschön, ergibt sich aber folgerichtig: Gesetze (und ihre Durchsetzung) haben einzig und alleine den Sinn, die Interessen der schwachen Mitglieder der Gesellschaft zu schützen. Einen anderen Sinn können sie gar nicht haben, denn ohne Gesetze setzt sich automatisch der Stärkere durch.

 

Diesen Zustand nennt man Anarchie. Folgerichtig ist der Anarchismus eine der wichtigsten Strömungen des Libertarismus, um nicht zu sagen: seine Wurzel.

 

Es gibt schon heutzutage einige Gesellschaften,  die diesem libertären (freiheitlichen) Ideal sehr nahe kommen. Das sind Länder wie Somalia oder Libyen - Länder also, in denen keine Staatsgewalt und keine staatliche Rechtssprechung mehr existieren. Hier ist die Weltsicht einzelner besonders engagierter und wohlhabender Bürger das Gesetz, das durchzusetzen sie mit ihren  privaten Milizen in der Lage sind. Ein weiteres Beispiel sind ganze Stadtviertel in einigen Großstädten Lateinamerikas, in denen keinerlei staatliche Intervention mehr stattfindet.

 

16.11.20

Libertarismus

 

Der Libertarismus ist eine politische Ideologie, deren größtes Anliegen die Freiheit des Individuums ist (von "libertas", lateinisch: "Freiheit") . Ein anderer Begriff für Libertarismus ist Freiheitlichkeit.

 

Den unterschiedlichen Strömungen des Libertarismus ist gemeinsam, dass sie den Staat und ein damit einhergehendes Gemeinwesen prinzipiell in Frage stellen. Stattdessen vertreten Libertarier den Standpunkt, dass jede gesellschaftliche Aktivität (politisch, wirtschaftlich, kulturell) ausschließlich durch den freien Willen der Individuen, ohne Eingreifen des Staates oder anderer der Allgemeinheit verpflichteter Institutionen zu geschehen hat.

 

14.11.20

Veränderung

 

 

13.11.20

Realitätsverweigerung

 

Sie erzählt, dass ihr Vater an Covid 19 gestorben sei. Auch ihre Mutter sei schwer daran erkrankt. Dennoch ist sie der Meinung, dass diese Krankheit nicht gefährlich ist - falls sie überhaupt existiert und nicht von den Medien erfunden wurde.

 

11.10.20

Energiefluss

 

Diese Auseinandersetzung mit D. scheint weitere "Klärungsenergie" in mir freizusetzen. Es ist anscheinend wirklich so: Je mehr Kraft/Aufmerksamkeit/Energie ich einsetze, desto mehr davon fließt nach.

 

Denn auch das gestrige Zusammensein mit R. führte wie von selbst dahin, dass ich mich an einem Punkt wiederfand, an dem ich bereit bin, grundlegende Veränderungen in Kauf zu nehmen - und nicht nur in Kauf zu nehmen sondern auch als wünschenswert oder gar notwendig zu empfinden.

 

Denn eines wird mir immer klarer: Ich gehe zu viele Kompromisse ein, stets um des lieben Friedens bzw. um der Bequemlichkeit willen. Am Ende fühle ich mich dann leer und ausgebrannt.

 

Der Knackpunkt bei diesem Ausgebranntsein liegt aber stets darin, dass ich an einem bestimmten Punkt fälschlicherweise der Ansicht bin, ich hätte zu viel Energie investiert und müsse mich nun schonen, mich ausruhen, mich zurückziehen. Die Konsequenz ist, dass ich noch kompromissbereiter werde und noch mehr meine eigenen Interessen hintanstelle.

 

Die Wirklichkeit ist exakt anders herum: Weil ich zu wenig Energie investiere, fühle ich mich immer lascher und frustrierter und missverstandener. Dadurch kann nichts mehr nachfließen und alles wird stumpf und grau. Wie Wasser in einer Leitung: Wenn altes Wasser nicht verbraucht wird kann auch kein frisches Wasser nachfließen und es modert vor sich hin. Oder: Wer rastet, rostet.

 

So, an dieser Stelle stellt sich dann natürlich die Frage, wie ich es hin bekomme, frisches Wasser nachfließen zu lassen (um im Bilde zu bleiben). In diesen Tagen zeigt sich deutlich, dass ich es nur dann schaffe, wenn ich meinen eigenen Interessen konsequent folge und diese auch vertrete. Notfalls, indem ich vorher als unangenehm empfundene Konsequenzen in Kauf nehme oder nie geahnte Möglichkeiten und Veränderungen in Betracht ziehe - und sie nicht als schwer zu überwindende Hindernisse sondern als beflügelnde Chance empfinde. Frischwasser eben.

 

10.10.20

Gutmensch

 

Ich hätte es eigentlich schon damals bei der Geschichte mit C. gelernt haben sollen:

 

Einem Menschen in einer Notlage helfen zu wollen ist nur bedingt klug. Am Ende kann es durchaus passieren, dass die "negative Energie" (ich nenne es mal so, denn mir fällt kein besserer Begriff ein) des Geholfenen sich gegen mich richtet.

 

Bei den Indianern gibt es ja angeblich die Sitte, dass der, der einem anderen das Leben rettet, in der Folge auch für dessen Versorgung verantwortlich ist. Sprich: Er muss sein Päckchen tragen.

 

Hierzulande gibt es das einfache Sprichwort: Kehrst Du vor ´ner anderen Tür, hast Du Ärger nur dafür.

 

Da hinein passt dann auch meine jüngste Auseinandersetzung mit D. : Ich bin dabei zu lernen, mich aus gewissen Dingen einfach herauszuhalten und die Menschen ihrem eigenen Schicksal zu überlassen ohne beratend oder sonstwie (als so genannter "Gutmensch") eingreifen zu wollen.

 

Das wird natürlich dann schwierig, wenn es auch handfeste Verquickungen gibt, wie etwa mit D. durch die Wohnung. Dennoch: Dafür kann man pragmatische Lösungen finden und notfalls auch unbequeme Entscheidungen treffen. Diese Entscheidungen betreffen dann aber nur Dinge, die rein materieller/sachlicher Natur sind. Sie schädigen dann nicht mehr mein "Seelenheil" bzw. schränken mich nicht in meiner inneren Freiheit ein - was ein- und dasselbe ist.

 

28.09.20

Meditation

 

Die Langzeitwirkung der vor einigen Wochen wieder aufgenommenen morgendlichen Meditation macht sich nach und nach bemerkbar. Es fiel mir heute beim Einkaufen auf: Ich stand an der Kasse in einer sehr langen Schlange, die nur langsam voranging. Noch vor einem Monat wäre ich in der gleichen Situation spürbar ungeduldig gewerden, hätte mich geärgert, innerlich auf irgendwelche Menschen geschimpft usw..

Heute war nichts davon da. Im Gegenteil: Ich genoss es, in dieser Situation eine Pause einlegen zu können und den Präsenzmodus wieder stärker wahrnehmen zu können

 

15.03.20

Straßenkunst

 

 

01.03.20

Zerknirscht 2

 

Dass ich gestern auf dieser Veranstaltung H. getroffen habe, mit allen Implikationen, lässt mich heute wieder "zerknirscht" sein. Dabei liegt kein objektiver Grund dafür vor. Was andere von mir denken, mit denen ich sonst nicht viel zu tun habe, könnte mir herzlich egal sein.

 

Nein, der Grund für meine Zerknirschung liegt letztendlich darin begründet, dass ich da ja auch eigentlich gar nicht hin gewollt hatte und es lediglich auf R.´s Wunsch hin tat. In gewisser Weise habe ich also gegen mich selbst gehandelt, mich dadurch selbst betrogen. Ich begebe mich durch derartige Aktionen in eine Situation, in die ich eigentlich gar nicht gehöre. Es ist unaufrichtig mir selbst gegenüber. Die Sache mit H. hat mich lediglich darauf hingewiesen. Die "Implikationen" sind reines Verstandeswerk.

 

Die Zerknirschung ist also ein Hinweis auf eigene innere Widersprüche. Hier: In eine Situation geraten zu sein, die ich nicht wünschte, indem ich die Entscheidung über mein Handeln an anderen ausrichtete. Im vorherigen Eintrag: Meinen eigenen Ansprüchen, stets alles richtig zu machen, nicht Genüge geleistet zu haben.

 

In beiden Fällen ist die Zerknirschung die Reibung zwischen meinem Selbstbild bzw. meinem Selbstanspruch und der Realität.

 

24.02.20

Zerknirscht

 

Diesen Termin heute morgen verpasst zu haben verschafft mir Unwohlsein. Ich bin zerknirscht, denn ich habe ihn schlicht und einfach vergessen, da hilft keine Ausrede. 

Und auch wenn es sich um nichts wirklich tragisches handelt: Es nagt anscheinend zutiefst an meinem Ego, das immer so gerne alles unter Kontrolle haben möchte. Es ist das Gefühl des Versagens, das meinem anscheinend vorhandenen Anspruch, alles meistern zu wollen, zuwider läuft.

 

23.02.20

Über das Schreiben

 

Wieder mit dem Schreiben angefangen zu haben lässt mich auch den Traum besser verstehen, den ich vor ca. einer Woche hatte:

 

Ein großer bunter Papagei und eine mütterlich wirkende Frau sprechen nacheinander mit mir und vermitteln die Botschaft, dass alles gut sei. Dann erhalte ich die Nachricht, dass ich die Wohnung bekomme, die einen großen Garten hat. Ich freue mich sehr über den Garten und die vor mir liegende Zeit, in der ich in diesem Garten arbeiten werde. Ein extrem intensives Gefühl von Freiheit und geradezu ekstatischer Freude kommt auf. Dann setzt ein Wind ein, der einen Kirschbaum zu entwurzeln droht. Ich befürchte schlimmes. Aber der Wind geht vorbei und wieder stellt sich die Freude über den Garten ein. Doch langsam verblasst das Gefühl, als würde es Stück für Stück ausgeblendet. Ich sehne mich nach dem Gefühl zurück und weiß, dass es noch da ist. Ich muss nur einfach an die Arbeit gehen.

 

Der Garten ist die Beschäftigung mit dem Tagebuch bzw. die Selbstbeobachtung. Sie setzt neue Energien frei und gibt mir insofern Freiheit, weil sie mich mein Leben besser verstehen und damit auch lenken lässt. Der Wind ist die kurze, im vorigen Beitrag beschriebene Krise.

Es wird klar, dass ich beim Schreiben aber nicht wieder in den gleichen Fehler verfallen darf, wie in der Vergangenheit, als ich nämlich die Wirkung des Schreibens durch zu starke Beachtung von Äußerlichkeiten (inklusive Formulierung usw.) verwässerte. Zu oft vergaß ich, dass es nicht auf das ankommt, was am Ende da steht, sondern auf den Akt des Schreibens an sich. Die inere Haltung beim Schreiben ist wichtiger als das "Werk" selbst.

 

Deshalb werde ich dieses Tagebuch zunächst nicht veröffentlichen bzw. erst nach einer gewissen Zeit und das womöglich auch nur in Ausschnitten. 

 

22.02.20

Neuanfang und fehlgeleitete Energie

 

Ich erkenne die Notwendigkeit, mich wieder vermehrt selbst zu beobachten. In den vergangenen Jahren habe ich das zu sehr schleifen lassen. Deshalb nun wieder ein Neuanfang des Schreibens.

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Der Verlauf der Tage Dienstag bis Freitag (also heute) zeigt mir, wie sehr ich mein Gefühlsleben vom Verstand beeinflussen lasse – aber wie es auch genau andersherum sein kann. War ich am Dienstag noch himmelhochjauchzend, in mir selbst ruhend und kraftstrotzend, so stürzten mich gewisse von mir selbst projizierte Kommunikationsschwierigkeiten mit R. buchstäblich über Nacht in eine nahezu existenzielle Krise. Offensichtlich wurde die (sexuelle) Energie, die zuvor positiv in mir hoch gestiegen war auf dem Wege des Verstandes in ihr Gegenteil verkehrt, also in eine selbstzerstörerische Kraft.

Es ist nicht das erste Mal, dass das so läuft.